Aktuell
Abo bestellen
Probeheft
Mediadaten
online werben
Downloads
Hintergrundbilder
Mediadaten [PDF]
Archiv
Archiv Ausgabe 05/06 2011
Hier finden Sie ausgesuchte Artikel der März/April Ausgabe 2011
Gesunde Haut
Neues Spot-on stärkt Schutzfunktion
Reisekrankheiten
Schützen Sie Ihren Hund
Erste Hilfe für den Hund
Richtig reagieren im Notfall
Wildkatzen im Wohnzimmer?
Fragwürdige Trends in der Katzenzucht
Gesunde Haut
Neues Spot-on stärkt Schutzfunktion
Dichtes, glänzendes Fell ist ein Zeichen für Gesundheit und Vitalität. Daher bemühen sich viele Hunde- und Katzenbesitzer sehr um das äußere Erscheinungsbild ihrer Lieblinge. Trotzdem lässt das Ergebnis oft zu wünschen übrig: Obwohl Bennys Herrchen den Mischlingsrüden täglich bürstet, ist das Fell glanzlos und schuppig. Benny verliert viele Haare und verströmt einen unangenehmen Körpergeruch. Als Ursache dafür stellt der Tierarzt eine ölige Seborrhoe fest. Noch ärmer dran ist die kleine Pudelhündin Susi. Sie leidet an Hausstaubmilbenallergie, einer Form der Atopie. Unter „Atopie“ versteht man die Bereitschaft zu Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Umweltstoffe, die eingeatmet werden: Zum Beispiel Pollen, tierische oder menschliche Hautschuppen und Hausstaubmilben.
Die Atopie ist genetisch festgelegt und vererbbar. Sie verstärkt auch die Bereitschaft zu allen anderen Allergien. Obwohl die Verursacher der Atopie Inhalationsallergene sind, reagieren atopische Tiere immer mit der Haut. Juckende Hautentzündungen an den Pfoten, um die Augen, an der Schnauze, in den Achselhöhlen und in der Leistengegend sind typisch. Weibliche Hunde sind anfälliger als männliche. Kater Romeo ist zwar nicht allergisch, hat sich aber Hauträude eingefangen und sieht erschreckend aus: Sein Körper ist von Pusteln, kleieartigen Belägen und zerklüfteten Krusten bedeckt. Offensichtlich wird Romeo von heftigem Juckreiz gequält; er kratzt sich wie verrückt. Räude ist von Katze zu Katze sehr ansteckend und befällt Samtpfoten jeden Alters.
Intakte Hautbarriere verhindert Hauterkrankungen
Früher dachte man, dass eine gestörte Hautbarriere die Folge von entzündlichen Hauterkrankungen sei; heute weiß man, dass es genau umgekehrt ist: Hauterkrankungen sind die Folge einer geschädigten Barrierefunktion der Haut! Die Hautbarriere wirkt wie eine Schutzmauer. Den Aufbau kann man sich in etwa so vorstellen: Hautzellen der obersten Hautschichte sind die Ziegelsteine und der zwischen den Zellen befindliche Lipidkomplex ist der Mörtel. Eine intakte Hautbarriere schützt gegen Schädigungen von außen, bietet Schutz vor dem Eindringen von Allergenen und Krankheitserregern und reguliert den Feuchtigkeitsgehalt der Haut. Und genau wie eine Mauer zerfällt, wenn der Mörtel brüchig wird, verliert die Haut ihre Schutzfunktion, wenn der Lipidgehalt zwischen den Hautzellen reduziert wird; der Weg für Hauterkrankungen ist dann frei: Atopische und allergische Hautentzündungen, seborrhoeische Störungen, trockene Haut und stumpfes Fell, bakterielle und pilzbedingte Infektionen der Haut sind eng mit einem deutlich reduzierten Lipidgehalt der Haut verbunden. Lipide sind für den Feuchtigkeitsgehalt und die Geschmeidigkeit der Haut verantwortlich. Sie beinhalten ungesättigte Fettsäuren und regulieren den Wasserhaushalt der Haut. Nur wenn genügend Lipide zwischen den Zellen vorhanden sind, bleibt der Schutzwall der Haut intakt und die Haut gesund - Vorbedingung für ein schönes Fell.
