Wenn Laborwerte Gefahr anzeigen

Sofortiges therapeutisches Eingreifen erforderlich

In unserer September/Oktober-Ausgabe haben wir am Beispiel des Katers Murr gezeigt, dass vom Referenzbereich geringfügig abweichende Labortestergebnisse nicht unbedingt bedeuten müssen, dass ein Tier krank ist.

Im Gegensatz dazu gibt es aber auch Labortestergebnisse, die umgehend therapeutische Maßnahmen erfordern, da ansonsten lebensgefährliche Situationen entstehen oder schwere Folgeschäden auftreten können. Je rascher sich solche Veränderungen entwickeln, desto gefährlicher sind sie. Aber keine Angst – bei gefährlichen Zuständen entwickelt Ihr Liebling deutliche Beschwerden, die Ihnen bei etwas Aufmerksamkeit kaum entgehen werden, sodass Sie rechtzeitig tierärztliche Hilfe in Anspruch nehmen können.

Ein Fallbericht als Beispiel

Sally, eine 13 Wochen alte Yorkshireterrierhündin, ist seit einer Woche der ganze Stolz ihrer neuen Besitzerin. Sie stammt aus einer größeren Zucht, wurde entwurmt und hat auch schon ihre erste aktive Impfung erhalten. Sie war bis vorgestern quietschvergnügt und hielt ihr Frauerl auf Trab. Gestern Abend war ihr Häufchen weich, aber noch geformt, und sie hatte keinen Appetit. Sie trank nur wenig Wasser. Heute ist sie den ganzen Tag schon nicht mehr sie selbst, ganz still liegt sie in ihrem Körbchen, frisst nichts, trinkt nichts – plötzlich beginnt sie zu jaulen und Krämpfe schütteln den kleinen Körper. Das Frauchen packt sie in den Transportkorb und rast in die Tierklinik. Die Krämpfe sind schwächer, aber sie jault noch immer. Eine Blutprobe wird abgenommen – während der Automat die Blutprobe auswertet, zieht die Tierärztin aus einem Fläschchen eine wasserklare Lösung auf und flößt sie Sally durch den Mund ein. Als die Messwerte „endlich“ aus dem Automaten rattern, schaut Sally schon viel fröhlicher drein und wedelt schon zaghaft ihr Frauchen an.

Hier die Werte

Wie erwartet, haben wir auch hier mehrere vom Referenzbereich abweichende Laborbefunde.

Die wichtigste Veränderung, die in unmittelbarem Zusammenhang mit Sallys Mattigkeit und Krämpfen steht, ist der erniedrigte Glukosewert (Blutzucker). Die Glukose ist ein lebenswichtiger Energielieferant für den Körper, im Besonderen aber auch für das Gehirn. Zu niedrige Blutzuckerkonzentrationen (Unterzuckerung) führen zu neurologischen Symptomen wie Konzentrationsschwäche, Verwirrung bis hin zur Bewusstlosigkeit, Koma und Tod – dies kann auch nach Insulinüberdosierungen bei Diabetikern passieren.

Aber Sally ist ja noch so jung und keine Diabetikerin? Der Blutzucker wird einerseits direkt aus der Nahrung aufgenommen, andererseits aber auch in der Leber aus anderen Nährstoffen gebildet. Bei Jungtieren, vor allem bei den Miniaturrassen, ist diese Fähigkeit der Leber, Glukose aus anderen Nährstoffen herzustellen und so die Energieversorgung des Körpers zu gewährleisten, noch nicht voll ausgebildet, sodass es bei längeren Fastenperioden, wie das bei Sally der Fall war, zu einem starken Abfall des Blutzuckers kommt. Sally ist ein Welpe, gehört zu einer Miniaturhunderasse und hat seit mehr als 24 Stunden keine Nahrung zu sich genommen, wodurch es zu diesem dramatischen Geschehen kam. Die Tierärztin hat der kleinen Patientin schon während der Blutuntersuchung ein paar Milliliter einer konzentrierten Traubenzuckerlösung eingeflößt – da Zuckerlösungen sehr rasch vom Körper aufgenommen werden und ins Blut übertreten, hat sich Sally während der Untersuchung schon rasch erholt. Nachdem die Verdachtsdiagnose durch die Labortests bestätigt wurde, bekam sie noch eine intravenöse Glukoseinfusion und als Ursache für den weichen Kot wurde eine bei Junghunden häufig vorkommende Parasiteninfektion (Giardien) festgestellt und behandelt. Sallys Frauchen bekam auch eine hochprozentige Glukoselösung und eine Einwegspritze mit nach Hause, sodass sie, wenn ihr Liebling wieder einmal das Futter verweigert, wenigstens auf diesem Wege ein wenig Energie zuführen kann.

