Krankheitsüberträger Stechmücke

Über vierzig Gelsen-Arten bedrohen die Gesundheit unserer Hunde

An die 3000 Arten von Stechmücken besiedeln die Erde, 49 davon surren in Österreich. Abgesehen vom Juckreiz, den sie verursachen, übertragen diese lästigen Insekten gefährliche Krankheiten auf Mensch und Tier. Aber während die Aufklärung über die gesundheitliche Gefährdung von Hunden durch Zecken und Flöhe bei den Tierhaltern bereits angekommen ist, glauben noch immer viele Hundehalter, dass Gelsen zwar unangenehm und lästig, jedoch nicht gesundheitsschädlich sind. Vor allem unsere heimischen Gelsen werden in Bezug auf ihr krankmachendes Potenzial grob unterschätzt. Kaum jemand weiß auch, dass bei Stechmücken wenige Sekunden ausreichen, um Hunde und auch Menschen mit lebensbedrohenden Erkrankungen anzustecken, während Zecken für eine volle Blutmahlzeit mehrere Tage benötigen und Krankheitserreger oft erst nach stundenlangem Blutsaugen übertragen – Borrelioseerreger zum Beispiel erst sechs bis 24 Stunden nach dem Einstich.

Typisierung nach Lebensform

  • Haus-Gelsen überwintern als typische Kulturfolger in Häusern.  Im Frühling legen die Weibchen dann in nahe gelegenen Wasserbehältern, wie zum Beispiel Regentonnen ihre Eier ab, aus denen sich pro Saison mehrere Generationen mit bis zu einer Milliarde Gelsen entwickeln können.
  • Überschwemmungs-Gelsen legen die Eier in ausgetrockneten Schlamm in Überschwemmungsgebieten ab und es kann Jahre dauern, bis sie sich nach einem Hochwasser explosionsartig entwickeln.
  • Malaria-Mücken (Fieber-Mücken) findet man sowohl in menschlichen Behausungen, als auch in Ställen. Sie übertragen Malaria nicht nur in tropischen Gefilden, sondern ebenso in unseren Breiten.
  • Invasive Gelsen sind Gelsen-Arten, die im Zuge der Globalisierung aus südlich-tropischen Gegenden und aus ostasiatischen Ländern importiert wurden und sich unserem Klima sehr gut angepasst haben. So ist die Asiatische Buschmücke in Österreich in mehreren Bundesländern (Kärnten, Steiermark, Burgenland, Niederösterreich und Vorarlberg) bereits heimisch geworden und fungiert als potentieller Überträger des West-Nil-Virus. Eine besonders gefährliche invasive Gelse ist die Asiatische Tigermücke. Sie gilt als eine der schlimmsten invasiven Arten und kann – begünstigt durch die milden Winter – zur echten Gefahr werden. Wie viele Stechmücken überträgt auch die Tigermücke Haut- und Herzwürmer, aber auch das West-Nil-Virus, das Gelbfiebervirus, die Erreger des Dengue-Fiebers und des Chikungunja-Fiebers sowie die Erreger der St. Louis-Enzephalitis. Übrigens handelt es sich nicht bei jeder Mücke mit Streifen an den Beinen um eine asiatische Tigermücke – etwa die Hälfte der 49 heimischen Stechmückenarten hat ebenfalls gestreifte Beine. Auch Sandfliegen (Schmetterlingsmücken), die es bis vor wenigen Jahren vor allem im mediterranen Raum gab, findet man nun – dank der Klimaerwärmung – ebenfalls schon in Österreich. Sandfliegen übertragen die Erreger der Leishmaniose, einer überaus heimtückische Erkrankung, die sich erst Monate, manchmal sogar erst Jahre nach der Ansteckung zeigt. Die Erreger verbreiten sich nach dem Mückenstich zuerst in der Haut. Vor allem am Kopf entstehen Hautveränderungen wie Haarausfall, Juckreiz, starke Schuppenbildung bis hin zu Knoten mit eitrigen oder geschwürigen Veränderungen. Hochgradig gesteigertes Längenwachstum der Krallen ist feststellbar. Später werden auch die inneren Organe und das Knochenmark befallen. Ohne Behandlung sterben die Tiere. Eine Therapie ist langwierig, kostspielig und unbefriedigend. Die Hunde erscheinen zwar vorübergehend gesund, aber da die Erreger nicht vollständig abgetötet werden können, kommt es immer wieder zu neuen Krankheitsschüben, und die Tiere müssen lebenslang behandelt werden. Leider gibt es auch schon in Österreich sehr viele Leishmaniose-positive Hunde. Leishmaniose gehört zu den Zoonosen, was bedeutet, dass eine Übertragung vom Tier auf den Menschen möglich ist. Weltweit sind zwölf Millionen Menschen an Leishmaniose erkrankt. Es ist daher wichtig zu wissen, dass erkrankte Individuen die Erreger nicht nur im Blut, sondern in jedem Gewebe des Organismus enthalten. So scheiden Hunde Leishmanien auch über Harn und Samen aus.

