Schon jetzt an den Sommerurlaub denken

Hunde rechtzeitig gegen Leishmaniose impfen lassen

Hundehalter, die ihren Vierbeiner im Sommer mit in den Süden nehmen wollen, sollten jetzt schon den Tierarzt ihres Vertrauens aufsuchen und die wichtigsten Vorsorgemaßnahmen für die Reise besprechen, wobei der Impfschutz gegen Leishmaniose unverzichtbar ist. Denn diese Erkrankung ist unheilbar und noch dazu eine Zoonose, was bedeutet, dass eine Übertragung vom Tier auf den Menschen möglich ist.

Übertragung durch Sandmücken

Die Erkrankung wird durch den Stich von Sandmücken übertragen. Diese nehmen beim Blutsaugen am Hund die Leishmanien auf und übertragen sie mit dem nächsten Stich aufs nächste Opfer – und das kann auch der Mensch sein. Infizierte Hunde stellen somit ein Erregerreservoir für den Menschen dar; weltweit sind zwölf Millionen Menschen an Leishmaniose erkrankt. Da Hunde jedoch ungefähr sechsmal so oft von Sandmücken gestochen werden als der Mensch, ist die Ansteckungsgefahr für die Vierbeiner deutlich größer, weswegen Leishmaniose die am häufigsten aus Urlaubsländern eingeschleppte Krankheit ist. Millionen Hunde in Südeuropa sind mit dem Erreger der Leishmaniose infiziert; alle ans Mittelmeer angrenzenden Länder sind massiv davon betroffen, fast die Hälfte der dort lebenden Hunde trägt den Erreger in sich. Kein Wunder, sind Sandmücken doch dämmerungsaktiv, und die im Freien schlafenden herrenlosen Tiere sind ideale Opfer. Durchschnittlich 150 Stiche pro Nacht müssen die armen Vierbeiner über sich ergehen lassen. In Sizilien tragen bereits 80 Prozent der Hunde den Leishmaniose-Erreger in sich.

Symptome zeigen sich erst spät

Von der Ansteckung mit Leishmaniose bis zum Auftreten der ersten Symptome können zwei Monate bis mehrere Jahre vergehen. Dies ist der Grund, weshalb Tierhalter dann oft keinen Zusammenhang zwischen Urlaub und Erkrankung des Hundes erkennen können. Erkrankte Hunde magern ab und sind matt und teilnahmslos. Sie zeigen typische Hautveränderungen wie schuppige Haut, besonders am Kopf, und das Fell am Nasenrücken und an den Ohren wirkt wie von Motten zerfressen. Geschwüre bedecken die Ohren und der Haarausfall um die Augen erweckt den Eindruck einer Brille. Häufig sind auch die Krallen extrem lang und die Lymphknoten geschwollen. Außerdem verströmen die Tiere einen eigentümlich fauligen Geruch. Schließlich werden lebenswichtige Organe, wie Leber, Milz und auch das Knochenmark von den Leishmanien befallen. Ohne Behandlung wird die Erkrankung chronisch und betroffene Tiere sterben meist an Nierenversagen. Aber auch mit Behandlung ist es lediglich möglich, die Krankheit unter Kontrolle zu bringen – eine Heilung ist nicht möglich.

Vorbeugen mit der Leishmaniose-Impfung

Seit ungefähr zwei Jahren steht auch österreichischen Tierärzten der neue Leishmaniose-Impfstoff zur Verfügung. Dieser ist besonders gut verträglich und unterscheidet sich grundlegend von anderen Impfstoffen, die in der Regel abgeschwächte oder abgetötete Erreger enthalten und so den Organismus zur Bildung von Antikörpern im Blut stimulieren. Mediziner bezeichnen das als humorale Immunität. Im Gegensatz dazu enthält der Impfstoff gegen Leishmaniose keinerlei Krankheitserreger und bewirkt auch nicht die Bildung von Antikörpern. Er enthält hingegen bestimmte Eiweißstoffe, die die Gedächtniszellen der Körperabwehr auf den Plan rufen und somit eine zellvermittelte Immunität aktivieren. Geimpft werden können alle Hunde ab sechs Monaten, die noch nie im Süden waren. Vierbeiner, die bereits Länder mit Leishmaniose-Vorkommen besucht haben, müssen vor der Impfung einem Schnelltest unterzogen werden. Die Grundimmunisierung besteht aus drei Impfungen im Abstand von jeweils drei Wochen und einer Auffrischungsimpfung ein Jahr nach der dritten Injektion. Danach sollte die Leishmaniose-Impfung einmal jährlich wiederholt werden. Vier Wochen nach der dritten Teilimpfung besteht bereits ein belastbarer Impfschutz.