Die übrigen Laborwerte Sallys sind zwar abweichend, hängen aber mit dem jugendlichen Alter des Tieres bzw. mit der fehlenden Nahrungsaufnahme zusammen: Das Gesamteiweiß ist bei Tieren dieser Altersgruppe noch niedrig, wegen des raschen Körperwachstums und weil auch die Globulinkonzentration, das sind Eiweißkörper, die der Immunabwehr dienen, noch nicht so hoch sind wie bei erwachsenen. Kreatinin, ein Stoffwechselprodukt der Muskulatur, ist wegen der noch geringen Muskelmasse bei Sally so niedrig. Der Harnstoffwert wird sehr stark vom Eiweißgehalt in der Nahrung beeinflusst – Sally hat fast zwei Tage nicht gefressen, daher ist dieser Wert erniedrigt, was jedoch nicht gefährlich ist.

Welche Labortestergebnisse gefährlich sein könnenn Glukose (Blutzucker): Wie wir an Sallys Beispiel gesehen haben, sind erniedrigte Blutzuckerwerte gefährlich, da es hier zu einem Energiemangel im Körper und somit auch in lebenswichtigen Organen kommt.

Achtung: Niedrige Blutzuckerwerte können auch gemessen werden, wenn der Wert nicht unmittelbar nach der Blutentnahme bestimmt wird. Die in der Probe vorhandenen Zellen verbrauchen zur Energiegewinnung den Blutzucker in der Probe – im Patienten ist jedoch die Blutzuckerkonzentration hoch genug! Es handelt sich dabei um einen sogenannten präanalytischen Fehler.

Extrem hohe Blutzuckerwerte, wie sie bei unbehandeltem Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) auftreten können, zeigen ebenfalls eine gefährliche Situation für den Patienten an. Die Körperzellen benötigen ein Hormon (Insulin) zur Aufnahme von Blutzucker in verschiedene Gewebe – fehlt dieses, so kommt es zu schweren Stoffwechselentgleisungen, die zu lebensbedrohlichen Zuständen führen.

Kalium: Dieser Mineralstoff gehört zu den sogenannten Elektrolyten und spielt eine wichtige Rolle in der Nerven- und Muskelfunktion. Kalium beeinflusst das sogenannte Ruhepotential (Reizschwelle) der Nervenfasern. Schwere Imbalancen, sowohl Erhöhungen als auch Erniedrigungen führen zu Störungen der Nerven- und Muskelfunktionen, vor allem aber auch zu Herzrhythmusstörungen. Hyperkaliämien (deutlich erhöhte Kaliumkonzentrationen) führen zu einer Verlangsamung des Herzschlags (Bradykardie) bis hin zum Herzstillstand und Tod. Sie können durch Störungen der Nebennierenfunktion oder aber durch akute Nierenfunktionsstörungen (Nierenversagen) hervorgerufen werden.

Achtung: Auch Hyperkaliämien können durch Fehler bei der Probenentnahme oder langer Lagerung der Blutproben entstehen. Wird der Wert aus einem Röhrchen bestimmt, dem Kalium-EDTA als Gerinnungshemmer beigefügt war, so werden sehr hohe Werte gemessen, wobei das Kalium aber im Röhrchen war und nicht im Patienten. Die Werte sind in diesem Fall so stark erhöht, dass klar ist, dass ein präanalytischer Fehler vorliegen muss. Weiße Blutkörperchen und Blutplättchen aller Hunde und Katzen und die roten Blutkörperchen japanischer Hunderassen haben eine hohe intrazelluläre Kaliumkonzentration – platzen diese Zellen nun bei der Blutentnahme, Lagerung oder während der Gerinnung, so kann dies ebenfalls zu hohen Kaliumkonzentrationen führen. Wenn der Patient also keine klinischen Beschwerden zeigt, so muss an diese Möglichkeit gedacht werden.

