Hunde gegen Gelsen schützen

Manche Stechmücken schon ab März aktiv

Kaum jemand denkt bei Frühlingsbeginn an Gelsen und schon gar nicht daran, welche gefährlichen Krankheiten diese Lästlinge auch auf Hunde übertragen können. Während es heutzutage dank intensiver Aufklärung durch Tierärzte und Medien bereits zum Allgemeinwissen gehört, dass Flöhe und Zecken Krankheitserreger – vom Bandwurm über Borreliose bis zur Hundemalaria – übertragen, ist es noch weitgehend unbekannt, dass auch Stechmücken eine Bedrohung für die Gesundheit unserer Hunde darstellen.

Einteilung in vier Lebensform-Typen

In Österreich gibt es über 40 Gelsen-Arten, die sich zwar in ihrer Biologie und in ihrem Verhalten unterscheiden, aber nach ihrer Lebensform in vier Typen eingeteilt werden können:

Überschwemmungs-Gelsen: Bei Hochwasser kommt es zur massenhaften Entwicklung dieser Stechmücken.

Haus-Gelsen überwintern als klassische Kulturfolger in Häusern und produzieren bis zum Saisonende im November rund eine Milliarde Nachkommen pro Weibchen.

Fieber-Mücken: Auch sie kann man in menschlichen Behausungen finden, sie übertragen zum Beispiel Malariaerreger.

Invasive Gelsen sind Gelsen-Arten, die im Zuge der Globalisierung aus südlich -tropischen oder asiatischen Ländern importiert wurden. Dazu zählen die Asiatische Buschmücke und die Asiatische Tigermücke.

Alle Gelsen übertragen Haut- und Herzwürmer

Leider ist der Hautwurm (Dirofilaria repens), in Österreich bereits heimisch, wobei Ostösterreich mit den Bezirken Gänserndorf und Neusiedl am See besonders stark betroffen ist. Die vom Hautwurm verursachten Wurmknoten in der Haut sind lästig, aber nicht so gefährlich wie die Herzwurmkrankheit.

Der Herzwurm (Dirofilaria immitis) ist bei uns zwar noch nicht heimisch, aber das ist wohl nur mehr eine Frage der Zeit – die Anzahl der vierbeinigen Herzwurmpatienten in Österreich steigt massiv an. Der Hauptgrund dafür ist der noch immer steigende Import von Tierschutzhunden aus unseren östlichen Nachbarländern. Schwere Herzprobleme bis hin zum Tod des infizierten Tieres können die Folge sein.

Neue Bedrohung durch invasive Gelsen

Als eine der schlimmsten invasiven Arten gilt die Asiatische Tigermücke. Diese kann – begünstigt durch die milden Winter – zur echten Gefahr werden. Wie viele Stechmücken überträgt auch die Tigermücke Haut- und Herzwürmer, aber auch das Gelbfiebervirus, die Erreger des Dengue- und Chikungunja-Fiebers, die Erreger der St. Louis-Enzephalitis sowie das West-Nil-Virus.

Auch Asiatische Buschmücken sind potentielle Überträger des West-Nil-Virus. Sie sind von März bis November aktiv und besiedeln derzeit Österreich.

Das West-Nil-Virus verursacht Fieber und grippeähnliche Erscheinungen sowie in einigen Fällen auch Entzündungen der Hirnhäute und des Gehirns. Am häufigsten davon betroffen sind Vögel und Pferde, aber auch Menschen erkranken daran. Infizierte Hunde bleiben meist symptomlos, stellen aber ein Virus-Reservoir dar. Die Hauptüberträger des West-Nil-Virus in Österreich sind aber noch immer die ganz normalen, einheimischen Gelsen.

Sandfliegen übertragen Leishmaniose

Bis vor wenigen Jahren konnten Sandfliegen  vor allem dem mediterranen Raum zugeordnet werden. Durch den Klimawandel wandern sie nordwärts und werden nun auch schon in Österreich gefunden. Sandfliegen übertragen die Erreger der Leishmaniose – eine überaus heimtückische Erkrankung, die sich erst Monate, manchmal sogar erst Jahre nach der Ansteckung zeigt. Die Erreger verbreiten sich nach dem Mückenstich zuerst in der Haut. Vor allem am Kopf entstehen Hautveränderungen wie Haarausfall, Juckreiz, starke Schuppenbildung bis hin zu Knoten mit eitrigen oder geschwürigen Veränderungen.

Hochgradig gesteigertes Längenwachstum der Krallen ist feststellbar. Später werden auch die inneren Organe und das Knochenmark befallen. Ohne Behandlung sterben die Tiere. Eine Therapie ist langwierig, kostspielig und unbefriedigend. Die Hunde erscheinen zwar vorübergehend gesund, aber da die Erreger nicht vollständig abgetötet werden können, kommt es immer wieder zu neuen Krankheitsschüben und die Tiere müssen lebenslang behandelt werden. Leider gibt es auch in Österreich bereits sehr viele Leishmaniose-positive Hunde.

Leishmaniose gehört zu den Zoonosen, was bedeutet, dass eine Übertragung vom Tier auf den Menschen möglich ist.

Ansteckung mit„Reisekrankheiten“

Hunde müssen nicht mehr verreisen, um sich mit den Erregern der sogenannten „Reisekrankheiten“ anzustecken. Dazu zählen Herz- und Hautwurmkrankheit, Leishmaniose und einige von Zecken übertragene, gefährliche Erkrankungen, wie zum Beispiel Hunde-Malaria. Heutzutage können sich Vierbeiner mit den meisten dieser Erreger auch schon zuhause infizieren. Schutz des vierbeinigen Gefährten gegen Stechmücken, Sandfliegen, Zecken und Flöhe mit einem geeigneten Spot-on-Präparat muss daher nicht nur auf Reisen, sondern auch zuhause selbstverständlich sein.

Sicher schützen mit 2-Komponenten-Spot-on

Die beste Vorbeugung  gegen die sogenannten „Reisekrankheiten“ ist ein verlässlicher Schutz gegen Stechmücken, Sandfliegen, Flöhe und Zecken. Da die Übertragung der Erreger beim Blutsaugen erfolgt, muss dieses verhindert werden. Das heißt, eine lediglich parasitenabtötende Wirkung wäre zu wenig. Ein neues Spot-on enthält daher zwei unterschiedliche Inhaltsstoffe: Fipronil, das Flöhe und Zecken zuverlässig abtötet, und Permethrin, welches repellent ( abschreckend) auf alle Insekten wirkt. Diese abschreckende Wirkung hat zur Folge, dass die Insekten erst gar nicht mit dem Blutsaugen beginnen, da sie sich am durch das Spot-on geschützten Tier wie auf einer heißen Herdplatte fühlen (Hot feet effekt), sofort herunterfallen und sterben. Das heißt, die Stechmücken werden abgewehrt, bevor sie stechen! Eine Übertragung von Krankheitserregern ist daher nicht möglich.

Das Spot-on schützt zuverlässig vier Wochen lang. Das Auftragen mit der praktischen Drop-Stop-Pipette stellt sicher, dass vom Inhalt nichts verlorengeht.

Von Dr.med.vet. Herta Puttner