Kranke Chinchillas

Kranke Chinchillas
Chinchillas stammen aus den südamerikanischen Anden und ernähren sich in der freien Natur hauptsächlich von karger Kost wie Steppengräsern oder Rinde. Daher sollte auch beim Heimtier Chinchilla der Hauptbestandteil der täglichen Nahrung Heu sein. Durch das ständige Kauen werden die Zähne optimal abgenützt. Als Pellets dürfen ausschließlich Chinchilla-Pellets ver- füttert werden – keine Meerschweinchen- oder Kaninchenpellets verwenden. Grünfutter nur in kleinen Mengen dosiert anbieten. Als Leckerbissen können hie und da getrockneter Apfel oder Ha- gebutten, getrocknete Kräuter (z.B. Löwenzahn oder Mariendistel) und Blüten verabreicht werden.

Zahn- und Durchfallerkrankungen oft gleichzeitig
Chinchillas haben dunkelgelb bis orange gefärbte Schneidezähne. Wie bei Meerschweinchen und Degus wachsen auch beim Chin- chilla die Zähne lebenslang. Durch Zahnfehlstellungen, Kiefer- deformationen, falsche Fütterung und mangelndem Zahnabrieb – bedingt durch Einstellen der Futteraufnahme und ungenügende Fütterung von grobstrukturierter Rohfaser – kann es zu überlangen Schneide- oder Backenzähnen und Zahnspitzen kommen, die re- gelmäßig vom Tierarzt korrigiert werden müssen. Ein Ungleichgewicht im Mineralstoffhaushalt bewirkt eine Ent- färbung der Schneidezähne, die auch ihre Festigkeit verlieren, so dass Keime leichter eindringen und Entzündungen hervorrufen können. Ein Anzeichen für Zahnerkrankungen ist, dass die Tiere – trotz Interesse am Futter – dieses nach wenigen vorsichtigen Kau- versuchen liegen lassen oder auffallend viel Zeit für den Kauvorgang benötigen. Auch Durchfall kann ein Hinweis auf eine Zahnerkrankung sein. Zur veränderten Kotbeschaffenheit kommt es, weil die Tierchen weniger intensiv kauen und größere Futterstücke schlucken, was zu krankhaften Gärungspro- zessen im Darm führt. Auch wird bei Zahnerkrankungen bevor- zugt weicheres, rohfaserarmes Futter aufgenommen, wodurch sich die Darmflora verändert und instabil wird. Zahnprobleme führen zu übermäßigem Speichelfluss, welcher das Fell ums Maul, am Hals und an der Vorderbrust verklebt. Zahnkorrekturen und Kürzen zu langer Zähne nur vom Tierarzt machen lassen.

Fell- und Hautprobleme
Wenn Chinchillas unter Stress stehen, zum Beispiel wenn sie ange- griffen werden, verlieren sie oft büschelweise Haare. Die darunter liegende Haut erscheint jedoch sauber und glatt. Das Nachwach- sen der Haare kann mehrere Monate dauern. Leider kann auch der Besuch beim Tierarzt derartigen Stress erzeugen. Ein anderes Problem ist das sogenannte „Fellbeißen“. Dabei rupft und beißt das Tierchen entweder sein eigenes Fell oder das eines anderen Chinchillas aus. Schlussendlich sehen die Tiere aus wie von Motten zerfressen. Über die Ursache dieses Verhaltens ist man sich noch nicht ganz im Klaren, aber man vermutet, dass Fütte- rungsfehler, wie ein zu geringer Rohfaseranteil in der Nahrung, eine Rolle spielen. Auch Langeweile und verschmutztes Fell (unge- eignete Sandbäder!) fördern dieses Problem. Bakterielle Infektionen der Haut entstehen oft nach Bissverletzungen – Chin- chillas agieren bei Rangord- nungskämpfen ausgespro- chen brutal – und müssen vom Tierarzt antibiotisch versorgt werden.