Allerderm Spot on stellt Hautbarriere wieder her
Die Besitzer von Benny, Susi und Romeo können jedoch aufatmen: Mit dem vom Tierarzt verordneten neuen Spot on aus der Allerderm-Reihe ist es möglich, die Haut der Vierbeiner rascher zu heilen und dauerhaft gesund zu erhalten. Das Spot on enthält einen Lipidkomplex, der der Zusammensetzung und Struktur von körpereigenen Lipiden der Hautbarriere (Ceramide, ungesättigte Fettsäuren und Cholesterol) perfekt nachgebildet ist und daher von den Hautzellen in die Hautbarriere eingebaut wird, sodass rasch wieder eine intakte Schutzmauer entsteht. Außerdem regt Allerderm Spot on die Bildung von körpereigenen Lipiden an, was zur Normalisierung des Hautlipidspiegels und dauerhafter Stärkung der Haut führt.
Therapiebegleitende Pflege bei allen Hautkrankheiten
Das neue Spot-on wird von Anfang an zur unterstützenden Begleitung der konventionellen Therapien angewendet. Auch bei Benny, Susi und Romeo: Mischlingsrüde Benny wird mehrmals mit Sebolytic-Shampoo gebadet, um die Schuppen zu lösen und überschüssiges Fett zu entfernen. Nach jedem Bad wird erneut Allerderm Spot on aufgetragen. Nach wenigen Behandlungen hat sich Bennys Haut regeneriert und Benny riecht auch nicht mehr unangenehm. Um Pudelhündin Susi vom quälenden Juckreiz und den bereits schmerzhaften entzündeten Stellen zu befreien, verschreibt der Tierarzt einen innovativen Hautspray für Hunde ( Cortavance- Spray). Dieser Spray ist das erste Hydrokortison-Präparat für Tiere und ersetzt die früher bei entzündlichen Hautentzündungen üblichen Kortison-Injektionen beziehungsweise Kortison-Tabletten.Sowohl Injektionen als auch Tabletten riefen ungesunde Nebenwirkungen, wie Heißhunger, vermehrten Durst mit Harndrang in der Nacht, erhöhte Infektionsanfälligkeit und Hautverdünnung hervor. Im Gegensatz dazu ist Cortavance-Spray nebenwirkungsfrei, da dieser nur in der Haut wirkt und nicht in den Organismus aufgenommen wird. Selbstverständlich wird auch Susi gleichzeitig mit Allerderm-Spot-on behandelt. Kater Romeo benötigt antiparasitäre Behandlungen gegen Räudemilben. Zur Unterstützung des Wiederaufbaus der äußeren Schutzschichte der Haut tropft ihm sein Frauchen Allerderm-Spot-on auf.
Einfach in der Anwendung – dauerhaft in der Wirkung
Zur Wiederherstellung derHautbarriere wird Allerderm-Spot-on bei hautkranken Hunden und Katzen anfangs ein- bis dreimal wöchentlich (in schweren Fällen auch täglich) direkt auf die Haut getropft.Zu diesem Zweck muss das Fell im Nackenund Schulterbereich gescheitelt werden. Um die Schutzfunktion der Haut aufrechtzuerhalten und um einem Rückfall vorzubeugen, ist eine Erhaltungsbehandlung mit dem Spot-on nötig: Die regelmäßige monatliche Anwendung sorgt für eine dauerhaft stabile und gesunde Haut.