Wichtig: Da Sandmücken nachtaktiv sind, sollte man Hunde in Risikogebieten niemals im Freien übernachten lassen.

Das West-Nil-Virus verursacht Fieber und grippeähnliche Erscheinungen sowie in einigen Fällen auch Entzündungen der Hirnhäute und des Gehirns. Am häufigsten davon betroffen sind Vögel und Pferde, aber auch Menschen erkranken daran. Obwohl 1999 in Nordamerika Fälle von am West-Nil-Virus erkrankten Hunden dokumentiert wurden, bleiben infizierte Hunde meist symptomlos, stellen aber ein Virus-Reservoir dar. Trotz der massiven Verbreitung invasiver Mückenarten sind in Österreich noch immer die ganz normalen, heimischen Gelsen die Hauptüberträger vom West-Nil-Virus.

Alle Stechmücken übertragen Haut- und Herzwürmer

Egal welche Gelsenart zusticht, jede kommt als Überträger von Haut- und Herzwürmern in Frage – auch unsere ganz normalen, heimischen Gelsen!

Privatdozent Dr. Michael Leschnik von der Veterinärmedizinischen Universität Wien erklärt dazu: „Der Hautwurm (Dirofilaria repens) ist in Österreich bereits heimisch, wobei Ostösterreich mit den Bezirken Gänserndorf und Neusiedl am See besonders stark betroffen ist. Hautwürmer werden bis zu 17 cm lang und leben vorzugsweise in den tiefen Hautschichten der betroffenen Hunde, wo sie mehrere Jahre überleben können. Viele Hunde zeigen nach einer Infektion keinerlei Krankheitserscheinungen, die Infektion bleibt unbemerkt. In einigen Fällen treten jedoch walnuss- bis hühnereigroße Hautknoten auf, in deren Zentrum sich ausgewachsene Würmer befinden. Hochgradiger Juckreiz, großflächige Hautentzündungen und Haarverlust fallen auf. Der Hautwurm kann vom Tier auf den Menschen übertragen werden, ist also auch für den Menschen von Bedeutung. Bei diesem treten die Würmer häufig in der Bindehaut des Auges auf oder verursachen ähnlich wie beim Hund knotige Anschwellungen in der Haut.

