Magenerweiterung beim Kaninchen

Wenn Kaninchen plötzlich aufhören zu fressen, den Bauch gegen die Unterlage pressen und entweder apathisch oder extrem unruhig sind, sollte sofort der Weg zum Tierarzt angetreten werden. Es könnte sich um die bei Kaninchen häufig auftretende Magenerweiterung handeln.
Diese erfordert die schnellstmögliche medizinische Behandlung, da sie andernfalls zum Schocktod des Tieres führen kann.

Mögliche Ursachen

Für das Entstehen der Magenerweiterung gibt es unterschiedliche Gründe: Sehr oft ist die Ursache eine Verlegung des Darmes durch kleine Haarballen (Bezoare), Teppichfasern oder Samen, zum Beispiel vom Johannisbrotbaum. Aber auch Tumoren, Brüche mit Verlagerung
von Eingeweideteilen und Bandwurmzysten können zur Erweiterung des Magens führen. Der Mageninhalt kann dann nicht mehr in den Darm weitertransportiert werden und es kommt zur Gasansammlung im Magen, was diesen schmerzhaft erweitert.
Bei der Röntgenuntersuchung sieht man, dass die hinteren Darmanteile kaum noch Kot enthalten. Viele betroffene Kaninchen haben Untertemperatur – die Normaltemperatur liegt zwischen 38,5° und 39,5°C – wobei eine Körpertemperatur unter 37,5°C als Anzeichen für den gefährlichen Schockzustand gilt. Das Abtasten des Bauches ist sehr schmerzhaft. Bei einigen betroffenen Tieren führen die Schmerzen zu angestrengter, krampfhafter Atmung. Da Futter- und Wasseraufnahme unterbleiben, dehydrieren die Tiere sehr schnell.

Wie kann der Tierarzt helfen

Die Behandlung des Schockzustandes und der Austrocknung (Dehydrierung) mit speziellen Infusionen hat Priorität. Bei Untertemperatur muss die Körpertemperatur mit Wärmematten oder Rotlicht verbessert werden. Weiter werden schmerzstillende und krampflösende Injektionen verabreicht. Nach Stabilisierung des Zustands des Kaninchens sorgen Injektionen, die die Peristaltik des Magen-Darm-Traktes erhöhen, für die Entleerung des Magens. Die Tiere beginnen wieder zu fressen und erholen sich rasch. Tritt trotz Behandlung keine Besserung ein, muss eine Operation ins Auge gefasst werden. Dies ist meist dann der Fall, wenn Brüche oder Tumoren die Ursache der Magenerweiterung sind.
In seltenen Fällen werden auch Magenerweiterungen diagnostiziert, für die keine ursächliche Begründung gefunden werden kann; die Kaninchen liegen – ohne vorher Symptome gezeigt zu haben – tot im Käfig.