Archiv Ausgabe 09/10 2010

Hier finden Sie ausgesuchte Artikel der September/Oktober Ausgabe 2010

Ausgabe 07/08
Achtung Flohalarm!
Wohnungen als Flohparadies

Aufgaben für Katzen
Intelligenzspiele

Schildrüsenüberfunktion

Hormonstörung älterer Katzen


Papageien

Intelligent und gesellig

 

 

Achtung Floharlarm

Beheizte Wohungen werden zum Flohparadis

Seit dem Sommer teilen sich Beagle Tim und Mops Milli das Sofa mit dem Findelkater Jimmy. Bei einem Spaziergang mit ihrem Frauchen stöberten die beiden den Kater halb verhungert im Park auf. Voll Mitleid nahm Frauchen Jimmy mit nach Hause und da kein Besitzer ausfindig gemacht werden konnte, durfte Jimmy bleiben. Tim und Milli schlossen mit dem Kater schnell Freundschaft und alles wäre wunderbar, hätte Jimmy nicht die Flöhe eingeschleppt. Seit Frauchen die Heizung eingeschalten hat, ist die Plage fast nicht mehr auszuhalten. Mopsmädchen Milli leidet besonders darunter und reagiert mit einer heftigen Flohallergie. Da sie sich blutig kratzt, wird der Tierarzt aufgesucht. Dieser erklärt, warum gerade zu Beginn der Heizperiode Flöhe in den Wohnungen überhandnehmen.

Flöhe

Wohnzimmer als Floh-Biotop
Hunde- und Katzenflöhe tummeln sich buntgemischt ganzjährig auf den von Juckreiz gequälten Vierbeinern und verlassen ihr Wirtstier nicht freiwillig. Eier werden auf Hund und Katze direkt abgelegt und können, da sie nicht klebrig sind, jederzeit von diesen abfallen. Vergleichbar mit einem Salzstreuer streuen von Flöhen befallene Tiere Floheier; und zwar überall, wohin sie Zutritt haben. In der ganzen Wohnung rieseln Floheier aus dem Fell befallener Tiere auf Teppiche, Körbchen, Polstermöbel und in Bodenritzen. Aus den Eiern entwickeln sich Larven, die sich verpuppen und in der Puppe auf eine gute Gelegenheit zur Weiterentwicklung warten; eine solche ist der Beginn der Heizperiode!

Wird es in der Wohnung wohlig warm, entwickelt sich in der Puppe der erwachsene Floh. Dieser schlüpft erst, wenn er durch eine Bodenerschütterung (z.B. durch Staubsaugen), Körperwärme oder einen Atemhauch das Signal bekommt, dass ein Warmblüter in der Nähe ist. Dann schlüpft der Floh sekundenschnell und befällt sein Opfer. Auf Hund und Katze beginnt er sofort mit dem Blutsaugen, paartsich innerhalb von acht bis vierundzwanzig Stunden und legt bereits
nach 36 Stunden Eier ab. Ein einziges Flohweibchen kann innerhalb von nur acht Wochen über 125.000 Eier legen. Diese fallen wiederum bei jeder Bewegung aus dem Fell zu Boden und entwickeln sich weiter. In jedem Raum, zu dem Hund und Katze Zutritt haben, muß daher mit allen Entwicklungsstadien von Flöhen gerechnet werden -dementsprechend gewaltig ist die Vervielfältigung der Blutsauger.

Mops

Krank durch Flöhe
Doch noch immer werden Flöhe als Gefahrenquelle für die Gesundheit von Vierbeinern unterschätzt. Jeder Tierbesitzer sollte wissen, dass Flöhe schwere Krankheiten verursachen können. So ist die Flohallergie die häufigste Hautkrankheit von Hund und Katze. Die Tiere reagieren auf den Flohspeichel mit heftigen, juckenden Ekzemen. Ist die Allergie erst einmal ausgebildet, reicht ein einziger Floh, um einen neuen Krankheitsschub auszulösen. Ein Massenbefall führt zu Blutarmut -kein Wunder, saugt doch jeder Floh täglich das Fünfzehnfache des eigenen Körpergewichtes an Blut. Sogar Bandwürmer werden von Flöhen übertragen, da sich Flohlarven von organischen Abfällen aus der Umgebung ernähren und dabei auch Bandwurmeier aufnehmen. Die Entwicklung des Bandwurms vollzieht sich dann im Floh. Zerbeißt der betroffene Vierbeiner den Floh, steckt er sich mit dem Bandwurm an und gibt diesen im schlechtesten Fall an die menschlichen Familienmitglieder weiter.