Dr. Herta Puttner Fachtierärztin für Kleintiere
Reisekrankheiten
Schützen Sie Ihren Hund
Hunde hängen sehr an der Familie und keine noch so gute Tierpension kann Herrchen und Frauchen ersetzen. Da sie anpassungsfähige und meist gutgelaunte Reisebegleiter sind, können die Vierbeiner problemlos auf Urlaub mitgenommen werden. Wichtig ist jedoch der vorbeugende Schutz gegen Reisekrankheiten: Denn durch die weltweite Erwärmung und den zunehmenden Hundetourismus im Zuge der Globalisierung hat sich das Verbreitungsgebiet der Überträger gefährlicher Reisekrankheiten beim Hund deutlich vergrößert. Waren Krankheiten wie Leishmaniose und Herzbzw. Hautwurmkrankheit vor zehn bis fünfzehn Jahren noch ausschließlich auf südliche Regionen beschränkt, so kommen sie heute auch schon in Deutschland und Österreich vor. Die Gefahr sich mit einer Reisekrankheit anzustecken ist für Hunde in folgenden Ländern besonders groß: Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Serbien, Griechenland und Türkei. Ein mittleres Risiko besteht in Deutschland, Österreich, Schweiz, Polen, Ungarn und Rumänien.
Stechmücken übertragen Dirofilariose (Herz- und Hautwurmkrankheit) 
Labrador Axl verbrachte den letzten Urlaub mit seinem Herrchen in Kroatien. Danach litt er plötzlich an schwerer Atemnot und heftigen Hustenanfällen. Umfassende Untersuchungen im Tierspital führten zur Diagnose „Herzwurmkrankheit“. Die Übertragung der Herzwurmkrankheit erfolgt durch Stechmücken, die beim Blutsaugen die Mikrofilarien (eine Entwicklungsstufe des Herzwurms „Dirofilaria immitis“) aufnehmen. In der Mücke entwickeln sich diese zu infektiösen Larven, die beim nächsten Saugakt wieder in einen Hund gelangen. Zum Blutsaugen bohrt die Mücke ein kleines Loch in die Haut des Opfers, durch das sie den Saugrüssel mit zwei Röhren schiebt. Während durch das eine Rohr Speichel fließt, saugt die Mücke durch das andere Rohr Blut. Der Speichel enthält einen Gerinnungshemmer, damit das Blut während des Saugens nicht verklumpt. Der Juckreiz nach dem Mückenstich wird durch den in der Haut verbliebenen Speichel ausgelöst. Wie bei Flöhen und Zecken ist es der Speichel, durch den die Krankheitserreger übertragen werden. Die Herzwurmlarven dringen in die Blutbahn ein und gelangen bis ins Herz. Die erwachsenen Herzwürmer, die bis zu 30 cm lang werden, verstopfen die rechte Herzkammer und die Lungenarterie. Herzerweiterung und Lungenthrombosen sind die Folge. Die betroffenen Vierbeiner sind matt, leiden an Atemnot, Husten, Leberstauung, Bauchwasser und Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen. Die Behandlung der Herzwurmkrankheit ist möglich, aber schwierig und für die Hunde gefährlich. Auch der Hautwurm „Dirofilaria repens“ wird von Stechmücken beim Blutsaugen übertragen. Die bis zu 17 cm langen Würmer leben vorzugsweise in den tiefen Hautschichten der betroffenen Hunde und können hier mehrere Jahre überleben. Viele Hunde zeigen nach einer Infektion keinerlei Krankheitserscheinungen, die Infektion bleibt unbemerkt. In einigen Fällen treten jedoch walnuss- bis hühnereigroße Hautknoten auf, in deren Zentrum sich ausgewachsene Würmer befinden. Hochgradiger Juckreiz, großflächige Hautentzündungen und Haarverlust fallen auf. Achtung: Der Hautwurm ist auch für den Menschen gefährlich. Bei diesem treten die Würmer oft in der Bindehaut des Auges auf oder verursachen ähnlich wie beim Hund knotige Anschwellungen in der Haut. „Dirofilaria repens“ ist in Österreich bereits in einigen Bundesländern heimisch.
