Unsere Hunde können lächeln!

Jetzt auch wissenschaftlich bestätigt!

„Schau, wie herzig! Er lächelt mich an!“ Wenn Agnes andere auf das strahlende Lächeln ihres geliebten Vierbeiners hinweist, wird sie oft ihrerseits belächelt. „So ein Blödsinn, ein Hund kann doch nicht lächeln“.

Doch was wir Frauchen und Herrchen instinktiv wissen, ist auch wissenschaftlich bestätigt. Hunde können sehr wohl lächeln und darüber hinaus mit ihrer Mimik ihre Menschen ganz bewusst

manipulieren. Wenn ein Hund Zähne zeigt, denken viele, dass es sich hierbei ausschließlich um eine Drohgebärde handelt. Doch die Vierbeiner können feinste Nuancen ihrer Mimik für die Kommunikation mit Artgenossen und auch mit Menschen einsetzen.

Unterwürfig oder freudig?

Dr. Barbara Wardeck-Mohr, Naturwissenschaftlerin sowie Kommunikations- und Sprachwissenschafterin, beschäftigt sich in ihrem Buch „Die Körpersprache der Hunde“ auch intensiv mit lächelnden Hunden. „Wissenschaftlich gesehen wird zwischen verschiedenen Formen des Lächelns bei Hunden unterschieden, dies vor dem Hintergrund der jeweiligen stammesgeschichtlichen bzw. biologischen Entwicklung“. Die zwei wichtigsten Formen sind der „Submissive Grin“ und das „Soziale Lächeln“.

Dient das Lächeln als Aggressionshemmung und zur Beschwichtigung, so spricht man vom „Submissive Grin“ oder Unterwürfigkeitsgrinsen. Es wird vielfach zu Begrüßungen eingesetzt und signalisiert: Ich bin nett, ich will keinen Konflikt! Dabei sind die Lippen zurückgezogen und entblößen die Zähne. Die Körperhaltung des Hundes bei dieser Form des Lächelns ist leicht geduckt, der Kopf in Richtung des Artgenossen oder Menschen, den er damit begrüßt, angehoben. Der wedelnde Schweif ist leicht abgesenkt.

Das soziale Lächeln der Vierbeiner ist nur für Zweibeiner reserviert

Dem gegenüber steht das „soziale Lächeln“, auch freudiges Lächeln, das nach Meinung der Wissenschaft aus dem „submissive Grin“ hervorgegangen ist. Das soziale Lächeln mit zurückgezogenen Lippen, entblößten Eckzähnen, leicht geöffnetem Fang ist begleitet von  aufgerichteter entspannter Körperhaltung, nach vorne gestrecktem Kopf und wedelndem Schweif. Es signalisiert: „Ich freu mich, dass du da bist“, „Wollen wir nicht spielen?“, „Was hältst du von einem Spaziergang“ und ähnli-ches. Interessant dabei: Das soziale Lächeln zeigen Hunde nur dem Menschen, nicht aber den Artgenossen!

Dalmatiner sind die eifrigsten Charmeure

Die deutsche Verhaltensbiologin Dr. Dorit Feddersen-Petersen hat in ihren Forschungen untersucht, ob auch Wölfe ein „soziales Lächeln“ zeigen. Sie kam zu dem Ergebnis, das diese Art von Lächeln den Hunden eigen ist, weil Haushunde in ihrem langen Zusammenleben mit dem Menschen diesen nachahmen. „Wölfe haben Spielgesichter, aber sie lächeln nicht. Hunde lächeln“.

Außerdem ist sie zu dem Schluss gekommen, dass manche Rassen mehr lächeln als andere. Angeblich sind Dalmatiner die eifrigsten Charmeure!

Manipulation mit Dackelblick

Neben einem gewinnenden Lächeln setzen Vierbeiner auch den so genannten Dackelblick ganz bewusst ein, um ihre Menschen um die Pfote zu wickeln. Das hat eine Studie an der Universität

Portsmouth erst kürzlich ergeben. Die Biologin Juliane Kaminski und ihr Team gingen der Frage nach, ob unsere Lieblinge ganz bewusst den Kopf schief legen, einen treuherzigen Dackelblick mit Stirnfalte und großen runden Augen aufsetzen, wenn sie unsere Aufmerksamkeit oder ein Leckerli wollen. „Unsere Studie zeigt, dass Hunde zwar die Mimik einsetzen, um Menschen zu manipulieren, allerdings spielten Leckerlis dabei keine Rolle“.

Wichtig ist den vierbeinigen Charmeuren offenbar in erster Linie unsere Aufmerksamkeit. Und wer könnte da schon widerstehen?

Von Hannelore Mezei