Tiere und Wohnung flohfrei machen
Die alleinige Bekämpfung der geschlüpften Flöhe löst das Problem nicht, da der fertige Floh den geringsten Anteil im Flohbestand bildet. 95 Prozent des Flohbestandes befindet sich noch im Ei-, Larvenoder Puppenstadium. Es ist daher äußerst wichtig, in der Flohbekämpfung Mittel zu verwenden, die alle Entwicklungsstadien der Flöhe am Tier, aber auch in der Wohnung, abtöten. Da Findelkater Jimmy Beagle Tim und Mops Milli mit massenhaft Flöhen angesteckt und auch die Wohnung damit verseucht hat, empfiehlt der Tierarzt, die Vierbeiner gründlich mit EFFIPROSpray zu behandeln und die Wohnung mit Indorex-Fogger zu vernebeln

.Flöhe

 

Obwohl es EFFIPRO auch als Spot on zum Auftropfen gibt, ist bei akutem starken Flohbefall der Behandlung mit dem Spray der Vorzug zu geben. Durch das Aufsprühen wird sofort eine gleichmäßige Konzentration des Mittels vom Schwanz bis zu den Ohrenspitzen erreicht. Der gleichzeitige Wirkungseintritt am ganzen Tier ist so garantiert. Da der im Spray enthaltene Wirkstoff „Fipronil“ in den Talgdrüsen und Haarbälgen gespeichert und von dort kontinuierlich in das Fell abgegeben wird, hält die Schutzwirkung gegen Flöhe bei Hunden bis zu drei Monaten an, bei Katzen sechs Wochen. Gut zu wissen: EFFIPRO-Spray kann bei Hunde- und Katzenbabys schon ab dem zweiten Lebenstag verwendet werden und wirkt zusätzlich gegen Zecken und Haarlinge. Da Indorex den zur Zeit modernsten Insektenwachstumshemmer enthält, werden bei der Vernebelung der Wohnung mit dem Fogger alle Entwicklungsstadien der Flöhe verläßlich abgetötet. Die Wirkung hält mindestens sechs Monate an. Frauchen besprüht ab sofort auch die bevorzugten Liegeplätze (Sofa, Kratzbaumhöhle!) der vierbeinigen Familienmitglieder regelmäßig mit Indorex-Spray. Einer flohfreien Zukunft für Beagle, Mops und Kater steht somit nichts mehr im Weg.


Katzen wollen Aufgaben lösen!
Intelligenzspiele für Stubentiger

Samtpfoten sind nicht nur hervorragende Athleten und Jäger, sie sind auch zu erstaunlichen Denkleistungen fähig. Geben Sie Ihrer Mieze die Möglichkeit, Köpfchen zu beweisen und Sie werden begeistert sein! Für flotte Hütchenspieler Für dieses Spiel benötigen Sie Trockenfutterkroketten und zwei Plastikbecher. Stellen Sie die beiden Becher mit geringem Abstand vor Ihrer Katze auf. Nun zeigen Sie ihr das Leckerli, das Sie dann unter einem der beiden Becher verstecken. Mieze wird interessiert zusehen und dann gleich mit der Bergung des Leckerbissens loslegen. Besonders schüchterne Tiere schnüffeln zuerst einmal an den Bechern, die selbstbewussten setzen gleich die Pfote ein und versuchen, den Behälter durch Anstupsen zu Fall zu bringen. Hat Ihre Katze die Aufgabe erfolgreich gelöst, dann können Sie den Schwierigkeitsgrad erhöhen, indem Sie die Krokette heimlich unter einem Becher verstecken. Verwenden Sie für dieses Spiel leichte Kunststoffbecher, damit Ihre Katze sie gut umstoßen kann. Wenn Sie die leichten Becher gegen leere hohe Joghurtbecher tauschen, erhöht sich der Schwierigkeitsgrad des Spiels.

Beschäftigung macht schlau. Beschäftigen Sie sich täglich mit Ihrer Katze! Die Lern- und Intelligenzleistungen Ihres vierbeinigen Lieblings sind umso beeindruckender, je mehr Zeit und Liebe Sie in die Mensch-Tier-Beziehung investieren.