Leishmaniose- Infektion durch Sandmücken
Schäferhündin Cora machte vor sechs Monaten mit ihren Besitzern Ferien in Süditalien. Jetzt bietet sie ein Bild des Jammers: sie ist abgemagert und apathisch, das Fell ist stumpf und wirkt wie von Motten zerfressen. Die Ohrränder sind schuppig, das Krallenbett entzündet und die Krallen übermäßig lang. Laboruntersuchungen bestätigen den Verdacht des Tierarztes, dass Cora in Italien mit Leishmaniose infiziert wurde. Besonders im mediterranen Raum sorgen Sandmücken für eine zusätzliche Bedrohung. Sie übertragen die Erreger der Leishmaniose - eine überaus heimtückische Erkrankung, die sich erst Monate, manchmal sogar erst Jahre nach der Ansteckung zeigt. Die Erreger verbreiten sich nach dem Mückenstich zuerst in der Haut. Vor allem am Kopf entstehen Hautveränderungen wie Haarausfall, Juckreiz, starke Schuppenbildung bis hin zu Knoten mit eitrigen oder geschwürigen Veränderungen. Hochgradig gesteigertes Längenwachstum der Krallen ist feststellbar. Später werden auch die inneren Organe und das Knochenmark befallen.
Ohne Behandlung sterben die Tiere. Eine Therapie ist langwierig, kostspielig und unbefriedigend. Die Hunde erscheinen zwar vorübergehend gesund, aber da die Erreger nicht vollständig abgetötet werden können, kommt es immer wieder zu neuen Krankheitsschüben und die Tiere müssen lebenslang behandelt werden. Leider gibt es auch schon in Österreich sehr viele Leishmaniose-positive Hunde. Leishmaniose gehört zu den Zoonosen, was bedeutet, dass eine Übertragung vom Tier auf den Menschen möglich ist. Weltweit sind zwölf Millionen Menschen an Leishmaniose erkrankt. Es ist daher wichtig zu wissen, dass erkrankte Individuen die Erreger nicht nur im Blut, sondern in jedem Gewebe des Organismus enthalten. So scheiden Hunde Leishmanien auch über Harn und Samen aus. Da Sandmücken nachtaktiv sind, sollte man Hunde in Risikogebieten niemals im Freien übernachten lassen.
Sicher schützen mit Advantix
Die beste Vorbeugung gegen Reisekrankheiten ist ein verlässlicher Schutz gegen Mücken und andere Ektoparasiten, wie Flöhe und Zecken. Da die Übertragung der Erreger der oben genannten Reisekrankheiten beim Blutsaugen erfolgt, muss dieses verhindert werden.
Das heißt, eine lediglich mückenabtötende Wirkung wäre zu wenig. Wirklich zuverlässig schützt nur ein parasitenabstoßendes (repellierendes) Mittel, das die Mücken abwehrt, bevor sie stechen. Gut bewährt haben sich Präparate mit dem Wirkstoff Permethrin, wie das Spot-on „Advantix“. Es wird nach dem Scheiteln des Haarkleides auf die Haut getropft und bewirkt, dass Stech- und Sandmücken die Flucht ergreifen, bevor es noch zum Stich kommt. Eine Erregerübertragung wird so wirkungsvoll verhindert. Das Spot-on wirkt auch abwehrend gegen Zecken und tötet Zecken und Flöhe ab. Advantix erhalten Sie bei Ihrem Tierarzt.
