Hunde jetzt zielgerichtet gegen Borreliose schützen

Bei Mensch und Tier ist die Borreliose die häufigste von Zecken übertragene Erkrankung. Leider hält sich noch immer der Mythos, dass Zecken von den Bäumen fallen und man diese daher am ehesten im Wald bekommt. Das stimmt jedoch nicht, denn höher als einen Meter über dem Boden sind Zecken nicht anzutreffen. Ihre bevorzugten Aufenthaltsplätze sind dichtes Unterholz, Büsche und Gräser. Damit sind sie auf Waldlichtungen, in Wiesen und in Parkanlagen genauso anzutreffen wie im eigenen Garten.

Wie kommt die Zecke zum Erreger?
Als Erregerreservoir für Borreliose gelten hauptsächlich Nager und Insektenfresser wie z.B. Igel, aber auch Wildtiere und Vögel, über die sich Zeckenlarven bei der ersten Blutmahlzeit mit Borrelien, den Erregern der Borreliose, infizieren. In der Zecke halten sich die Borrelien im Darm auf und setzen sich mit Hilfe eines bestimmten Oberflächenproteins an der Darmwand der Zecke fest. Kommt es nun zum Anheften der Zecke an die warme Haut eines Wirtes (z.B. Hund oder Mensch) und zum Einströmen von Blut in den Zeckendarm, verändern die Borrelien ihr Oberflächenprotein, so dass sie die Darmwand durchdringen und in die Speicheldrüse der Zecke einwandern können. Anschließend gelangen die Borrelien über den Speichel in den Wirt und beginnen sich auszubreiten. Die Erregerübertragung erfolgt in der Regel erst ca. 24 Stunden nach Beginn der Blutmahlzeit. Je länger die Zecke saugt, umso größer ist das Infektionsrisiko.

So zeigt sich die Erkrankung
Im Gegensatz zum Menschen zeigen Hunde nach der Ansteckung nicht die typische ringförmige Rötung der Haut. Lediglich bei hellhäutigen Hunden ist eine diffuse Rötung der Haut zu bemerken. Bei borreliosekranken Hunden stehen Fieber, Müdigkeit, Gelenksentzündungen und Lähmungen im Vordergrund. Obwohl die Erreger der Borreliose gut mit Antibiotika behandelt werden können, kommt es häufig nicht zur vollständigen Auslöschung der Erreger; diese überleben manchmal auch langfristige Therapien. Dann kommt es zu den oft erst nach Jahren auftretenden Spätfol- Neuer Impfstoff gegen heimische Erreger wirksam! Hunde jetzt zielgerichtet gegen Borreliose schützen mein Haustier 21 gen der Borrelioseinfektion. Diese können sehr dramatisch sein: Vollständige Lähmung, Hautnekrosen (Zelltod der Haut, Gewebszerfall der Haut) und gravierende Nierenschäden sind möglich. Die Hunde können letztendlich daran sterben.

neuer Impfstoff gegen heimische Erreger

Was sind Borrelien?
Es sind kleine schraubenförmige, bewegliche Bakterien aus der Gruppe der Spirochäten, zu denen auch der Syphillis-Erreger des Menschen gehört. Auch bei Syphillis kommt es im Endstadium zur vollständigen Lähmung. Lange glaubte man, dass es nur eine Art von Borrelien, nämlich die von W.Burgdorfer in Nordamerika entdeckte Borrelia burgdorferi sensu stricto, gibt. Heute weiß man jedoch, dass es von Borrelia burgdorferi mehrere Arten gibt und dass die in Amerika entdeckte Art in Europa eine untergeordnete Rolle spielt; nur ungefähr 10% aller Borreliose- Fälle werden dadurch verursacht. Bei den in Europa nachgewiesenen Borrelienspezies handelt es sich zu 90% um Borrelia afzelii und B. garinii.

Alle drei Borrelienarten sind gleichermaßen für Menschen und Hunde gefährlich. So verursachen Borrelia afzelii und B. garinii beim Menschen Haut- und Neuro-Borreliosen.

Österreichische Hunde mit neuer Impfung schützen
Um unseren Hunden Schutz vor Borreliose zu gewährleisten, muss der verwendete Impfstoff diese Borrelienarten enthalten, die bei uns in Österreich zu über 90% für Borrelioseerkrankungen verantwortlich sind, nämlich B. afzelii und B. garinii. Seit kurzem ist ein Impfstoff (Virbagen canis B) zugelassen, der diese Kriterien erfüllt. Die Wirkungsweise ist folgende: Durch die Impfung werden im Blut des Hundes Antikörper gebildet, die beim Saugakt in die Zecke gelangen und dort die Borrelien bereits im Zeckendarm unschädlich machen. Die Impfung entfaltet Ihre Wirkung also in der Zecke, der Hund kommt mit den Erregern gar nicht in Berührung. Es können Hunde ab dem Alter von 12 Wochen geimpft werden. Die Grundimmunisierung beginnt mit zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen, wird sechs Monate später mit einer weiteren Impfung fortgesetzt und ist mit der Auffrischungsimpfung nach einem Jahr abgeschlossen. Optimalerweise sollten Junghunde schon vor ihrer ersten Zeckensaison geimpft werden.

Borreliden

Impfschutz des Hundes
auch für den Menschen wichtig

Mit Borreliose infizierte Hunde stellen ein weiteres Erregerreservoir dar und können so zu einer Ansteckung des Menschen über infizierte Zecken beitragen. Zum Beispiel indem die Vierbeiner in ihrem Fell Zecken nach Hause bringen, die sich beim Blutsaugen an ihnen mit Borrelien angesteckt haben. Befallen diese Zecken dann die menschlichen Familienmitglieder, werden diese ebenfalls mit Borreliose infiziert.