Der Herzwurm (Dirofilaria immitis) ist bei uns zwar noch nicht heimisch, aber das ist wohl nur mehr eine Frage der Zeit – die Anzahl der vierbeinigen Herzwurmpatienten in Österreich steigt massiv an. Der Hauptgrund dafür ist der noch immer steigende Import von Tierschutzhunden aus unseren östlichen Nachbarländern. Importierte Welpen sind meist noch nicht infiziert, das Problem liegt bei den erwachsenen Hunden: Sehr oft zeigen sie keine oder nur sehr schwache Symptome, obwohl sie infiziert sind; ihre neuen Besitzer halten sie daher für gesund und unternehmen nichts. Da Herzwürmer sechs bis sieben Jahre alt werden, treten erst im späteren Hundeleben Symptome auf und die vielen unerkannten vierbeinigen Herzwurmpatienten stellen eine Gefahr auch für den Menschen dar. Haben sie doch Larven im Blut, die durch Gelsenstiche auf andere Hunde, aber auch Menschen übertragen werden. Die Herzwurmlarven dringen dann in die Blutbahn ein und gelangen beim Hund bis ins Herz. Die erwachsenen Herzwürmer, die bis zu 30 cm lang werden, verstopfen die rechte Herzkammer und die Lungenarterie. Herzerweiterung und Lungenthrombosen sind die Folge. Die betroffenen Vierbeiner sind matt, leiden an Atemnot, Husten, Leberstauung, Bauchwasser und Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen. Die Behandlung der Herzwurmkrankheit ist zwar möglich, aber schwierig und für die Hunde gefährlich. Da der Mensch nicht der Zielwirt ist, verirren sich die Herzwürmer im Körper des Menschen und bilden Granulome (knötchenförmige Neubildungen) in unterschiedlichen Organen. Um es nicht zu einem endemischen (gehäuften) Auftreten der Herzwurmkrankheit in Österreich kommen zu lassen, muss es zum Standard werden, dass jeder aus östlichen Tierheimen oder aus dem Süden importierte Hund auf Herzwurmbefall getestet wird.“

„Reisekrankheiten“ gibt´s jetzt schon zuhause

Hunde müssen nicht mehr verreisen, um sich mit den Erregern der sogenannten „Reisekrankheiten“ anzustecken. Dazu zählen Herz- und Hautwurmkrankheit, Leishmaniose und einige von Zecken übertragene, gefährliche Erkrankungen, wie beispielsweise Hundemalaria. Heutzutage können sich Vierbeiner mit den meisten dieser Erreger auch schon zuhause infizieren. Schutz des vierbeinigen Gefährten gegen Stechmücken, Sandfliegen, Zecken und Flöhe mit einem geeigneten Spot-on-Präparat muss daher nicht nur auf Reisen, sondern auch zuhause selbstverständlich sein.

2-Komponenten-Spot-on für sicheren Schutz auch gegen Mücken

Um Hunde zuverlässig vor den durch Flöhe, Zecken und Stechmücken übertragenen Krankheiten zu schützen, ist es notwendig, diese Parasiten und Lästlinge erst gar nicht zum Blutsaugen kommen zu lassen. Erfolgt doch beim Saugakt die Übertragung der Erreger – bei Stechmücken in Sekundenschnelle! Es ist daher wichtig, dass Spot-ons, die auch gegen Mückenstiche schützen sollen, zusätzlich zum Insekten abtötenden noch einen repellierenden (abschreckenden) Wirkstoff enthalten. Das darauf ausgerichtete 2-Komponenten-Spot-on enthält daher zwei unterschiedliche Inhaltsstoffe: Fipronil, das Flöhe und Zecken zuverlässig abtötet, und Permethrin, welches repellent ( abschreckend) auf alle Insekten wirkt. Diese abschreckende Wirkung hat zur Folge, dass die Insekten erst gar nicht mit dem Blutsaugen beginnen, da sie sich am durch das Spot-on geschützten Tier wie auf einer heißen Herdplatte fühlen (Hot feet effekt) und sofort herunterfallen. Das heißt, die Stechmücken werden abgewehrt, bevor sie stechen! Eine Übertragung von Krankheitserregern ist daher nicht möglich.

Das Spot-on mit repellierender Wirkung reduziert auch die Wahrscheinlichkeit, dass Tierhalter eine Zecke auf dem Tier finden oder dass Zecken und Flöhe durch das Tier ins Haus gebracht werden. Auch lokale Hautirritationen durch Zecken- und Flohbisse oder durch Mückenstiche werden verhindert.

Wichtig: Das 2-Komponenten-Spot-on darf bei Katzen und Kaninchen nicht verwendet werden, da Samtpfoten und Langohren den Wirkstoff Permethrin nicht vertragen!