Dr. Herta Puttner / Fachtierärztin für Kleintiere
Erste Hilfe für den Hund
Richtig reagieren im Notfall
Seit zwei Jahren bietet die Abteilung für Anästhesiologie und perioperative Intensivmedizin der Veterinärmedizinischen Universität Wien Erste-Hilfe-Kurse für Hundebesitzer an. Der große Zulauf zu diesen Kursen zeigt, dass bei Tierbesitzern Bedarf an Wissen zu diesem Thema besteht. Jeder Hundehalter hofft zwar, dass sein Vierbeiner niemals in eine lebensbedrohliche Situation kommt, aber falls der Notfall doch eintritt, kann eine angemessene Reaktion und Erstversorgung lebensrettend sein. Auch tiermedizinische Laien können sich durch Fortbildung und Übung ein gewisses Grundwissen zum Untersuchungsgang und Notfallmaßnahmen erarbeiten. Dies ersetzt zwar keinesfalls die Therapiemaßnahmen beim Tierarzt, kann aber im Notfall das Leben des Tieres retten. Erstuntersuchung des Hundes Auch beim offensichtlichen Vorliegen von Verletzungen sollten Sie immer den nachfolgenden Untersuchungsgang beibehalten, um wichtige Symptome nicht zu übersehen. Gehen Sie nach dem Schema „TAPS“ vor: Temperatur, Atmung, Herz- und Pulsfrequenz/- qualität, Schleimhautfarbe und Durchblutungszeit. Diese wenigen Parameter geben Ihnen als Tierbesitzer bereits erste Auskünfte, welche Erstmaßnahmen zu treffen sind. Weiterhin gewinnen Sie wichtige Informationen, die Sie schon im Vorfeld ihrem Tierarzt mitteilen können, damit dieser, noch bevor der Hund in der Praxis ankommt, bereits die richtigen Vorbereitungen für die Weiterversorgung treffen kann.
● Temperatur: Nicht immer ist ein Thermometer zur Hand, aber oft kann aber schon durch Befühlen des Tieres in Kombination mit der Umgebungstemperatur (heißer Sommertag?) ein Rückschluss auf die Körpertemperatur gezogen werden. Die Normaltemperatur des Hundes in Ruhe liegt etwas höher als beim Menschen bei 37.5 -38.5 °C, rektal gemessen.
● Atmung: Große Hunde haben normalerweise eine Atemfrequenz von 10 bis 30 Zügen pro Minute, kleine Hunde ca. 20 bis 50 Atemzüge pro Minute. Neben der Atemfrequenz kann man auch den Atmungstyp beurteilen: Achten Sie darauf, ob sich der Brustkorb Ihres Hundes gleichmäßig und regelmäßig hebt und senkt oder ob die Atmung angestrengt erscheint und die Bauchmuskulatur mitgenutzt wird, um die Ein-und/oder Ausatmung zu unterstützen? Achten Sie auch auf abnorme Atemgeräusche, da diese ein Hinweis auf erschwerte Atmung sein können.
● Herz-/Pulsfrequenz und Pulsqualität: Bei großen Hunden in Ruhe schlägt das Herz 60 bis 80mal in der Minute; bei kleinen Hunden 80 bis 120mal. Die Herzfrequenz ( Anzahl der Herzschläge pro Minute) können Sie bestimmen, indem Sie Ihre flache Hand auf das untere Brustkorb-Drittel auf der linken Seite des Hundes legen und den Herzschlag ertasten oder Sie hören den auf der rechten Seite liegenden Hund einfach ab. Zusätzlich sollten Sie auch die Pulsfrequenz ertasten: der Puls wird mit den Fingerspitzen in der Mitte der Innenseite des Oberschenkels gefühlt. Die zu tastende Arterie liegt strangförmig in einer Vertiefung zwischen mehreren Muskelbäuchen. Achten Sie darauf, ob es Unterschiede zwischen Herz- und Pulsfrequenz gibt (jeder Herzschlag sollte zu einer fühlbaren Pulswelle führen) und ob der Rhythmus von Herzund Pulsfrequenz gleichmäßig ist. Die ertastete Arterie sollte gut gefüllt und gespannt sein.