Ping Pong Party

Tischtennisbälle sind aufgrund ihrer Eigenschaften sehr beliebt: Sie sind leicht und lassen sich gut mit der Pfote durch die Gegend schießen. Für dieses Intelligenzspiel benötigen Sie einen flachen Kunststoffbehälter aus der Küche. Legen Sie ein bis zwei Trockenfutterkroketten auf den Boden der Box und befüllen Sie diese mit einigen Tischtennisbällen. Es sollte genügend Platz vorhanden sein, damit Ihre Katze die Bälle verschieben kann und ohne großen Aufwand an die Leckerbissen kommt. die Gegend schießen.

Katzen

Für dieses Intelligenzspiel benötigen Sie einen flachen Kunststoffbehälter aus der Küche. Legen Sie ein bis zwei Trockenfutterkroketten auf den Boden der Box und befüllen Sie diese mit einigen Tischtennisbällen. Es sollte genügend Platz vorhanden sein, damit Ihre Katze die Bälle verschieben kann und ohne großen Aufwand an die Leckerbissen kommt.

Katzen

 

Denise Seidl

Denise Seidl
Tierpsychologin
www.tierpsychologie.at

 

 

 


 

Schilddrüsenüberfunktion
Häufigste Hormonstörung älterer Katzen

Kater Fred war sein ganzes Leben lang ein gut genährtes Tier mit glänzendem Fell und starken Nerven; nichts konnte den gemütlichen Zimmertiger aus der Ruhe bringen. Jetzt im Alter von 15 Jahren ist er nicht wiederzuerkennen: Er ist schreckhaft, hektisch und nervös geworden. Obwohl er mit Heißhunger frisst, wird er immer dünner, er ist schon richtig mager. Auch seine Verdauung ist aus dem Gleichgewicht: Durchfall und Erbrechen sind an der Tagesordnung. Fred trinkt viel mehr als früher und uriniert dementsprechend viel. Mit seinem struppigen Fell wirkt er ausgesprochen krank!

schilddrüse 1 Nach einer gründlichen Durchuntersuchung beim Tierarzt steht fest, dass Fred an einer Überfunktion der Schilddrüse leidet. Dies ist die häufigste hormonelle Störung bei Katzen ab 12 Jahren. Bei jüngeren Tieren kommt diese Hormonstörung nur sehr selten vor und bei Samtpfoten unter vier Jahren gar nicht. Viele Katzenbesitzer glauben zuerst, dass es am Alter liegt, wenn ihr Vierbeiner trotz Heisshungers und guter Futteraufnahme immer dünner wird, aber Alter ist keine Krankheit.

Früherkennung ermöglicht frühe Behandlung
Ältere Katzen sollten zweimal jährlich zur Vorsorgeuntersuchung gebracht werden. Denn bei der dabei anfallenden großen Blutuntersuchung werden nicht nur die Leber- bzw. Nierenwerte und Zucker bestimmt, sondern auch das Schilddrüsenhormon Thyroxin (T4). Ist dieses erhöht, ist das ein sicherer Hinweis auf eine Überfunktion der Schilddrüse. Um das Ausmaß und die Ursache der Schilddrüsenüberfunktion noch genauer zu definieren, stützt man sich auf eine weiterführende Untersuchungsmethode, die Szintigraphie.

Was geschieht bei der Szintigraphie?
Die Szintigraphie ist ein bildgebendes Verfahren aus dem Bereich der Nuklearmedizin. Es handelt sich um eine Untersuchungsmethode bei der dem Patienten eine geringe und unschädliche Menge eines radioaktiven Stoffes verabreicht wird, und dann deren Verteilung im Körper verfolgt wird. Anders als bei anderen bildgebenden Verfahren, wie Röntgen oder Computertomographie, ist das Ergebnis der Szintigraphie aber keine hochauflösende Darstellung der Körperstrukturen, sondern ein Bild oder eine Bilderfolge, die Körperfunktionen darstellt. Dabei kann es sich um allgemeine Funktionen wie die Durchblutung einer bestimmten Körperregion handeln oder um spezielle Organfunktionen wie die Ausscheidungsleistung der Nieren. Je nach Untersuchungsrichtung werden dem Patienten dazu verschiedene Radiopharmaka verabreicht. Das sind spezielle Arzneimittel die an radioaktive Isotope gebunden sind. Zumeist werden diese Substanzen dem Patienten gespritzt, verteilen sich im Körper und unmittelbar nach der Verabreichung oder einer Wartezeit von bis zu drei Stunden werden die Aufnahmen gemacht. Das Bild entsteht, weil von den radioaktiven Isotopen Strahlung ausgeht (ionisierende Strahlung). Diese Strahlung wird mit einer Gammakamera registriert und in ein Bild umgewandelt. Aus dem Verteilungsmuster in dem Bild, das heißt aus dem vermehrten oder verminderten Auftreten oder Fehlen von Strahlung in einem Organ, wird dann auf dessen Funktion oder Fehlfunktion rückgeschlossen. Die häufigsten Anwendungen beim Kleintier sind, wie in der Humanmedizin, Schilddrüsenuntersuchungen, Nierenfunktionsuntersuchungen und Knochenuntersuchungen.

