Chronische Schmerzen beim Hund

Chronische Schmerzen beim Hund
Frau Doktor, ich weiß mir mit dem Tommy nicht mehr zu helfen; er war immer so ein fröhlicher, geselliger und folgsamer Hund. Seit einiger Zeit zieht er sich zurück, bleibt einfach liegen, wenn ich ihn rufe und will auch nicht mit anderen Hunden spielen. Ins Auto springt er mir auch nicht mehr. Ich glaube, der Tommy braucht den Hunde-Psychologen.“ Tommys Herrchen hat zwar gut beobachtet, aber falsch interpretiert. Das veränderte Verhalten des siebenjährigen Labradors ist nicht auf psychische Probleme zurückzuführen, sondern auf chronische Schmerzen, hervorgerufen durch Arthrosen beider Hüftgelenke. Bessys Frauchen weiß schon seit längerem, dass die zwölf Jahre alte Hündin an einer schweren Arthrose des Ellbogens und der Schulter leidet und große Schmerzen hat. Dummerweise hat Bessy – wie viele alte Hunde – auch ein Herz- und Nierenproblem, das sich durch die Einnahme gängiger Schmerzmittel verschlechtern würde.Boxer Nico ist gegen ein Auto gerannt und hat Glück im Unglück gehabt: Nur Prellungen; trotzdem tun diese höllisch weh. Aber welches Schmerzmittel kann man Nico geben? Er hat doch ein Leberleiden!

Neues Schmerzmittel belastet Organismus nicht

Schmerzbekämpfung von Anfang an ist ein wesentlicher Teil jeder Therapie; denn Schmerzen sind zwar zunächst die Folge der Krankheit, verstärken diese im weiteren Verlauf aber noch. Der Grund dafür ist, dass wiederholte Schmerzreize im Gehirn zur Schmerzsensibilisierung führen. Dadurch verstärken sich die Schmerzen – mit allen negativen Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf! Leider haben viele Schmerzmittel Nebenwirkungen auf Herz, Niere und Leber – Organe, die bei älteren Tieren häufig schon vorgeschädigt sind. Das ist deshalb so, weil für die Entstehung der Schmerzen bestimmte Enzyme verantwortlich sind, die sich bei Entzündung oder Verletzungen bilden. Die Wirkung von Schmerzmitteln beruht auf der Unterdrückung dieser Enzyme. Da aber einige davon auch eine Schutzfunktion für die Schleimhaut des Magens und des Darmes sowie für die Nieren ausüben, war es notwendig, ein neues Präparat (Cimalgex-Tabletten für Hunde) zu entwickeln, welches gezielt nur die schmerzauslösenden Enzyme hemmt, jedoch die Enzyme mit Schutzfunktion für den Organismus nicht beeinträchtigt. Cimalgex-Tabletten können daher auch bei Tieren mit Herz-, Nieren- und Leberschäden angewendet werden. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass diese Tabletten auch bei Chronischer Niereninsuffizienz gut verträglich sind, da der Wirkstoff hauptsächlich über die Leber ausgeschieden wird. Trotzdem kann auch Boxer Nico mit den neuen Schmerztabletten behandelt werden, weil verschiedene Studien gezeigt haben, dass selbst bei zwanzigfacher Überdosierung keine Veränderungen der Leberwerte eintreten.

Neue Tabletten auch für Allergiker geeignet
„Ja, aber wird der Tommy das neue Schmerzmittel auch vertragen? Er hat von klein auf eine Futtermittelallergie und verträgt nicht alles“, ist Tommys Herrchen skeptisch. Doch die Tierärztin kann beruhigen: Der Geschmacksstoff der neuen Schmerztabletten ist durch das spezifische Herstellungsverfahren hypoallergen, da seine Molekülgröße wesentlich unter der von Nahrungsmittelallergenen liegt. Trotzdem schmecken die Tabletten gut wie Leckerli. Und noch ein Vorteil: Die Tabletten brauchen nur einmal täglich – unabhängig von der Fütterung – verabreicht werden.

Dr. Herta Puttner Fachtierärztin für Kleintiere