● Schleimhautfarbe und Durchblutungszeit: Durch das Hochziehen der Lefzen kann man die die Maulschleimhautfarbe beurteilen, die im Normalfall rosarot, feucht, glatt, glänzend und ohne Auflagerungen ist. Hat ihr Hund eine dunkel pigmentierte Schleimhaut, wird die Beurteilung schwierig! Blasse Schleimhaut kann auf einen niedrigen Blutdruck hindeuten, wird aber auch bei Kreislaufversagen oder Schock beobachtet. Auch Hunde mit Blutarmut oder sehr gestresste Tiere können blasse Schleimhäute aufweisen. Bläuliche Schleimhäute deuten auf Sauerstoffmangel hin; Ursachen können Atemnot, Herzerkrankungen oder Unterkühlung sein. Bei gelblichen Schleimhäuten ist meist ein Leberversagen die Ursache, bei kirschroten Schleimhäuten ist an eine Kohlenmonoxidoder Rauchgasvergiftung zu denken. Neben der Schleimhautfarbe wird auch die Füllungszeit der die Schleimhaut versorgenden, kleinsten Blutgefäße beurteilt; diese gibt Auskunft über die Durchblutung und damit Sauerstoffversorgung des peripheren Gewebes. Zur Bestimmung wird mit dem Finger die Maulschleimhaut „weiß gedrückt“, dann wird der Finger weggenommen und geschaut, wie schnell die weiße Schleimhaut wieder rosa wird. Bei einem Hund mit normaler Durchblutung wird die Schleimhaut in weniger als 2 Sekunden wieder rosa. Abweichungen von den oben genannten Parametern sind meist nicht normal, weshalb betroffene Tiere einem Tierarzt vorgestellt werden sollten.
Erste Hilfe und Wiederbelebungsmaßnahmen beim bewusstlosen Hund
Sollte der Hund nicht mehr ansprechbar sein, ist es essentiell, dass Sie als Herrchen oder Frauchen Ruhe bewahren. Wenden Sie den oben beschriebenen Untersuchungsgang in verkürzter Version an. Das Schlagwort lautet jetzt ABC: A steht für Atemwege, B für Beatmung und C für Kreislauf. Kontrollieren Sie die Atmung und öffnen Sie vorsichtig das Maul Ihres Hundes und sehen Sie nach, ob die oberen Atemwege frei sind. Entfernen Sie Erbrochenes und Schleim. Als nächstes untersuchen Sie den Kreislauf: Können Sie den Puls spüren? Ist ein Herzschlag zu hören? Als letzten Punkt des Untersuchungsgangs schauen Sie die Schleimhautfarbe an und bestimmen die Durchblutungszeit. Wenn Ihr Hund keine Atmung zeigt, die Durchblutungszeit nicht bestimmbar ist und weder Herz- noch Pulsschlag zu erkennen sind, beginnen Sie sofort mit der Wiederbelebung. Rufen Sie um Hilfe, denn für eine erfolgreiche Wiederbelebung sind mindestens zwei Personen nötig. Veranlassen Sie, dass ein Tierarzt informiert und ein Transport dorthin organisiert wird. Die Wiederbelebung gliedert sich grundsätzlich in zwei Teilaspekte: Herzmassage und Beatmung.
● Herzmassage: Diese erfolgt beim Hund in rechter Seitenlage auf einer festen Unterlage. Drücken Sie den Brustkorb mit einer Frequenz von 80 bis 120mal pro Minute um ca. ein Drittel ein. #
● Beatmung: Parallel zur Herzmassage beginnen Sie mit der Mund-zu-Nase Beatmung und zwar 10 bis 20 mal pro Minute; der Kopf des Tieres sollte dabei überstreckt werden und ein deutliches Heben und Senken des Brustkorbs sollte zu sehen sein. Überprüfen Sie immer wieder die Effektivität der Wiederbelebungsmaßnahmen, indem Sie den Puls fühlen und das Herz abhören. Unterbrechen Sie Ihre Wiederbelebungsmaßnahmen nur, wenn unbedingt nötig und bringen Sie Ihren Hund so schnell wie möglich zum Tierarzt, denn nur dort kann Ihr Hund optimal mit Sauerstoff und Notfallmedikamenten versorgt werden. Übung macht den Meister! Auch wenn Sie am Anfang unsicher sind, üben Sie den oben beschriebenen Untersuchungsgang immer wieder am eigenen Hund. Ihr Hund sollte sich daran gewöhnen, dass das Untersuchen (auch ins Maul schauen) nichts Schlimmes bedeutet und dass er dies zu tolerieren hat. So werden Sie sicherer und das hier Gelesene lässt sich leichter in die Praxis umsetzen. Erkundigen Sie sich, ob in Ihrer Umgebung Erste-Hilfe-Kurse für Hundebesitzer angeboten werden. In solchen Kursen können Sie unter Anleitung die nötigen Fertigkeiten erlernen und eventuelle Fragen klären. Erste-Hilfe-Kurse für Tierbesitzer finden an der Veterinärmedizinischen Universität Wien wieder im Herbst statt. Für weitere Informationen wenden Sie sich an eva.eberspaecher@vetmeduni.ac.at
Wildkatzen im Wohnzimmer?
