Husten Schnupfen Heiserkeit

Winterliche Erkältung betrifft  auch Hund und Katze!

Wenn es draußen kalt und nass wird, haben nicht nur wir Menschen mit Erkältungen und Gliederschmerzen zu kämpfen. Auch Hund und Katze haben ähnliche Probleme, was Herrchen und Frauchen manchmal zur Verzweiflung bringt. Chronischer Husten, Schnarchen und Durchfall sind häufig mit der kalten und nassen Jahreszeit verbunden. Obwohl eine Erkältung mit Schnupfen, rinnender Nase und etwas Husten zwar keine lebensbedrohende Erkrankung ist, sollte durch eine rechtzeitige Therapie Schlimmeres verhindert werden. Inhalieren hilft auch Vierbeinern Typische Symptome der Erkältung sind rinnende Nase, tränende Augen oder bellender Husten. Zuerst ist der Ausfluss aus Nase und Augen noch klar, der Husten selten und das Allgemeinbefinden nicht gestört. Die Schleimhäute können etwas gerötet sein und der Tierarzt sieht im Rachen geschwollene und entzündete Mandeln. Als Erstmaßnahme sollte mit einer Inhalationstherapie begonnen werden. Dazu wird ein Topf mit dampfendem Wasser so platziert, dass das Haustier den Wasserdampf einatmen kann. Wenn es nicht anders geht, können Katzen für 10 Minuten in einen geräumigen Katzenkäfig gesperrt werden. Hierbei ist es wichtig, dass dem Tier durch den Wasserdampf nicht zu heiß wird, da es ja nicht ausweichen kann. Hunde sollten mit dem Besitzer am Boden zwischen zwei Stühlen Platz nehmen. Der dampfende Wassertopf wird jetzt direkt davor aufgestellt und ein großes Tuch über beide Sesseln gelegt. In diesem ‚Zelt‘ kann der Hund jetzt ebenfalls für 10 Minuten gemeinsam mit Herrchen oder Frauchen inhalieren. Das Ergebnis dieser bis zu zweimal täglich durchgeführten Therapie ist die Verflüssigung des zähflüssigen Schleimes im Bereich der Atemwege, der dadurch leichter abgehustet oder mit dem Niesen aus der Nasenhöhle entfernt werden kann. Zusätzlich sollte man darauf achten, die Spaziergänge bei sehr kaltem Wetter nicht zu lange auszudehnen. Ein Schal oder ein Hundemantel kann den Körper vor Kälte und Nässe schützen – zur Not kann auch ein T-Shirt diese Funktion übernehmen. Nach dem Spaziergang unbedingt das Fell mit einem Handtuch abtrocknen!

Wenn die Erkältung schlimmer wird

Sobald jedoch später Bakterien mit im Spiel sind, wird der Nasen- oder Augenausfluss eitrig gelb und zähflüssig. Der Husten kann jetzt gehäuft auftreten und bis zur Atemnot führen; die Tiere machen einen kranken Eindruck. Der Appetit lässt nach und besonders bei Tieren mit kurzer Nase (Mops, Perserkatze) kann ein lästiges Schnarchen den Schlaf rauben. Nun sollte schnell der Tierarzt aufgesucht werden, damit durch eine genaue Untersuchung die Ursache der Erkältung abgeklärt wird.

Zumeist sind Medikamente notwendig, um das Übergreifen der Infektion auf die Lunge zu vermeiden. Inhalationen können aber auch in diesem fortgeschrittenen Stadium noch nützlich sein. Auch Fieber im Zusammenhang mit Erkältungssymptomen sollte vom Tierarzt weiter abgeklärt werden, bzw. ein wiederholtes und gehäuftes Auftreten von Erkältungssymptomen.

Schneefressen macht krank

Wenn die Erkältung schlimmer wird

Die meisten Hunde lieben Schnee. Manche so sehr, dass sie am liebsten in jede Schneeflocke hineinbeissen möchten und bei jeder Gelegenheit Schnee fressen – der leider manchmal auch verunreinigt ist. Dieses Verhalten ist zwar nicht vernünftig, aber offensichtlich macht es Spaß. Was unsere lieben Vierbeiner dabei aber nicht bedenken, sind die unangenehmen Konsequenzen: Mandelentzündung und Gastritis sind eine häufige Folge vom Schneefressen. Hier hilft nur ein rasches Stop-Kommando oder der abgedichtete Beißkorb. Gegen die Mandelentzündung verordnet der Tierarzt eine desinfizierende Haftpaste. Diese wird dem Tier ins Maul geschmiert und haftet an den entzündeten Stellen im Maul und Rachen. Die Paste schmeckt zwar nicht gut, tötet aber dafür die Bakterien ab. Bei allzu häufiger Aufnahme von Eis und Schnee sind chronische Erkrankungen die Folge, die dann auch mit Medikamenten nur schwer in den Griff zu bekommen sind. Genau wie beim Menschen kann eine chronische Mandelentzündung die chirurgische Entfernung der Mandeln notwendig machen. Bei Hunden ist therapieresistenter Husten manchmal auch durch eine Bindegewebsschwäche der Luftröhre bedingt. Dabei kommt es zu einer Verengung der Luftröhre mit Husten und Atemnot. Bei Katzen können häufige und wiederholte Hustenattacken ein Hinweis auf Asthma und/oder chronische Bronchitis sein. In diesem Fall gelangt der Tierarzt mit Röntgenuntersuchung und Bronchoskopie zur Diagnose und kann dann eine entsprechende Therapie wählen.

Blutiger Durchfall erfordert rasche und intensive Therapie

Vor allem bei kleineren Hunderassen tritt in der kalten Jahreszeit vermehrt eine Darmentzündung mit dramatischem Verlauf auf. Die Hunde bekommen plötzlich heftigen blutigen und dünnflüssigen Durchfall und müssen dauernd hinaus. Für den Besitzer sieht der scheinbare Blutverlust dramatisch aus. Die eigentliche Gefahr resultiert aber aus dem starken Flüssigkeitsverlust. Trotz Wasseraufnahme durch das Trinken verlieren die Hunde innerhalb weniger Stunden soviel Körperflüssigkeit, dass das Blut gefährlich eindickt. Liegt der Anteil der Blutzellen am Gesamtblut normalerweise bei ungefähr 35 bis 55 Prozent, so steigt er durch das Eindicken des Blutes auf über 60 Prozent an. Eine klare Ursache ist nicht bekannt. Es kann in den meisten Fällen weder eine Vergiftung, noch eine Infektion nachgewiesen werden.

Die Tierärzte kennen dieses Phänomen und bezeichnen die Erkrankung als Hämorrhagische Gastroenteritis. Tierärztliche Hilfe ist unbedingt notwendig. Große Mengen an Infusionen stoppen den Flüssigkeitsverlust und in vielen Fällen verschwindet die Erkrankung so schnell wie sie gekommen ist. Ohne rasche und intensive Therapie kann der Flüssigkeitsmangel innerhalb von einem Tag zur Schocksymptomatik und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Wenn der Hund nicht nur aus dem Darm, sondern auch aus anderen Körperöffnungen blutet, kann eine Hämorrhagische Gastroenteritis zwar ausgeschlossen werden, aber ein sofortiger Tierarztbesuch ist dennoch unumgänglich, um die Ursache der Blutungen abzuklären.