Szintigraphie der Schilddrüse
Mit Hilfe der Schilddrüsenszintigraphie ist es möglich, eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse zu bestimmen. Bei Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) und unklaren Fällen ist es wichtig, zu lokalisieren wo sich der Auslöser befindet. Denn vor allem bei Katzen mit Hyperthyreose kann es vorkommen, dass nicht die Schilddrüse alleine, sondern auch zusätzliches außerhalb der Schilddrüse liegendes Gewebe (ektopes Schilddrüsengewebe) der Auslöser für die Hyperthyreose ist. Derartiges ektopes Gewebe kann sich an verschiedenen Stellen im Körper befinden, z.B. im Brustkorb. Wenn man als Therapie für die Schilddrüsenüberfunktion nun die chirurgische Entfernung wählt und das ektope Gewebe nicht berücksichtigt, bleibt der Therapieerfolg aus.

Szintigraphie von Knochen Mit Knochenszintigrammen werden Stoffwechselreaktionen des Knochens auf bestimmte Krankheiten dargestellt. Entzündungen, Brüche, Haarrisse, Tumormetastasen und andere Erkrankungen lassen sich so oft Tage bis Monate früher erkennen als im Röntgen. Zusätzlich ist es möglich das gesamte Skelett in einem Untersuchungsschritt darzustellen. Dies ist z.B. dann ein großer Vorteil, wenn der Ursprung einer Lahmheit bei der klinischen Untersuchung nicht auf ein bestimmtes Gebiet festgelegt werden kann. Mit dem Röntgen müsste man unzählige Bilder anfertigen um einen Überblick zu bekommen.

Szintigramm der Niere
Die Nierenszintigraphie wird bei Hunden und Katzen vor allem zur Bestimmung der Nierenfunktion eingesetzt. Die sogenannte Isotopennephrographie erlaubt eine deutlich genauere Bestimmung der Nierenfunktion als reine Blutuntersuchungen und bietet den Vorteil, dass die Arbeitsleistung der rechten und linken Niere getrennt bestimmt werden kann. Dies ist besonders wichtig, wenn eine Niere entfernt werden soll, da nur mittels Szintigraphie bestimmt werden kann, ob die verbleibende Niere auch wirklich ausreichend arbeiten würde.

Meist Kurznarkose nötig
Um auswertbare Ergebnisse zu erhalten, ist es wichtig, dass der Patient bei der Untersuchung absolut still hält. Eine Untersuchung dauert zwischen einer und zwanzig Minuten, weshalb die meisten Patienten für die Dauer der Untersuchung entweder beruhigende Medikamente verabreicht bekommen oder in Kurznarkose gelegt werden. Nach der Untersuchung müssen die Patienten für 12-48 Stunden an der Klinik verbleiben. Der Grund dafür: Ein Teil des Radiopharmakons wird mit dem Urin und Kot ausgeschieden, der Rest verbleibt im Körper und zerfällt langsam. Es gehen also sowohl vom Patienten als auch von seinen Ausscheidungen für kurze Zeit radioaktive Strahlung aus. Um den Tierbesitzer vor dieser minimalen Strahlenbelastung zu schützen, bleiben die Patienten solange im Strahlenschutzbereich bis sie sicher entlassen werden können.