Hypokaliämien (deutlich verminderte Kaliumkonzentrationen) führen ebenfalls zu Veränderungen der Reizbildung am Herzen. Diese führen aber zu einer Beschleunigung des Herzschlages. Muskelfunktionsstörungen, die zu einem Stillstand der Darmmotorik führen oder eine Muskelschwäche der Skelettmuskulatur können ebenfalls als Folge einer Hypokaliämie beobachtet werden. Ursachen für die Hypokaliämie sind zumeist erhöhte Verluste über Niere oder Magen-Darmtrakt. Weniger deutliche ausgeprägte Hypokaliämien kommen durch verminderte Futteraufnahme zustande.

Natrium: Es gehört ebenfalls zu den Elektrolyten und ist wichtig für die Regulierung des Wasserhaushaltes im Körper. Auch hier sind sowohl schwerwiegende Erhöhungen als auch Erniedrigungen gefährlich, weil es zu lebensbedrohlichen Verschiebungen von Körperwasser kommt. Erhöhte Werte, sogenannte Hypernaträmien, können sehr rasch durch Nierenfunktionsstörungen, bei denen es zu großen Wasserverlusten kommt, entstehen. Aber auch ein Hitzschlag, bei dem es zu großen Flüssigkeitsverlusten durch Hecheln kommt, kann zu bedrohlichen Hypernaträmien führen. Die Aufnahme von Meerwasser, wenn kein Süßwasser zum Trinken zur Verfügung steht oder die Aufnahme von reichlich Kochsalz mit ungeeigneter Nahrung (Plünderung der Speisekammer, die mit gesalzenem Fleisch oder Käse gefüllt war) führt zu einer Hypernaträmie.

Schwere Natriumverluste können ebenfalls über die Nieren oder den Magendarmtrakt erfolgen. Auch sie sind gefährlich.

Die Symptome gestörter Natriumkonzentrationen sind ähnlich und bestehen in Apathie, Übelkeit, Bewusstseinsstörungen, Schwanken, Muskelzuckungen bis hin zum Koma.

Kalzium ist ein Mineralstoff, der ebenso wie Kalium eine wichtige Rolle in der Nerven- und Muskelfunktion spielt. Zu plötzlichen Erniedrigungen kann es zum Beispiel bei säugenden Hündinnen kommen, wenn viel Kalzium über die Milch verloren geht und die Mobilisierung der Reserven aus dem Knochen zu langsam ist. Auch hier treten Muskelzuckungen und Krämpfe auf.

Erhöhte Kalziumkonzentrationen sind gefährlich, weil sie gemeinsam mit erhöhten Phosphorkonzentrationen zu irreversiblen Weichteilverkalkungen, insbesondere der Nieren, führen können. Hyperkalzämien treten beim Hund häufig als Begleitsymptom bei Tumorerkrankungen (paraneoplastisch) auf. Hier wird vom Tumor ein hormonähnliches Peptid gebildet, das die Blutkalziumkonzentration erhöht. Die Bekämpfung des Tumors durch Operation oder Chemotherapie führt zu einer Normalisierung des Blutkalziums. Hyperkalzämien können aber auch durch Verabreichung zu hoher Dosen von Vitamin D entstehen. Daher sollte dieses Vitamin nie ohne tierärztliche Verschreibung verabreicht werden. Die Symptome bestehen in Übelkeit, Muskelzuckungen, Schreckhaftigkeit, Juckreiz vor allem im Gesichtsbereich, Verstopfung und Fieber.

