Mehr Platz für Hunde

Blasmusik, ein Festzelt, Festreden, Gelächter und Stimmengewirr! Die Eröffnung der neuen Hundezone in St Georgen an der Gusen bei Linz hat Volksfestcharakter. Die anwesenden Menschen – viele Hundebesitzer, aber auch hundelose Zeitgenossen – freuen sich über die großzügig angelegte Auslaufzone für Hunde. 3000 m² Grund hat die Gemeinde dafür zur Verfügung gestellt und dazu noch einen 1km langen Spazierweg am Fluss für Mensch und Hund. Bei der Ausstattung der Hundeauslaufzone wurde die Gemeinde vom Verein „Tierliebe“ sachkundig beraten. Der Verein wurde vor zwei Jahren gegründet und unterstützt offiziell anerkannte Tierheime mit Spenden. Jedes Jahr werden in der Vereinssitzung Projekte ausgewählt und danach zehn bis fünfzehn Tierheime mit Geld und Futter, das von der Firma Mars zur Verfügung gestellt wird, unterstützt. Der Verein „Tierliebe“ arbeitet auch mit Professor Troxler vom Institut für Tierschutz. der Veterinärmedizinischen Universität Wien zusammen. Dort wird derzeit eine wissenschaftliche Studie über die Evaluierung von Tierheimen in Österreich verfasst. Das Ziel dieser Evaluierung ist, dass alle Tierheime gewissen Anforderungen entsprechen müssen. Tierheime sind generell überfüllt, vor allem auch mit Hunden. Aber nicht nur Problemhunde werden ins Tierheim abgeschoben, sondern oft werden Hunde abgegeben, weil die Besitzer mit lebhaften Tieren, die sich nirgends auslaufen dürfen, überfordert sind. Um dem abzuhelfen, hat der Verein „Tierliebe“ vor einem halben Jahr die Initiative „Mehr Platz für Hunde“ ins Leben gerufen. Diese Initiative hat es sich zur Aufgabe gemacht, großzügige, gut ausgestattete Hundeauslaufzonen in ganz Österreich zu schaffen. Auf www.platzfuerhunde.at können Tierfreunde Vorschläge machen, wo Ihrer Meinung nach eine Hundeauslaufzone erwünscht und wichtig wäre. Der Verein setzt sich dann mit der zuständigen Gemeinde in Verbindung und steht dieser mit Rat und Tat – wenn nötig auch mit finanzieller Unterstützung – bei der Ausführung zur Seite.

Recht der Hunde auf Auslauf im Tierschutzgesetz verankert 

Das aktuelle Tierschutzgesetz schreibt zwar für die Haltung von Hunden vor, dass diesen mindestens einmal täglich ihrem Bewegungsbedürfnis entsprechend, ausreichend Gelegenheit zum Auslauf gegeben werden muss. Aber die Frage ist: Wo sollen sie laufen und spielen? Müssen Hunde doch fast überall an der Leine geführt werden! Der spielerische Kontakt mit Artgenossen kann so nicht stattfinden und die für eine gesunde Psyche des Hundes nötige Sozialisierung unterbleibt. Problemhunde, die schließlich im Tierheim landen, können das Ergebnis sein. Die Initiative „Mehr Platz für Hunde“ packt das Übel an der Wurzel und schafft mehr Auslaufzonen für Hunde. Damit diese auch wirklich hochwertig werden und allen Bedürfnissen von Tier und Mensch entsprechen, werden regelmäßig Expertenmeinungen eingeholt, aber auch jede
Anregung von Hundebesitzern ist willkommen. Anerkannte Tierschutzexperten und Wissenschaftler, wie z.B. Prof. Dr. Kurt Kotrschal unterstützen die Initiative.

Hund und Besitzer sollen sich wohlfühlen
Damit sich in den Hundezonen Vierbeiner und Menschen wohlfühlen, muss bei der Planung und Ausstattung der Anlage einiges bedacht werden. Je größer die Hundezone, desto besser. Die Initiative „Mehr Platz für Hunde“ strebt eine Größe von mindestens 3000 m² an. Grasboden, Baumbestand und Sträucher geben den Tieren die Möglichkeit, in natürlicher Umgebung umherzutollen, durchs Gebüsch zu streifen oder einfach im Schatten zu ruhen. Hundetränken stillen den Durst der Vierbeiner und Parkbänke laden Herrchen und Frauchen zum Rasten und Plaudern ein. Wenn es die Größe des Platzes erlaubt, werden auch Agility-Parcours für den Hundesport eingeplant. Begrünte Zäune in der Höhe von 110 bis 170 cm grenzen die Hundezone nach außen ab. Selbstschließende, bis zum Boden reichende Türen sorgen dafür, dass kein Vierbeiner durch eine versehentlich nicht geschlossene Tür auf die Straße läuft. Da genügend Sackerlspender, Papierkörbe und kleine Schaufeln zum Wegräumen des Hundekotes zur Verfügung stehen, bleiben
die Hundezonen blitzsauber. In jeder vom Verein „Tierliebe“ geschaffenen Hundezone gibt es eine Tafel mit Verhaltensregeln, die Hundehaltern, aber auch hundelosen Menschen, eine Richtlinie
für das richtige Verhalten in der Hundezone und den richtigen Umgang mit fremden Vierbeinern gibt. An bestimmten Tagen steht kostenlos ein Hundetrainer zur Verfügung, der bei kleinen Problemen im Umgang mit dem Hund berät, aber auch gerne Nichthundebesitzern erklärt, wie man sich einem Hund nähert.

Wie Sie die Initiative unterstützen können
Eine wichtige Form der Unterstützung ist Ihre Stimmabgabe auf www.platzfuerhunde.at. Der Verein Tierliebe garantiert für jede Stimme die Schaffung von mindestens 1m² neuer Hundezone. Um arbeiten zu können, braucht der Verein „Tierliebe“ auch Geld. Spenden bitte auch Sie auf das Konto Nummer 52956 014 301 bei der Bank Austria, BLZ 12000. Da alle Mitarbeiter des Vereins und der Initiative ehrenamtlich arbeiten und sämtliche Büro- und Administrationskosten von Pedigree (Firma Mars) getragen werden, kommen wirklich alle Spendengelder den Tieren in den Tierheimen und der Schaffung neuer Hundezonen zugute. „Mehr Platz für Hunde“ war in dem kurzen Zeitraum seit seiner Gründung im Mai 2010 bis jetzt schon sehr erfolgreich: Zehn neue Hundeauslaufzonen wurden in nur einem halben Jahr über Österreich verteilt errichtet. Aber es gibt noch viel zu tun! Denn für schätzungsweise 700.000 Hunde, die in österreichischen Haushalten leben, gibt es insgesamt nur um die 170 Hundezonen. Davon sind rund 130 in Wien und nur 40 im übrigen Österreich. Bitte helfen Sie mit, diesen Missstand zu ändern!