Raufereien hinterlassen ihre Spuren

raufereinen-hinterlassen-SpurenIn der warmen Jahreszeit verbringen Hunde und Katzen wesentlich mehr Zeit im Freien und unter Ihresgleichen als im Winter. Hunde genießen die langen Spaziergänge mit Herrchen und Frauchen und das vergnügte Herumtollen mit anderen Hunden. Katzen wiederum freuen sich darüber, ihr Revier zu kontrollieren und auf Mäusejagd zu gehen. Doch die sommerliche Freiheit hat auch ihre Nachteile: Durch das vermehrte Aufeinandertreffen der Vierbeiner gibt es auch mehr Raufereien. Und diese hinterlassen oft Spuren – bei Gewinnern und Verlierern. Kleine Verletzungen sind schnell gebissen oder gekratzt. Leider entwickeln sich aus auch noch so kleinen Biss- und Kratzwunden häufig Abszesse. Der Grund dafür ist, dass Bisswunden äußerlich oft kaum zu sehen sind, jedoch durch die Reißzähne tiefe Wundtaschen in die Tiefe gerissen werden. Da Hunde- und Katzenzähne stark verkeimt sind, gelangen diese Keime durch die kleine Wundöffnung in die Tiefe und vermehren sich dort schnell
und führen zur Bildung eines Abszesses. Anfangs sind Abszesse für den Tierhalter nicht leicht zu entdecken. Meist nimmt er zuerst beim Streicheln seines Lieblings eine Beule wahr, die derb und fest ist und sich im Laufe der Zeit vergrößert. Schließlich fühlt sie sich wärmer als der übrige Körper des Vierbeiners an, wird weich und gibt auf Druck nach. Gleichzeitig fällt auch die allgemeine Veränderung des Tieres auf: Es liegt den ganzen Tag müde und lustlos umher und verweigert die Nahrung. Auch Fieber kann sich einstellen.

Reife Abszesse spalten

Abszesse bei Hunden und Katzen öffnen sich nur höchst selten von alleine nach außen. Unbehandelt gefährden sie die Gesundheit des Vierbeiners. Denn die Bakterien und ihre Giftstoffe können sich über das Blut in alle Organe ausbreiten und vergiften den ganzen Organismus – es kommt zur lebensbedrohenden Blutvergiftung. Diese gefährliche Komplikation lässt sich nur durch rechtzeitige Behandlung verhindern. Der Tierarzt spaltet das Abszess mit einem raschen Schnitt, so dass der Eiter abfließen kann. Weiter muss das Tier antibiotisch versorgt werden. Wichtig ist, dass die Wunde durch regelmäßige Bäder – zum Beispiel mit Käsepappeltee – offen gehalten wird, damit Luft dazukommt und das Abszess von innen nach außen abheilen kann.

Gelegenheit für Raufereien  einschränken

Auch bei sehr behüteten Vierbeinern lassen sich gelegentliche Raufereien kaum vermeiden. Aber man kann zumindest versuchen, deren Häufigkeit zu vermindern. So ist zum Beispiel die Kastration ein wichtiger Beitrag, nicht nur ungehemmter Vermehrung vorzubeugen, sondern auch die Aggressionsfreudigkeit einzudämmen. Außer- dem sollte man darauf achten, Katzen zumindest nachts im Haus zu behalten. Denn nachts geraten die meisten Katzen einander ins Fell. Bei Hunden hilft nur, bekannte Raufer zu meiden und deren Besitzer zu bitten, ihrem Raufbold einen Beißkorb anzulegen – dies gilt natürlich auch für den eigenen Hund, wenn dieser rauflustig ist.

Bei Katzen sind Verletzungen  in Umgebung der Augen häufig

Raufereien sind vor allem bei Katzen Ursache für Abszesse. Rauf- freudige Kater tragen oft Verletzungen in Augennähe davon, die sich leicht mit Bakterien infizieren können. Wenn daraus Abszesse entstehen, bahnen sich diese einen Abfluss in den Bindehautsack. Meist ist nur ein Auge betroffen; der Eiter quillt dann wie bei einer eitrigen Bindehautentzündung zwischen den Lidern hervor. Oft haben die betroffenen Samtpfoten auch Fieber. Dann muss der Tierarzt ein- greifen. Er verabreicht Antibiotika und muss oft auch das Abszess chirurgisch öffnen, damit der Eiter ganz abfließen kann.