Lebensgefährliche Magenerweiterung

Wenn Kaninchen plötzlich zu fressen aufhörenDie Magenerweiterung gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Magendarmtraktes beim Kaninchen und führt bei nicht zeitgerechtem therapeutischem Eingreifen oft zum Tod des Tieres. Die Ursachen für eine Magenerweiterung sind vielfältig: Verlegungen des Darms durch Haarballen oder Teppichfasern, eingeklemmte Därme bei einem Bruch, Tumore oder auch Verklebungen nach Kastrationen oder anderen Bauchoperationen können die Ursache sein. Da in allen diesen Fällen der Darm nicht mehr durchgängig ist, vergrößert sich der Magen und es kommt zur Gasansammlung im Magen.

Alarmsignale beachten

Von Magenerweiterung betroffene Tiere hören plötzlich zu fressen auf, sind apathisch und unruhig. Sie versuchen sichtlich eine Körperhaltung einzunehmen, die die Schmerzen lindert. Manche betroffenen Kaninchen zeigen aufgrund der Schmerzen auch Atemnot. Beim Auftreten dieser Symptome sollte unverzüglich der Tierarzt aufgesucht werden. Dieser stellt die Diagnose anhand einer Röntgenaufnahme, stellt Untertemperatur als erstes Anzeichen eines Schocks fest und kann den erweiterten Magen auch als große, pralle Umfangsvermehrung tasten. Das Abtasten des Bauches muss jedoch äußerst vorsichtig erfolgen, da es bei einem prall aufgeblähten Magen bei zu großem Druck zur Ruptur des Magens kommen könnte.

Wichtig: Schocktherapie und Flüssigkeitsersatz

Das schwerkranke Kaninchen benötigt Infusionen zur Schocktherapie. Bei Untertemperatur kommen Wärmematten oder Rotlicht zum Einsatz, um die Körpertemperatur wieder anzuheben. Schmerzmittel wirken nicht nur schmerzlindernd, sondern entspannen auch die glatte Muskulatur. Anschließend kann medikamentös die Darmtätigkeit angeregt werden, sodass sich der Magen entleert und die Kaninchen wieder zu fressen beginnen. Wenn trotz Therapie kein Erfolg eintritt, muss eine Operation in Erwägung gezogen werden. Dies ist meist dann der Fall, wenn Tumore, Verklebungen oder Brüche die Ursache für die Magenerweiterung sind. Leider überleben viele Kaninchen die Operation nicht.

Gegen Haarballen vorbeugen

Um eine Verlegung des Darmes mit Haarballen zu verhindern, empfiehlt sich das tägliche Bürsten des Kaninchens, um lose Haare zu entfernen. Wenn Kaninchen gerne Fasern aus Teppichen zupfen, sollte entweder auf den Teppich verzichtet werden oder das Kaninchen aus diesem Raum ausgesperrt werden. Auf ausreichende Bewegung und eine artgerechte Ernährung mit viel Heu und Grünfutter muss geachtet werden.