Erkältungskrankheiten beim Hund

Husten Schnupfen HeiserkeitObwohl Hunde im Prinzip weniger anfällig sind als Menschen, lässt auch bei Vierbeinern in der kalten Jahreszeit die Abwehrkraft nach. Genau wie Herrchen oder Frauchen leiden sie an Schnupfen, Husten, Halsweh, und wenn sie zu viel Schnee gefressen haben an Durchfall.

Husten, Schnupfen, Heiserkeit
Wie anfällig Hunde für Erkältungen sind, hängt natürlich auch von den jeweiligen Lebensumständen des einzelnen Tieres ab: Hunde, die das ganze Jahr im Freien gehalten werden, sind an die Umweltbedingungen besser angepasst, entwickeln ein dichteres Fell und sind dementsprechend weniger empfindlich als typische Stadthunde, die den Großteil des Tages in geheizten Wohnungen verbringen. Für diese nicht abgehärteten „Stubenhocker“ macht es durchaus Sinn, sie in winterliche Hundekleidung zu stecken, bevor man mit ihnen die Wohnung verlässt. Typische Symptome der Erkältung sind rinnende Nase, tränende Augen oder bellender Husten. Im Anfangsstadium der Erkältung hilft es in vielen Fällen, mit dem Hund zu inhalieren. Am einfachsten gelingt dies, wenn ein Topf mit dampfendem Wasser unter einen mit einem großen Tuch abgedeckten Tisch gestellt wird und Hund und Herrl /Frauerl dann gemeinsam in diesem improvisierten Zelt inhalieren. Zweimal täglich zehn Minuten lang inhalieren, reicht aus, um den zähflüssigen Schleim im Bereich der Atemwege zu verflüssigen; dieser kann dadurch leichter abgehustet Auch Vierbeiner erkranken im Winter öfter oder durch Nießen leichter aus der Nasenhöhle entfernt werden. Die Wirkung der Inhalation kann durch den Zusatz von Meersalz oder Thymian noch verbessert werden. Mit einem bereits erkälteten Tier sollte man bei höheren Minusgraden lange Spaziergänge vermeiden und sich auf ein kurzes Gassigehen beschränken. Wieder zu Hause muss das erkältete Tier sorgsam mit einem Handtuch trocken gerieben werden. Wenn der Nasen- und Augenausfluss jedoch eitrig gelb wird, ist dies ein Zeichen dafür, dass Bakterien im Spiel sind. Wird auch noch der Husten häufiger oder tritt sogar Atemnot auf, ist es höchste Zeit, beim Tierarzt professionelle Hilfe zu suchen. Jetzt sind meist Medikamente notwendig, um das Übergreifen der Infektion auf die Lunge zu vermeiden. Aber auch in diesem fortgeschrittenen Stadium können Inhalationen die Therapie mit Medikamenten unterstützen.

Würgender Husten bei Mandelentzündung
Fast jeder Hund liebt es, ausgelassen im Schnee herumzutollen und hin und wieder eine Schnauze voll davon zu fressen. Die Folge davon ist leider häufig eine akute Mandelentzündung. Beim gesunden Hund liegen die Mandeln hinten im Rachen in Schleimhauttaschen verborgen. Entzündete Mandeln schwellen an und treten aus den Schleimhauttaschen hervor. Der Vierbeiner empfindet die geschwollenen Mandeln nun als Fremdkörper im Rachen und reagiert wie bei einem echten Fremdkörper mit Räuspern und Würgen und bricht typischen, weißen Schaum. Beim Auftreten dieser Symptome muss sofort der Tierarzt aufgesucht werden, da eine übergangene Mandelentzündung chronisch werden und Herz und Gelenke schädigen kann. Meist ist eine Therapie mit Antibiotika für eine Woche bis zehn Tage nötig. Ein lokales Antiseptikum wie Chlorhexidin-Gel kann auf die Zunge gedrückt werden und verteilt sich dann im Rachen. Auch das Einflößen von Salbeitee lindert die Entzündung. Jetzt sollte statt einem Halsband besser ein Brustgeschirr verwendet werden, damit die Mandeln nicht zusätzlich noch durch den Leinenzug gereizt werden. Lokale Wärme durch das Anlegen eines Schals tut auch Hunden gut. Solange die Mandelentzündung besteht, darf nur warm und weich gefüttert werden. Ist eine Mandelentzündung jedoch chronisch geworden, kann dies die chirurgische Entfernung der Mandeln notwendig machen. Da den Rachenmandeln jedoch eine wichtige Funktion in der Körperabwehr zukommt, sollte man sie nicht zu früh entfernen, sondern erst dann, wenn ein Hund mehrmals innerhalb einer Saison an Mandelentzündung leidet und die Mandelentzündung chronisch wird.

Darmentzündung nach Schneefressen
Der kalte, in der Stadt auch noch mit Schadstoffen – z.B. Streusalz und anderen Auftaumitteln – angereicherte Schnee irritiert die Darmflora und führt zu heftigem Brechdurchfall. Besonders bei kleinen Hunden kann der Verlauf sehr dramatisch sein: Die Tiere bekommen plötzlich heftigen, blutigen und dünnflüssigen Durchfall. Da es durch den Flüssigkeitsverlust rasch zur gefährlichen Eindickung des Blutes und zum Kreislaufzusammenbruch kommt, braucht der betroffene Hund tierärztliche Hilfe. Große Mengen an Infusionen stoppen den Flüssigkeitsverlust, und in vielen Fällen verschwindet die Erkrankung so schnell, wie sie gekommen ist.

So können Sie vorbeugen

  • Legen Sie Ihrem Hund vor Spaziergängen im Schnee einen abgedichteten Beißkorb an.
  • Lassen Sie den Vierbeiner bei Minusgraden nicht angebunden vor Geschäften warten, auch nicht ganz kurz.
  • Die Aufenthalte Ihres vierbeinigen Freundes im Garten sollten bei Schnee und Kälte zeitlich begrenzt werden.
  • Verbieten Sie dem Hund im Winter das Schwimmen.
  • Schützen Sie kleine, kälteempfindliche Hunde mit einem warmen, wasserdichten Mantel vor der Winterkälte. Auch für ältere Hunde mit Nierenschäden oder Rücken- und Gelenksproblemen ist ein warmer, feuchtigkeitsundurchlässiger Mantel zu empfehlen. Im Fachhandel gibt es Kunstleder- oder Nylonmäntel, die innen mit dickem Plüsch gefüttert sind.