Ammoniak entsteht im Darm durch den Abbau von Eiweiß in der Nahrung. Über die sogenannte Pfortader gelangt der Ammoniak in die Leber, wo er sofort in den ungiftigen Harnstoff umgewandelt wird. Ammoniak wirkt in hohen Konzentrationen im Blut als Nervengift. Dadurch kommt es zu Verhaltensänderungen, Übelkeit und Krämpfen. Bei Tieren, die eine Gefäßmissbildung im Pfortaderkreislauf aufweisen, wenn also die Leber umgangen wird und die Pfortader direkt in den Körperkreislauf einmündet, kommt es nach der Futteraufnahme zu hohen Ammoniakkonzentrationen im Blutkreislauf und daher zu Übelkeit, Speichelfluss hin bis zu Bewusstseinsstörungen. Solche Gefäßmissbildungen sind häufig angeboren. Zusätzlich zu der regelmäßigen Übelkeit nach der Futteraufnahme, weisen die betroffenen Tiere auch eine verlangsamte Entwicklung auf und bleiben hinter den Wurfgeschwistern zurück. Eine andere Ursache für erhöhte Ammoniakkonzentrationen im Blut kann auch ein akutes Leberversagen sein, bei dem ein Großteil der funktionellen Leberzellen zerstört wurde. Dies kann durch Toxine (z.B. Knollenblätterpilzvergiftung) oder im Endstadium chronischer Lebererkrankungen vorkommen.

Störungen der Blutgerinnung

Die Blutgerinnung (Hämostase) wird durch ein sensibles Gleichgewicht zwischen sogenannten prokoagulatorischen (gerinnungsfördernden) und antikoagulatorischen (gerinnungshemmenden) Mechanismen reguliert. Dabei wirken die Blutplättchen (Thrombozyten) und die im Blutplasma gelösten Gerinnungsfaktoren und die Gewebsfaktoren zusammen.

Thrombozyten: Eine hochgradige Verminderung der Thrombozytenzahl (Thrombozytopenie) führt zu einer erhöhten Blutungsneigung, die unter Umständen lebensgefährlich sein kann. Betroffene Patienten zeigen je nach Schweregrad punktförmige Blutungen an der Schenkelinnenfläche oder den Schleimhäuten bis hin zu  großflächigen Einblutungen in die Unterhaut (rote Flecken). Auch unstillbares Nasenbluten oder Blutungen in die Blase oder den Darm (Meläna, schwarz verfärbter Kot) können auftreten. Die Diagnose wird durch die Zählung der Thrombozyten in einer Blutprobe gestellt. Die häufigsten Ursachen für Thrombozytopenien können immunmediierte Erkrankungen sein, Befall mit Blutparasiten, Verbrauchskoagulopathien im Zuge von schweren Allgemeinerkrankungen.

Achtung: Bei der Thrombozytenzählung kann es zu Fehlmessungen kommen, wenn nämlich die Blutplättchen in der Probe verklumpt sind und daher vom Gerät nicht gezählt werden können! Die verklumpten Plättchen kann man mit Hilfe einer mikroskopischen Untersuchung eines Blutausstrichs aus der Probe nachweisen. Wenn der Patient keine Blutungen zeigt, so kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Thrombozytopenie auf einer Fehlmessung beruht.

Gerinnungsfaktoren: Rattenköder, die Cumarin enthalten, sind nicht nur für Ratten, sondern auch für Hunde und Katzen gefährlich. Cumarine verhindern die Bildung funktionsfähiger Gerinnungsfaktoren in der Leber, wodurch es zu schweren inneren und äußeren Blutungen kommt, die unbehandelt zum Tod führen. Hunde sind besonders gefährdet, da sie sehr empfindlich auf diese Wirkstoffe reagieren, die zudem auch noch süß schmecken und daher von manchen Hunden mit Genuss aufgenommen werden. Betroffene Tiere weisen großflächige Blutergüsse (Hämatome) auf, bluten in die Gelenke oder die Lunge (Atemnot) oder aus Körperöffnungen. Beobachten Sie derartige Symptome, so sollte so rasch wie möglich tierärztliche Hilfe gesucht werden. Die Diagnose kann rasch durch eine gerinnungsanalytische Untersuchung gestellt werden.

