Toxoplasmose

toxoplasmoseToxoplasmose gehört zu den Erkrankungen, die von Tieren auf Menschen übertragen werden können. Daher haben viele Tierbesitzer Angst, durch ihr Haustier mit Toxoplasmose angesteckt zu werden. Immer wieder taucht die Frage auf: „Kann ich durch mein Haustier Toxoplasmose bekommen? Kann mein Hund oder meine Katze diese Krankheit auf mich übertragen?“ Prinzipiell können alle Tiere an Toxoplasmose erkranken, aber nicht alle können die Erreger weitergeben. Der Erreger (Toxoplasma gondii) ist ein Einzeller und benötigt für seine Entwicklung einen Zwischenwirt. Hund, Meerschweinchen, Kaninchen, Hamster, Schaf und Schwein sind – genau wie der Mensch – nur einige von vielen möglichen Zwischenwirten. Diese Tiere und der Mensch scheiden jedoch keine Toxoplasmeneier (Oozysten) aus, was bedeutet, dass man sich an ihnen nicht anstecken kann. Sie kommen als Überträger der Infektion nicht in Frage.

Katzen sind Ausscheider

Nur Katzen stellen die Endwirte der Toxoplasmen dar, denn nur in ihrem Darm kann die geschlechtliche Vermehrung der Parasiten stattfinden. Die Infektion der Katze mit Toxoplasmose erfolgt über das Fressen von infizierten Beutetieren, z.B. Mäuse oder Vögel, und rohem Fleisch. Die abgeschluckten Toxoplasmen durchdringen die Darmwand und wandern über den Blut- und Lymphweg in verschiedene Organe (Leber, Lunge, Bauchspeicheldrüse Gehirn, Auge, weibliche Geschlechtsorgane) und in die Muskulatur ein und bilden Zysten. Dies machen sie auch bei den Zwischenwirten. Aber nur bei der Katze gelangt ein Teil der Toxoplasmen wieder über den Blutweg in den Darm, wo es zur geschlechtlichen Vermehrung der Parasiten kommt. Die daraus resultierenden Oozysten werden mit dem Katzenkot ausgeschieden. Die Ausscheidung der Oozsten hält ungefähr drei Wochen an. Zum Zeitpunkt der Ausscheidung sind die Oozysten noch nicht infektiös. Sie müssen zwei bis vier Tage lang der Luft, Feuchtigkeit und Wärme ausgesetzt sein, um sich zu entwickeln und damit infektiös zu werden.

Infektion verläuft meist unbemerkt

Nur selten erkranken Katzen sichtbar an Toxoplasmose, meist verläuft die Infektion unbemerkt. Appetitlosigkeit, Apathie, Fieber und leichter Durchfall können auftreten. Nur bei Samtpfoten mit herabgesetzter Immunabwehr kommt es zu schweren Gesundheitsstörungen im Bereich des Zentralnervensystems, des Magen- Darmtraktes und im Auge. Auch Fehlgeburten sind möglich. Die meisten Katzen entwickeln nach ein- oder mehrmaliger Infektion mit Toxoplasma gondii eine belastbare Immunität: Die Tiere sind serologisch positiv, scheiden jedoch, auch nach erneuter Infektion, keine Oozysten mehr aus.

Ansteckung des Menschen über die Katze sehr selten

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Da die Oozysten im Kot der Katze erst nach zwei bis vier Tagen infektiös werden, verhindert die tägliche Reinigung und Desinfektion des Katzenklos, z.B. mit heißem Wasser (über 55° Celsius) eine Ansteckung des Menschen. Diese Tätigkeit sollte stets mit Handschuhen und keinesfalls von einer Schwangeren ausgeführt werden.

Der Mensch kann sich durch Kontakt mit älterem Katzenkot im Erdboden, z.B. bei Garten- oder Feldarbeiten, infizieren. Der direkte Kontakt mit der Katze selbst spielt wohl keine relevante Rolle. Die Untersuchung von Kot- und Blutproben der Katze lässt direkte Schlüsse zu, ob ein Infektionsrisiko durch die Katze besteht: Wenn sowohl die Blutuntersuchung als auch zwei Kotproben (jeweils Sammelkot von drei Tagen) im Abstand von 14 Tagen negativ verlaufen, hat sich die Katze mit großer Sicherheit noch nicht mit Toxoplasmen infiziert und stellt kein Risiko für den Menschen dar. Damit dies so bleibt, sollte die Katze nicht ins Freie gelassen und ausschließlich mit Fertigfutter oder gut durchgekochtem Frischfutter ernährt werden.