„Hotels“ für Streunerkatzen

Tierschutz wird in Wien großgeschrieben

Obwohl in Wiens Haushalten über 200.000 innig geliebte Samtpfoten leben, gibt es leider auch genügend Katzen, denen es nicht so gut geht: Unüberlegt angeschafft werden sie beim ersten Problem von gefühllosen Menschen einfach ausgesetzt. Im Überlebenskampf, auf sich alleine gestellt, verwildern diese Katzen schnell und werden zu sogenannten Streunerkatzen. Viele von ihnen sind nicht kastriert und vermehren sich unkontrolliert, was zu einem noch größeren Katzenelend beiträgt. Krankheiten breiten sich wie Lauffeuer unter den durch Unterernährung geschwächten Tieren aus. Die Tierschutzombudsstelle Wien hat daher schon im Jahr 2006 ein Streunerkatzen-Kastrationsprojekt ins Leben gerufen. Bisher wurden bereits mehr als 600 Katzen kastriert. Sie werden zu diesem Zweck in Lebendfallen gefangen, untersucht, kastriert und mit einem Mikrochip gekennzeichnet. Danach werden sie wieder in ihrem Revier freigelassen. Denn verwilderte Katzen können auch mit größter Geduld meist nicht mehr an ein Leben in einer Wohnung gewöhnt werden. Vor allem Tiere, die schon von Streunerkatzen abstammen, also von Geburt an wild leben, können nie mehr zu Haustieren werden.

„Katzenhotels“ bieten Schutz vor Schlechtwetter

Anders als Streunerkatzen in südlichen Ländern, leiden Streunerkatzen hier bei uns sehr unter der wechselnden Witterung. Schnee und Eiseskälte im Winter, Stürme, Regengüsse und Hagel über den Rest des Jahres verteilt setzen der Gesundheit der unterstandslosen Tiere zu. Zwar haben einige von ihnen das Glück, von Tierfreunden regelmäßig gefüttert zu werden und – falls vorhanden – einen Keller oder Schuppen als Unterschlupf zur Verfügung gestellt zu bekommen, aber der Großteil der Streunerkatzen muss sich den Schlafplatz selbst suchen. Um diesen wild lebenden Samtpfoten zu helfen, ließ Tierschutzstadträtin Ulli Sima 20 „Katzenhotels“ aufstellen. Sie sollen Wiens Streunerkatzen bei Kälte und Nässe eine trockene,

windgeschützte Rückzugs- und Aufwärmmöglichkeit bieten. Es sind speziell isolierte, wärmegedämmte Hütten aus Vollholz, die zwei bis drei Katzen einen windgeschützten Schlafraum bieten. Zusätzlich beinhalten die Hütten noch einen kleinen Vorraum, der zur Fütterung verwendet werden kann. Das Dach der Hütten ist wasserdicht und lässt sich aufklappen. So können ehrenamtliche Helfer, die sich schon bisher um die Tiere gekümmert haben, jederzeit das von Tierfreunden zur Verfügung gestellte Stroh austauschen und die Schlafplätze reinigen. Die „Katzenhotels“ werden selbstverständlich ganzjährig ehrenamtlich betreut und von den Vierbeinern gerne angenommen.