Hundekinder wollen lernen

Welpenspielgruppen fördern Bis zur zwanzigsten Lebenswoche ist das Gehirn von Hundebabys noch besonders flexibel, so dass in kurzen Lerneinheiten viel Neues aufgenommen werden kann. In angeleiteten Welpenspielstunden soll dieses vorhandene Potential für Hund und Tierbesitzer optimal genützt werden. Dafür braucht es allerdings die bestaus-gebildeten Hundetrainer!

Die beiden Tierärztinnen Dr. Nora Marx-Dawid und Dr. Wiebke Bielenberg haben in einer zweijährigen Zusatzausbildung das nötige Wissen erworben und bieten regelmäßige Welpenspielstunden und Vorschulkurse für Welpen an.

In der Spielstunde, die wir für Sie besucht haben, tummeln sich einige drei bis vier Monate alte Welpen: Terrierkind Ashley, französische Bulldogge Xeno, Retrievermädchen Paula und Havaneser Emmy haben viel Spaß miteinander. Sie spielen, kriechen in bunte Stoffröhren und erklimmen Hindernisse. Obwohl sie nur zu viert sind, stehen ihnen beide Tierärztinnen zur Verfügung. Denn für eine Spielgruppe von vier bis acht Welpen müssen mindestens zwei TrainerInnen beigestellt werden. Mehr als acht Hündchen sollten nicht in der Gruppe sein.

Zutritt zur Welpenspielgruppe erst ab der 10. Lebenswoche
Da erst in diesem Alter ein Mindestimpfschutz der Welpen möglich ist, können jüngere Hunde nicht aufgenommen werden. Aber das Zeitfenster von der 10. bis 16. Lebenswoche ist groß genug, um den Hundekindern spielerisch Grundbegriffe angenehmer Umgangsformen mit Vier – und Zweibeinern zu vermitteln und sie auf das zukünftige Leben in der modernen, oft lärmerfüllten und hektischen Umwelt vorzubereiten.

Hunde müssen in jeder Situation auf den Besitzer hören
Die Spielstunde beginnt daher mit „Warten“. Die kleinen Vierbeiner müssen sich zuerst auf ihren Menschen konzentrieren und ein Hundekinder wollen lernen Welpenspielgruppen fördern altersgemäß paar Minuten warten. Danach dürfen sie zur Belohnung spielen. Die Welpen lernen so, dass sie nicht sofort mit anderen Hunden spielen können, sondern erst, wenn Herrchen oder Frauchen das Kommando dafür gegeben haben. Und sie lernen, auch im wildesten Spiel noch auf ihren Besitzer zu achten.

„Mobbing“ ist nicht erlaubt
Da jede Hunderasse ihre Eigenheiten in Körpersprache und Spielverhalten hat, müssen Welpen lernen, Mimik und Körpersprache ihrer Artgenossen richtig zu lesen. In der Welpenspielgruppe spielen die verschiedensten Rassen begeistert miteinander und die kleinen Vierbeiner lernen, sich im Spiel an wechselnde Partner und deren Körpersprache anzupassen. Die Spiele werden von den Trainerinnen angeleitet und beobachtet, so dass etwaiges Fehlverhalten eines oder mehrerer Welpen sofort unterbrochen werden kann. Das „Mobbing“ eines schwächeren oder unterlegenen Artgenossen wird nicht geduldet. Die kleinen Übeltäter werden hochgenommen, unter den Arm geklemmt und so lange nicht beachtet, bis sie sich entspannt haben. Erst dann darf weitergespielt werden.

Wichtige Lektion: Menschen sind keine Hunde
In der Welpenspielstunde lernen Hundekinder auch, dass Menschenhaut viel empfindlicher ist als Hundefell, wenn sie ihre spitzen Welpenzähnchen spielerisch daran ausprobieren. Durch passende Schulung entwickeln die Hündchen jetzt das später so wichtige Gefühl für ihre Kieferkraft.

Gelassen und sicher in jeder Umgebung
Viele Dinge, die für Menschen ganz normal sind, erschrecken Hunde. Schon allein das Gehen auf verschiedenen Oberflächen kann für einen jungen Hund zur Mutprobe werden. Deshalb wird auch dies in der Welpenspielstunde geübt: Ashley, Xeno, Paula und Emmy erklimmen tapfer eine Kiste, betreten Türmatten und Gitterroste, gehen über wackelige Oberflächen und lassen sich auch durch Kinderroller und Fahrrad nicht aus der Ruhe bringen. Denn im Welpenalter überwiegt noch die Neugierde und die Freude auf Neues über die Angst. Beim fröhlichen Spiel treffen unsere Hundekinder auf immer neue Herausforderungen wie flatternde Bänder, klappernde Dinge, Fahrradgeklingel, Luftballons und vieles mehr. Ashley, Xeno, Paula und Emmy werden als erwachsene Hunde sicherlich durch nichts so leicht aus der Ruhe gebracht werden. Nach den Welpenspielstunden wird die spielerische Ausbildung bis zum Alter von 20 Wochen mit dem Vorschulkurs fortgesetzt. Danach geht es mit der Vorschule weiter, die die Welpen besuchen, bis sie sechs Monate alt sind. Anschließend beginnen die Junghundekurse. Weitere Informationen unter www.hunde-erziehung.at