Herzerkrankungen beim Meerschweinchen

Diagnostische und therapeutische Möglichkeiten

Nicht nur der Stellenwert von Meerschweinchen ist im letzten Jahrzehnt um ein Vielfaches gestiegen, sondern auch das Wissen über die Haltung, Ernährung und Krankheiten dieser possierlichen Tierchen ist deutlich mehr geworden. So weiß man heute, dass Meerschweinchen gleich häufig an Krankheiten des Herzens leiden wie Hund und Katze. Es ist daher wichtig, bei der jährlichen Vorsorgeuntersuchung auch beim Meerschweinchen das Herz miteinzubeziehen.

Auch bei diesen Tierchen sind inzwischen EKG und Herz-ultraschall unverzichtbar für eine genaue Diagnosestellung. Sie folgen auf die klinische Untersuchung des Allgemeinzustandes und auf das Abhören von Herz und Lunge. Auf eine Röntgenaufnahme des Herzens wird beim Meerschweinchen häufig verzichtet, da die dafür notwendige Seitenlage des kleinen Patienten dessen Atemnot noch verstärken und zu einem lebensgefährlichen Zustand führen könnte. Im Gegensatz dazu kann die Ultraschalluntersuchung des Herzens in jeder Körperposition erfolgen und verursacht dem Tier weniger Stress. Für die Untersuchungen müssen die Meerschweinchen nicht sediert werden. Es ist empfehlenswert, dass der Tierhalter bei den Untersuchungen dabei ist und den kleinen Patienten eventuell mit Leckerbissen ablenkt.

Speziell für die Behandlung herzkranker Meerschweinchen entwickelte Medikamente gibt es nicht, man greift daher auf die für Hund und Katze entwickelten Präparate zurück. Vorzugsweise werden für Meerschweinchen Medikamente in flüssiger Form verwendet, da diese nicht nur praktischer zum Eingeben, sondern bei diesen kleinen Tieren auch leichter zum Dosieren sind.

Der „mein HAUSTIER“-Tipp:

Meerschweinchen vertragen keine Hitze!
Besitzer von Meerschweinchen gönnen ihren kleinen Lieblingen im Sommer gerne den Aufenthalt in einem Freigehege im Garten. Leider unterschätzen sie dabei häufig die Wirkung hoher Außentemperaturen auf diese Tierchen. Und da die Symptome einer Überhitzung bei Meerschweinchen nicht so ausgeprägt sind wie zum Beispiel bei Hunden, werden sie meist zu spät bemerkt. Bewusstlos in Seitenlage befindliche oder verendete Tiere sind leider häufig das traurige Ende eines warmen Sommertages. Es ist daher wichtig, das Freigehege stets im Schatten aufzustellen und es im Laufe des Tages mehrmals – angepasst an den Lauf der Sonne – zu verstellen. Denn was am Vormittag noch im Schatten lag, kann am Nachmittag in der prallen Sonne liegen!