Katzenseuche – gefährlich wie eh und je!

KatzenseucheIn den letzten Jahren wurde viel mehr über die Parvovirose des Hundes – im Volksmund auch Katzenseuche des Hundes genannt – gesprochen und publiziert als über die Parvovirose (Katzenseuche) der Katzen. Es ist jedoch wichtig, dass sich Katzenhalter der Gefährlichkeit dieser Erkrankung bewusst sind und dementsprechend Vorsorge für ihre Tiere treffen. Das den Hund betreffende Canine Parvovirus und das Feline Parvovirus der Katze sind eng verwandt, wobei Katzen jedoch auch am Caninen Parvovirus erkranken können. Das Feline Parvo-Virus (FPV), ist ein sehr widerstandsfähiges, in der Umwelt überdurchschnittlich lange überlebensfähiges und hoch ansteckendes Virus. Es kann in der Außenwelt im Kot fünf bis zehn Monate lang überleben. Durch diese extrem hohe Anpassungsfähigkeit des Virus an jede beliebige Umgebung stellt die Katzenseuche nach wie vor eine wichtige Erkrankung der Gegenwart dar. Die Übertragung erfolgt entweder direkt von Tier zu Tier oder indirekt über Gegenstände wie Schuhe, Kleidung Futtergefäße, Liegeplätze und vieles mehr. Wobei der Übertragung des Virus über Gegenstände große Bedeutung zukommt diovan online.

Wie sich die Erkrankung zeigt

Nach einer Inkubationsperiode (Dauer von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) von 2 bis 10 Tagen entwickeln sich die klinischen Symptome: Mattigkeit, Abgeschlagenheit, Futterverweigerung, Fieber, Erbrechen und Durchfall. Das Virus zerstört vor allem Zellen, die sich besonders schnell teilen wie Abwehrzellen im Blut, aber auch Magen- und Darmzellen. Wegen der dadurch häufig dramatischen Verminderung der weißen Blutzellen wird die Erkrankung auch als Panleukopenie und der Erreger auch als Felines Panleukopenie-Virus bezeichnet. Die Tiere leiden unter heftigen Brechdurchfällen und wegen des stark geschwächten Immunsystems besteht die Gefahr der Blutvergiftung. In hoch akuten Fällen kann es jedoch auch zu einem perakuten Verlauf kommen, in welchem die Katzen sterben, ohne vorher klinische Symptome entwickelt zu haben.

Rückblickende Studie über Verlauf, Therapie und Überlebensraten

In der Vergangenheit wurde die Prognose von erkrankten Katzen als schlecht, mit Sterberaten bis zu 90% mit einem seuchenhaften Auftreten beschrieben. Bis heute ist jedoch wenig über prognostische Faktoren bei der Felinen Panleukopenie beziehungsweise über Sterberaten bei intensiv therapierten Katzen bekannt. An der Abteilung Interne Medizin für Kleintiere der Vetmeduni Wien wurde eine rückblickende Studie durchgeführt, um den Verlauf, die Therapie und die Überlebensraten von österreichischen Katzen zu evaluieren. Dabei wurde der Verlauf von 73 Patienten mit Katzenseuche ausgewertet. Das Alter der Tiere betrug durchschnittlich 3 Monate, die Altersspanne in der die Erkrankung auftrat, reichte jedoch von 1 Monat bis zu 10 Jahren. Es wurde festgestellt, dass Katzen mit absoluter Futterverweigerung, Untertemperatur, starker Entwässerung des Körpers (Dehydratation), schlechtem Ernährungszustand und schlechten Blutwerten (vor allem Verminderung von Lymphozyten und Blutplättchen) eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit hatten, an der Krankheit zu sterben. Die Therapie mit Immunseren (Antikörper) gegen das Panleukopenievirus verbesserte die Überlebenschance. Die durchschnittliche Spitalsaufenthaltsdauer betrug 5 Tage, die Sterberate intensiv therapierter Katzen lag bei 49 Prozent. Junge Welpen hatten in unserer Studie die gleiche Wahrscheinlichkeit zu überleben wie bereits ältere Tiere. Mit einer Überlebensrate von 51% scheint daher die Prognose günstiger zu sein, als es in der Vergangenheit beschrieben wurde.

Mit der Impfung vorbeugen

Die wirksamste Prophylaxe gegen Katzenseuche ist die Impfung. Aufgrund der langen Überlebensrate des Virus und der Übertragung durch unbelebte Gegenstände wird von der „Europäischen Expertengruppe für Infektionserkrankungen der Katzen“ eine Impfung auch für strikt in der Wohnung gehaltene Katzen empfohlen. Die Grundimmunisierung sollte bereits im Welpenalter erfolgen und aus einer Impfung im Alter von acht bis neun Wochen sowie einer weiteren Impfung im Alter von zwölf Wochen und einer Nachimpfung nach einem Jahr bestehen. Anschließend kann das Impfintervall individuell an das jeweilige Tier angepasst und auf drei Jahre verlängert werden.