Reisekrankheiten

Hunde hängen sehr an der Familie und keine noch so gute Tierpension kann Herrchen und Frauchen ersetzen. Da sie anpassungsfähige und meist gutgelaunte Reisebegleiter sind, können die Vierbeiner problemlos auf Urlaub mitgenommen werden. Wichtig ist jedoch der vorbeugende Schutz gegen Reisekrankheiten: Denn durch die weltweite Erwärmung und den zunehmenden Hundetourismus im Zuge der Globalisierung hat sich das Verbreitungsgebiet der Überträger gefährlicher Reisekrankheiten beim Hund deutlich vergrößert. Waren Krankheiten wie Leishmaniose und Herzbzw. Hautwurmkrankheit vor zehn bis fünfzehn Jahren noch ausschließlich auf südliche Regionen beschränkt, so kommen sie heute auch schon in Deutschland und Österreich vor. Die Gefahr sich mit einer Reisekrankheit anzustecken ist für Hunde in folgenden Ländern besonders groß: Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Serbien, Griechenland und Türkei. Ein mittleres Risiko besteht in Deutschland, Österreich, Schweiz, Polen, Ungarn und Rumänien.

Stechmücken übertragen Dirofilariose (Herz- und Hautwurmkrankheit)Reisekrankheiten

Labrador Axl verbrachte den letzten Urlaub mit seinem Herrchen in Kroatien. Danach litt er plötzlich an schwerer Atemnot und heftigen Hustenanfällen. Umfassende Untersuchungen im Tierspital führten zur Diagnose „Herzwurmkrankheit“. Die Übertragung der Herzwurmkrankheit erfolgt durch Stechmücken, die beim Blutsaugen die Mikrofilarien (eine Entwicklungsstufe des Herzwurms „Dirofilaria immitis“) aufnehmen. In der Mücke entwickeln sich diese zu infektiösen Larven, die beim nächsten Saugakt wieder in einen Hund gelangen. Zum Blutsaugen bohrt die Mücke ein kleines Loch in die Haut des Opfers, durch das sie den Saugrüssel mit zwei Röhren schiebt. Während durch das eine Rohr Speichel fließt, saugt die Mücke durch das andere Rohr Blut. Der Speichel enthält einen Gerinnungshemmer, damit das Blut während des Saugens nicht verklumpt. Der Juckreiz nach dem Mückenstich wird durch den in der Haut verbliebenen Speichel ausgelöst. Wie bei Flöhen und Zecken ist es der Speichel, durch den die Krankheitserreger übertragen werden. Die Herzwurmlarven dringen in die Blutbahn ein und gelangen bis ins Herz. Die erwachsenen Herzwürmer, die bis zu 30 cm lang werden, verstopfen die rechte Herzkammer und die Lungenarterie. Herzerweiterung und Lungenthrombosen sind die Folge. Die betroffenen Vierbeiner sind matt, leiden an Atemnot, Husten, Leberstauung, Bauchwasser und Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen. Die Behandlung der Herzwurmkrankheit ist möglich, aber schwierig und für die Hunde gefährlich. Auch der Hautwurm „Dirofilaria repens“ wird von Stechmücken beim Blutsaugen übertragen. Die bis zu 17 cm langen Würmer leben vorzugsweise in den tiefen Hautschichten der betroffenen Hunde und können hier mehrere Jahre überleben. Viele Hunde zeigen nach einer Infektion keinerlei Krankheitserscheinungen, die Infektion bleibt unbemerkt. In einigen Fällen treten jedoch walnuss- bis hühnereigroße Hautknoten auf, in deren Zentrum sich ausgewachsene Würmer befinden. Hochgradiger Juckreiz, großflächige Hautentzündungen und Haarverlust fallen auf. Achtung: Der Hautwurm ist auch für den Menschen gefährlich. Bei diesem treten die Würmer oft in der Bindehaut des Auges auf oder verursachen ähnlich wie beim Hund knotige Anschwellungen in der Haut. „Dirofilaria repens“ ist in Österreich bereits in einigen Bundesländern heimisch.

Leishmaniose- Infektion durch Sandmücken

Schäferhündin Cora machte vor sechs Monaten mit ihren Besitzern Ferien in Süditalien. Jetzt bietet sie ein Bild des Jammers: sie ist abgemagert und apathisch, das Fell ist stumpf und wirkt wie von Motten zerfressen. Die Ohrränder sind schuppig, das Krallenbett entzündet und die Krallen übermäßig lang. Laboruntersuchungen bestätigen den Verdacht des Tierarztes, dass Cora in Italien mit Leishmaniose infiziert wurde. Besonders im mediterranen Raum sorgen Sandmücken für eine zusätzliche Bedrohung. Sie übertragen die Erreger der Leishmaniose – eine überaus heimtückische Erkrankung, die sich erst Monate, manchmal sogar erst Jahre nach der Ansteckung zeigt. Die Erreger verbreiten sich nach dem Mückenstich zuerst in der Haut. Vor allem am Kopf entstehen Hautveränderungen wie Haarausfall, Juckreiz, starke Schuppenbildung bis hin zu Knoten mit eitrigen oder geschwürigen Veränderungen. Hochgradig gesteigertes Längenwachstum der Krallen ist feststellbar. Später werden auch die inneren Organe und das Knochenmark befallen. ReisekrankheitenOhne Behandlung sterben die Tiere. Eine Therapie ist langwierig, kostspielig und unbefriedigend. Die Hunde erscheinen zwar vorübergehend gesund, aber da die Erreger nicht vollständig abgetötet werden können, kommt es immer wieder zu neuen Krankheitsschüben und die Tiere müssen lebenslang behandelt werden. Leider gibt es auch schon in Österreich sehr viele Leishmaniose-positive Hunde. Leishmaniose gehört zu den Zoonosen, was bedeutet, dass eine Übertragung vom Tier auf den Menschen möglich ist. Weltweit sind zwölf Millionen Menschen an Leishmaniose erkrankt. Es ist daher wichtig zu wissen, dass erkrankte Individuen die Erreger nicht nur im Blut, sondern in jedem Gewebe des Organismus enthalten. So scheiden Hunde Leishmanien auch über Harn und Samen aus. Da Sandmücken nachtaktiv sind, sollte man Hunde in Risikogebieten niemals im Freien übernachten lassen.

Sicher schützen mit Advantix

Die beste Vorbeugung gegen Reisekrankheiten ist ein verlässlicher Schutz gegen Mücken und andere Ektoparasiten, wie Flöhe und Zecken. Da die Übertragung der Erreger der oben genannten Reisekrankheiten beim Blutsaugen erfolgt, muss dieses verhindert werden.ReisekrankheitenDas heißt, eine lediglich mückenabtötende Wirkung wäre zu wenig. Wirklich zuverlässig schützt nur ein parasitenabstoßendes (repellierendes) Mittel, das die Mücken abwehrt, bevor sie stechen. Gut bewährt haben sich Präparate mit dem Wirkstoff Permethrin, wie das Spot-on „Advantix“. Es wird nach dem Scheiteln des Haarkleides auf die Haut getropft und bewirkt, dass Stech- und Sandmücken die Flucht ergreifen, bevor es noch zum Stich kommt. Eine Erregerübertragung wird so wirkungsvoll verhindert. Das Spot-on wirkt auch abwehrend gegen Zecken und tötet Zecken und Flöhe ab. Advantix erhalten Sie bei Ihrem Tierarzt.

 

Dr. Herta Puttner / Fachtierärztin für Kleintiere