Eine neue Heimat für Papageien in Not

papageien_in_notSeit Jahrhunderten üben Papageien durch ihre Sprachbegabung und das exotische Flair einen besonderen Reiz auf Menschen aus. Und seit ebenso langer Zeit werden diese sozialen und intelligenten Vögel von Menschen als Haustiere gehalten – leider auch heute noch häufig in qualvoller Einzelhaltung in kleinen Käfigen ohne Flugmöglichkeit. Die Zoologin Nadja Ziegler zeigte Mitte der Neunziger-Jahre in ihrer Diplomarbeit die Mängel der Papageienhaltung in Österreich auf und wies auf die vielfältigen Bedürfnisse dieser Tropenvögel hin. Im Jahr 1995 gründete sie die ARGE Papageienschutz, die sich seither dem Schicksal der Papageien widmet. Denn entgegen der landläufigen Meinung sind Papageien keine Haustiere, sondern nicht domestizierte Wildvögel mit hohen Ansprüchen, die sehr alt werden: fünfzig Jahre und mehr! Aber obwohl die Bedürfnisse von Papageien nach Artgenossen, ausreichend Bewegung und Beschäftigung sowie artgerechter Ernährung mittlerweile in die Gesetzgebung eingeflossen sind, mangelt es vielen Menschen nach wie vor an einem realistischen Zugang zum Thema Papageienhaltung. Immer noch werden Papageien unüberlegt angeschafft und als lebendes Dekorstück der Wohnung gehalten. Das Resultat sind unglückliche, verhaltensgestörte Vögel – manche werden aggressiv gegen ihre menschlichen Peiniger, manche richten ihre Aggression gegen sich selbst, rupfen sich verzweifelt ihre Federn aus oder werden zu Dauerschreiern. Der Weg ins Tierheim ist dann nicht mehr weit.

Auffangstation für lästig gewordene und beschlagnahmte Papageien

Bereits 1998 eröffnete die ARGE Papageienschutz ihre erste Auffangstation für schutzbedürftige Papageien. Im Jahr 2008 übernahm sie die Vogelstation im Wiener Tierschutzhaus und entwickelte diese zu einem wissenschaftlich geführten Tier- und Artenschutzzentrum. An der Station können in geräumigen Volieren 150 dieser anspruchsvollen Exoten im Artverband bestens betreut werden. Der Vertrag mit dem Wiener Tierschutzhaus endet jedoch Ende 2016; dann müssen die Papageien ausziehen. Da durch die hohen gesetzlichen Auflagen zur Haltung dieser Tiere einerseits die Vermittlung der Papageien auf Privatplätze einem Rückwärtstrend unterliegt und andererseits die Abnahmen von schlecht gehaltenen und illegal eingeführten und verkauften Vögeln durch Amtstierärzte für einen laufenden Nachschub an schutzsuchenden Papageien auf der Station sorgen, wurde nach einer artgerechten Dauerlösung für die Unterbringung der Vögel gesucht.

Papageiendschungel: Kompetenzzentrum und unbefristete Heimat

Der Papageiendschungel ist in Schiltern bei Langenlois, im Kamptal geplant und soll die Tier- und Artenschutzarbeit der ARGE Papageienschutz fortführen und den langlebigen Papageien ein dauerhaftes Zuhause bieten. Die Anlage wird bis zu 300 Großpapageien und zahlreichen Kleinvögeln ausreichend Platz für ein artgerechtes Leben bieten. Zusätzlich will das Kompetenzzentrum Papageiendschungel auch als Bildungs- und Informationszentrum für Kinder und Erwachsene fungieren und die Thematik „Heimtierhaltung“ für die Besucher erfassbar, erlebbar und erlernbar machen. Denn nur wer über die Bedürfnisse von Tieren Bescheid weiß, kann abschätzen, ob er diesen auch gerecht werden kann.

AuffangstationLebensraum mit Tropenflair

Auf einer Fläche von 4000m² Innen- und Außenvolieren werden die Papageien ein neues, artgerechtes Zuhause finden. Ein dreiteiliges Glashaus bietet drei unterschiedliche Klimazonen, in denen die Papageien mit exotischen und tropischen Pflanzen, Bächen und Wasserfällen eine ihren Herkunftsländern entsprechende Umwelt finden. Besucher erwartet ein einmaliges Pflanzen- und Tiererlebnis. Bevor der Rundgang durch den Papageiendschungel beginnen kann, werden die Besucher über das Leben der Papageien in der freien Wildbahn, über Probleme und Lösungsansätze im Bereich des Arten- und Tierschutzes sowie über die Regeln für den Aufenthalt im Papageiendschungel informiert. Aufgrund der Größe und naturnahen Bepflanzung können sich die Vögel auch in den für Besucher zugänglichen Bereichen jederzeit der unmittelbaren Nähe des Menschen entziehen.

Vermittlung geeigneter Papageien auf Privatplätze

Nach genauer Prüfung der Bewerber um einen Papagei werden stark menschenbezogene Vögel auf Privatplätze vergeben und so für bedürftige Neuzugänge Platz geschaffen. Klappt es im neuen, privaten Zuhause doch nicht so gut, werden die Vögel wieder im Papageiendschungel aufgenommen.

Bitte tragen auch Sie mit Ihrer
Spende zum neuen Zuhause der Papageien bei!

Spendenkonto:
lautend auf ARGE Papageienschutz, Sparkasse Langenlois
IBAN: AT47 2023 0000 0054 4445
BIC: SPLSAT21XXX

Sie möchten die Zukunft
Ihrer eigenen Papageien absichern?
Wenn Sie – für den Fall, dass Ihre Vögel Sie überleben – Ihre
Papageien gut versorgt wissen wollen, nehmen Sie persönlichen
Kontakt mit den Verantwortlichen des Projektes „Papageiendschungel“
unter folgender E-Mail-Adresse auf:
dschungel@papageienschutz.org
Mehr Informationen über den Papageiendschungel:
www.papageiendschungel.at