Fragwürdige Trends in der Katzenzucht
Getreu dem Motto „Größer, schöner, besser!“ macht sich in der Katzenzucht seit einiger Zeit ein neuer und äußerst bedenklicher Modetrend bemerkbar: Das Kreuzen von kleinen Wildkatzenarten, wie Serval oder Karakal, mit domestizierten Katzen. Leider scheint nicht nur die „gemeine Hauskatze“ für viele ihre Faszination eingebüßt zu haben, auch die zahlreichen Katzenrassen können das Bedürfnis mancher Menschen, sich mit neuartigen, exotisch wirkenden Tieren zu umgeben, offensichtlich nicht mehr befriedigen. Im Zusammenhang mit solchen züchterischen Versuchen wird naturgemäß kaum jemals darüber gesprochen, wie Anpaarung, Trächtigkeit und Geburt verlaufen und was die Zucht für die Nachkommen bedeutet. 1980 soll es erstmals gelungen sein, einen Serval, eine in Afrika beheimatete Wildkatzenart, mit einer Siamkätzin zu verpaaren. Die Nachkommen wurden als „Savannah- Katze“ bezeichnet und seit Mitte der 1990er Jahre in den USA als neue Katzenrasse etabliert. Ein aktueller Modetrend besteht darin, den Karakal, eine afroasiatische Wildkatzenart, die auch als „Wüstenluchs“ bezeichnet wird, mit Abessinierkatzen zu kreuzen. Die Nachkommen werden als „Caracat“ bezeichnet und auf diversen Internetseiten bereits intensiv beworben. Servale und Karakale dürfen in Österreich von Privatpersonen nicht gehalten werden. Es gibt daher Züchter, die ihre Katzen zum Decken ins Ausland verbringen, was für die Tiere mit zusätzlichem Stress durch den Transport verbunden ist. Die Mühe scheint sich jedenfalls zu lohnen: Nachkommen aus solchen Kreuzungen werden um etwa 5.000 Euro angeboten; nach anderen Angaben kann in Einzelfällen sogar ein Kaufpreis zwischen 8.500 und 22.500 Euro (!) erzielt werden.
Den Preis bezahlen immer die Tiere
Die meisten Züchter bemühen sich zu verharmlosen: „Wüstenluchs liebt Hauskatze“ heißt es da beschönigend, während über Probleme allenfalls unter vorgehaltener Hand gesprochen wird. Was ist aber nun aus der Sicht des Tierschutzes wirklich gegen diese züchterischen Versuche einzuwenden? Bei genauerer Betrachtung stellt man bald fest, dass die Kreuzung von Wild- und Haustieren mit einer ganzen Reihe von Tierschutzproblemen verbunden ist: Allein die Tatsache, dass Serval und Karakal sich im Hinblick auf Größe, Gewicht und Trächtigkeitsdauer deutlich von Hauskatzen unterscheiden, zeigt, dass im Rahmen der Anpaarung, während der Trächtigkeit und bei der Geburt erhebliche Probleme auftreten können. Da die Nachkommen – insbesondere was die ersten Generationen betrifft – andere Haltungsansprüche stellen als Hauskatzen und zudem größer bzw. schwerer sind, erweist sich ihre Haltung nicht nur aus Tierschutzgründen, sondern auch unter dem Aspekt eines möglichen Sicherheitsrisikos als problematisch.