Dr. Maximilian Pagitz

Dr. Maximilian Pagitz
ScintiVET
Veterinärmedizinische Universität Wien
Veterinärplatz 1
A - 1210 Wien
Maximilian.Pagitz@vetmeduni.ac.at

 

 


Papageien: Farbenprächtig, intelligent und gesellig
Wissen über artgerechte Haltung wichtig

amazonen

Zu den am häufigsten in Österreich gehaltenen Großpapageien gehören neben Wellensittich, Nymphensittich und Agaporniden (die Unzertrennlichen) der afrikanische Graupapagei und die Blaustirnamazone. Auch Kakadus - zum Beispiel Gelbhaubenkakadus - und Aras (Gelbbrustara) sind, wenn auch weniger häufig, als Haustiere anzutreffen.

Papageien haben spezielle Anforderungen
Bedingt durch ihre Größe, ihr Sozialverhalten und auch ihre Kommunikation – Papageien verursachen oft ohrenbetäubenden Lärm - brauchen diese Vögel spezielle Bedingungen, um ihnen eine artgerechte Haltung und Fütterung zu bieten und ihnen die Möglichkeit zu geben, mit ihrer „menschlichen“ Umgebung in Eintracht zu leben. Sehr viele Krankheiten unserer exotischen Patienten werden durch Fütterungs- oder Haltungsfehler hervorgerufen. Das neue Tierschutzgesetz hat sich eingehend damit befasst, um einerseits Haltungsmissstände auszumerzen und andererseits für die einzelnen Arten Richtlinien für eine artgerechte Haltung und Fütterung auszuarbeiten. Das neue Tierschutzgesetz vom 17. Dezember 2004 gibt in der 2. Tierhaltungsverordnung mit seinen Anlagen sehr detaillierte Angaben zu den besonderen Anforderungen zur Haltung von Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Amphibien, Fischen und Wildtieren. *http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/tierschg/

Papageienhaltung zum Wohlfühlen
Die Käfig- beziehungsweise Volierenhaltung muß den Tieren soviel Raum geben, dass physiologische (natürlich angeborene) Bewegungsabläufe ausgeführt werden können und die Futtersuche nach Papageienart ablaufen kann. Ein Käfig, der nicht genug Raum zum Fliegen bietet, ist Tierquälerei; jeder Papagei muss ausreichend Platz zum Fliegen haben! Papageien sind sehr intelligent, können aber auch sehr zerstörerisch sein. Daher muss ihnen genügend Abwechslung durch wechselnde Ausstattung des Käfigs und häufig wechselnde Spielsachen geboten werden. Auch wenn dies bedeutet, dass immer wieder neue Gegenstände für die Zerstörung zur Verfügung gestellt werden. Da die Einzelhaltung von Tieren, welche natürlicherweise in Paaren oder Gruppen leben, verboten ist, dürfen Papageien nicht einzeln gehalten werden. Die meisten Papageien leben zeitlebens in ein und der selben Partnerschaft. Somit ergibt sich bei einer Vergesellschaftung die schwierige Aufgabe, den idealen Partner für ein Individuum auszusuchen. Institutionen, wie zum Beispiel die „Arge Papageien“, können im Rahmen ihres Vergesellschaftungsprogrammes bei der „Partnerwahl“ hilfreich sein.

kakadu

Traditionelle Körnerfütterung veraltet
Entsprechend der Herkunft der jeweiligen Papageienart ist auch die geeignete Fütterung zu wählen. Das Futter muss dem natürlichen Futterangebot entsprechen, also abwechslungsreich und artgerecht sein. Bei der Beschaffung der Futtermittel ist es wichtig, auf die Qualität der Herkunftsquelle zu achten, um von vornherein fütterungsbedingte Erkrankungen - vor allem Mycotoxikosen ( Schimmelpilzvergiftung) ausschließen zu können. Damit das Futter nicht durch Kot verschmutzt wird, muß auf die Anordnung der Einrichtungsgegenstände des Käfigs (Sitzstangen!) geachtet werden. Da der begrenzte künstliche Lebensraum und das Fütterungsangebot in Gefangenschaft immer nur einen Ersatz und eine versuchsweise Imitation des natürlichen Lebensraums bedeutet, muss daher noch stärker auf die Qualität der Futtermittel geachtet werden. Die traditionelle Körnerfütterung gilt für die verschiedenen Papageienarten schon seit Jahren als veraltet. Ein breites Angebot an qualitativ sehr gutem Pellet-Futter in Verbindung mit Futtermitteln, die dem Erkundungstrieb der Tiere entgegenkommen und erforscht werden können (Zuckerrohr, Ölfrüchte usw.), steht seit Jahren im guten Fachhandel zur Verfügung. Die Nahrungspalette kann mit Obst und Gemüse erweitert werden. Auf ausreichend Trinkwasser in reiner Qualität ist täglich zu achten. Zusätze für das Trinkwasser oder sogar Trinkwasserersatz (blaue Wässerchen in manchen Zoogeschäften) und Mittel um die „Veralgung zu verhindern“ oder „zur Desinfektion“ sind strikt abzulehnen. Die einzigen Zusätze, welche man ins Trinkwasser geben darf, sind bei Bedarf Vitaminpräparate.