Die Therapie besteht aus Vitamin K1-Gaben und wenn notwendig auch Blut- oder Plasmatransfusionen sowie Käfigruhe. Es ist wichtig, dass die Therapie so lange fortgesetzt wird, bis die Labor-tests (Prothrombinzeit) stabil in den Referenzbereich zurückgekehrt sind.

Veränderungen im Blutbild

Hochgradige Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie): Sinkt bei einem schwerkranken Patienten die Leukozytenzahl auf subnormale Werte ab, so ist das ein prognostisch ungünstiges Zeichen. Es bedeutet, dass die Körperabwehr, besonders gegen Bakterien stark vermindert ist, sodass eine Sepsis („Blutvergiftung“) entstehen kann. Noch kritischer ist die Situation, wenn zusätzlich mehr unreife als reife weiße Blutkörperchen (degenerative Linksverschiebung) im Blut gefunden werden. Das bedeutet, dass das Knochenmark mit der Bildung weißer Blutkörperchen den Bedarf im Körper nicht mehr decken kann. Diese Zustände erfordern eine intensive Therapie mit engmaschiger Überwachung.

Hohe Leukozytenzahlen bei Patienten mit Krankheitssymptomen sind meist günstig zu bewerten, da sie darauf hinweisen, dass sich der Körper wehren kann. Selten aber doch, können hohe Leukozytenzahlen auch Symptom einer Leukämie (Blutkrebs), einer bösartigen Vermehrung weißer Blutzellen sein. In diesen Fällen können oft Gestaltsveränderungen dieser Zellen bei der mikroskopischen Untersuchung gefunden werden. Oft müssen aber auch spezielle Untersuchungen durchgeführt werden, um die Diagnose zu sichern. Eine gut abgesicherte genaue Diagnose ist notwendig, um die optimale Therapie für den Patienten zu finden.

Anämie (Blutarmut): Unter Anämie versteht man einen Mangel an roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die für den Sauerstofftransport aus der Lunge in die Organe zuständig sind. Gefährlich sind Anämien, wenn sie sehr plötzlich, wie zum Beispiel durch eine akute Blutung entstehen. Hier sind eine sofortige Blutstillung (wenn möglich) und die Verabreichung einer Bluttransfusion erforderlich. Es muss auch für einen Volumenausgleich gegen den Schock gesorgt werden.

Entsteht eine Anämie langsam, so hat der Körper Zeit, sich dem Sauerstoffmangel anzupassen. In solchen Fällen sind die klinischen Zeichen weniger deutlich ausgeprägt als die Veränderungen der Laborwerte. Dem Patienten geht es „eigentlich“ ganz gut, obwohl die Laborwerte sehr schlecht sind. In solchen Fällen sollte bevor eine Bluttransfusion verabreicht wird, versucht werden, die Ursache für die Blutarmut herauszufinden. Dies wird nämlich erschwert, wenn Fremdblut gegeben worden ist, weil sich dann die Reaktionsmuster im Körper verändern.

Zusammenfassend lässt sich also festhalten – es gibt durchaus bedrohliche Labortestergebnisse, die einer raschen therapeutischen Intervention bedürfen. Diese Testergebnisse sind jedoch immer von deutlichen klinischen Symptomen begleitet, sodass es unwahrscheinlich ist, dass sie aufmerksamen Tierhaltern entgehen.

Bei Patienten mit chronischen Erkrankungen sollte bei Unpässlichkeiten nicht zu lange gewartet werden, ehe tierärztliche Hilfe gesucht wird. Chronische Erkrankungen behindern nämlich die Selbstheilungsmechanismen, sodass es viel rascher zu Entgleisungen des Stoffwechsels und gefährlichen Laborwerten kommen kann.

Ass.Prof. Dr. Ilse Schwendenwein
DECVCP
Leiterin Plattform Labordiagnostik/Zentrallabor
Veterinärmediznische Universität Wien
A-1210 Veterinärplatz 1, Tel:01 250 77 5110