Impfen als Akt der Solidarität

Vorsorge als Verantwortung des Einzelnen für die Gemeinschaft

Eine Impfung schützt nicht nur das einzelne Individuum, sondern die Impfung als eine der bedeutendsten Errungenschaften der modernen Medizin bewirkt weit mehr als gemeinhin angenommen wird: Je mehr Individuen einer Population geimpft sind, desto größer ist auch der Schutz für Nichtgeimpfte! Das gilt für Mensch und Tier gleichermaßen und zeigt, dass die Entscheidung FÜR die Impfung mehr ist als Privatsache. Impfen ist ein Akt der Solidarität und Menschlichkeit, denn mit der Entscheidung zum Impfen kommen wir unserer Verantwortung nach: zum Schutz des uns anvertrauten Lebens und darüber hinaus zum Schutz der Gemeinschaft und all jener, die aus Alters- oder medizinischen Gründen nicht impffähig sind. Und die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, ist eine, wenn nicht die entscheidende Komponente, die den Menschen definiert und damit in letzter Konsequenz seine Menschlichkeit ausmacht.

Impfen ist gelebter Tierschutz

In der Humanmedizin geht man davon aus, dass eine Durchimpfungsrate der Bevölkerung von 95% ausreicht, um einen nahezu hundertprozentigen Krankheitsschutz aller zu erreichen, denn die Impfung des Einzelnen schützt auch die Immunität der anderen. Das ist bei unseren Haustieren ganz genauso und schützt auch hier vor allem jene Individuen, die nicht geimpft werden können, weil sie entweder zu jung, zu alt oder krank sind. So erklärt der verantwortungsvolle Tierarzt immer wieder aufs Neue, dass im Sinne des Gemeinschaftsschutzes so viele Tiere wie möglich geimpft werden sollten!

Geimpfte Individuen schützen
die Gemeinschaft

Jede Impfung bedeutet eine doppelte Schutzmaßnahme: Zum einen kann der Geimpfte selbst nicht ernsthaft erkranken und zum anderen sinkt damit das Risiko, dass er ein anderes Individuum ansteckt, um ein Vielfaches. Denn wenn viele Individuen der Gesamtpopulation geimpft sind, können sich die Krankheitserreger nur mehr sehr eingeschränkt ausbreiten. Wenn Hunde und Katzen an einer Infektionskrankheit leiden, scheiden sie zudem in den weitaus meisten Fällen eine Vielzahl von Erregern aus und werden damit zur Infektionsquelle für andere Tiere. Bei geimpften Tieren ist die Anzahl der ausgeschiedenen Infektionserreger aber derart gering, dass dadurch die weitere Ausbreitung entscheidend begrenzt wird. Geimpfte Tiere tragen maßgeblich dazu bei, dass immer weniger Krankheitserreger in die Umwelt gelangen und infolgedessen das Infektionsrisiko für alle Individuen – auch die ungeimpften! – sinkt.

Impfen hat sozialen Aspekt

Impfdiskussionen sind Wohlstandsdiskussionen. Darüber hinaus bestätigte erst jüngst eine Studie der Universität Erfurt, dass die Impfbereitschaft im Humanbereich beispielsweise in asiatischen Ländern generell höher ist. Die Forscher erklären diesen Unterschied mit soziologischen Unterschieden, denn in vielen asiatischen Gesellschaften hat die Gemeinschaft einen sehr viel höheren Stellenwert als in westlichen Ländern, in denen in weiten Teilen der Gesellschaft das individuelle Wohlergehen des Einzelnen im Mittelpunkt des Interesses steht.
Dieser soziale Aspekt der Impfbereitschaft sollte gerade Tierhalter besonders ansprechen, denn Gemeinschaftssinn und Solidarität werden auf der Hundewiese oder im virtuellen Katzenforum intensiv gepflegt. Wir haben auch bei unseren Haustieren, die wir heute als Teil unserer menschlichen Gemeinschaft betrachten, den darwinistischen Ansatz, dass nur die Stärksten ein Lebensrecht haben, längst hinter uns gelassen und wissen um unsere Verantwortung als Teil unseres Menschseins. Jeder geimpfte Hund schützt den entzückenden kleinen Welpen, den ergrauten weisen Senior oder den erkrankten Hund unserer besten Freundin, der nicht impffähig ist. Impfen hat somit einen sozialen
Effekt und ist gelebte Verantwortung.