Erkrankungen – oft erst spät bemerkt

Da die meisten Vögel erst in einem fortgeschrittenem Stadium ihrer Erkrankung dem Tierarzt vorgestellt werden, weil dem Besitzer oft nicht auffällt, dass die Tiere verändert und krank sind, sind diese Papageien sehr häufig Intensivpatienten und bedürfen einer sorgfältigen, aber raschen Untersuchung, um den Stress für sie so gering und kurz wie möglich zu halten. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Tierbesitzer ihre Papageien gut beobachten und die natürlichen Verhaltensmuster kennen. Meist sitzen kranke Vögel aufgeplustert und teilnahmlos im Käfig.

papageien

Sobald sie sich jedoch beobachtet fühlen (z.B. wenn jemand näher an den Käfig herantritt), nehmen sie wieder ein „normales“ Aussehen an. Dies ist ein natürlticher Instinkt, damit sie ihren Feinden nicht „krank“ erscheinen. Erstes Anzeichen für Erkrankungen können veränderte Ausscheidungen sein. Das Verhältnis Kot zu Harn und Harnsäureanteil kann sich ändern, die Qualität (weicher, härter, schaumig, unverdaute Futterbestandteile usw.) sowie die Farbe (gelb, cremefarben, rötlich, schwarz,...) können schon einen Hinweis auf die spezifische Erkrankung geben. Bedingt durch falsche Fütterung und Haltung (Vitaminmangel, unausgewogene Nährstoffe, zu trockene Luft,... ) können Pilzerkrankungen wie die Aspergillose des Atemtraktes auftreten. Die Tiere zeigen dabei Schweratmigkeit, welche in fortgeschrittenen Fällen zu regelrechter Atemnot führt. Dies vor allem dann, wenn Pilzgranulome die Luftröhre verschließen, was zu lebensbedrohlichen Situationen führen kann. Weiters kann es durch Aflatoxine ( Stoffwechselprodukte der Pilze) zu Leber- und Nierenschäden kommen.

Manche Arten - z.B. der afrikanische Graupapagei - haben physiologischerweise einen höheren Bedarf an Mineralstoffen (Calzium). Fällt der Calziumspiegel unter einen bestimmten Wert, können die Tiere Krampfanfälle entwickeln (Foto 1), welche sehr dramatisch verlaufen, vor allem wenn der Besitzer nicht rechtzeitig reagiert und geeignete tierärztliche Intervention nicht gegeben ist. Unter gewissen Umständen - zum Beispiel bei weiblichen Tieren in der Legetätigkeit - kann es auch bei allen anderen Papageienarten bei nicht adäquater Ernährung zu Calziumstoffwechselstörungen und damit verbundener Legenot kommen (Foto 2). Bei ungeeigneter Zusammenpaarung oder haltungsbedingter Enge ohne Rückzugsmöglichkeit kann es sogar unter harmonisierenden Paaren, vor allem bei Kakadus, zu schweren Verletzungen des Weibchens durch das Männchen kommen (Foto 3), welche manchmal sogar tödlich enden. Neben den haltungs – und fütterungsbedingten Erkrankungen treten immer wieder Infektionskrankheiten auf, die für die Papageien sehr oft tödlich verlaufen und auch für den Menschen gefährlich werden können. Ein bekanntes Beispiel ist die Psittakose (Papageienkrankeit), die beim Menschen von leichten Atemwegsinfekten bis zu schweren Lungenentzündungen führen kann. Diese Erkrankungen sind mit geeigneten Tests jedoch gut nachweisbar, sodass zwischen kranken und gesunden Papageien unterschieden werden kann.

papageien

Holeitner

Tierklinik Strebersdorf Hochleithner GmbH
Mag. Claudia Hochleithner
Dr. Manfred Hochleithner
Mühlweg 5
1210 Wien
www.kleintierklinik.at