Schwergeburten sind an der Tagesordnung
Mit einer durchschnittlichen Schulterhöhe von 60 cm (Serval) bzw. 45 cm (Karakal) und einem Körpergewicht von bis zu 20 kg (Serval) bzw. 18 kg (Karakal) sind beide Arten der Hauskatze deutlich Wildkatzen im Wohnzimmer? Fragwürdige Trends in der Katzenzucht In Afrika, Arabien und Asien beheimatet: Der Karakal mein Haustier 39 überlegen, sodass die Katze bei der Paarung z.B. durch den Nackenbiss schwer verletzt oder sogar getötet werden kann.
Wurde die Katze dennoch erfolgreich gedeckt, so kann davon ausgegangen werden, dass der Leidensweg für das Muttertier erst beginnt: Da die Trächtigkeitsdauer beim Serval 71-74 Tage und beim Karakal ca. 70 Tage, bei der Hauskatze hingegen nur 58-63 Tage beträgt, kommt es häufig zu Früh-, Fehl- oder Totgeburten. Über möglicherweise geschädigte, aber grundsätzlich lebensfähige „Ausschusstiere“ und deren Schicksal ist nichts bekannt. Aber auch wenn die Nachkommen gesund sind, ist die Geburt für die Katze mit Belastungen verbunden, die über normale Geburtsschmerzen hinausgehen: Da die Mischlings-Föten größer sind als ungeborene Hauskatzen, kommt es häufig zu Schwergeburten. In Züchterkreisen wird berichtet, dass viele Muttertiere ihre Welpen nie alleine zur Welt bringen können, sondern entweder bei der Geburt sterben oder durch Notkaiserschnitt entbunden werden, um zumindest die wertvollen Welpen zu retten. Wen wundert es da, wenn Savannah- Züchter die Geburt von lebensfähigen Tieren der ersten Generation als ein lang ersehntes Wunder beschreiben! Da die Mischlingskatzen, jedenfalls in den ersten Generationen, andere bzw. höhere Ansprüche haben als Hauskatzen, sind auch bei der Haltung der Hybriden Tierschutzprobleme vorprogrammiert. So mancher Halter dürfte nach kurzer Zeit so überfordert sein, dass die Tiere abgegeben oder gar ausgesetzt werden. Angeblich wurden Tierärzte, die sich auf die Behandlung exotischer Tiere spezialisiert haben, bereits ersucht, eine in der Wohnung gehaltene Savannah-Katze mit dem Blasrohr zu impfen...
Krallenamputation im Kaufpreis inclusive
Zwar wird einerseits behauptet, dass Caracats keineswegs gefährlich seien, andererseits verkaufen US-amerikanische Züchter ausschließlich entkrallte Tiere und auch diese nur an Haushalte, in denen keine Kinder leben, die jünger als zwölf Jahre sind. Serval und Karakal dürfen, wie bereits erwähnt, in Österreich grundsätzlich nur in Zoos gehalten werden. Dass auch die Haltung der Nachkommen nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen problematisch ist, zeigen ausländische Regelungen: So unterliegen Tiere, die einer Kreuzung zwischen Wild- und Haustieren entspringen, im Bundesstaat New York bis einschließlich der vierten Generation einem Halteverbot; im städtischen Bereich dürfen auch spätere Folgegenerationen nicht gehalten werden. In Australien wurde die Einfuhr der Savannah u.a. aus Artenschutzgründen untersagt, da sie der Hauskatze auch bei der Jagd deutlich überlegen ist und daher eine Gefahr für die heimische Tierwelt darstellen kann.
Den Anfängen wehren
Da die Verpaarung von Hauskatzen mit Wildkatzen insbesondere für die Muttertiere mit erheblichen Leiden verbunden ist bzw. sogar tödlich enden kann und das österreichische Tierschutzgesetz die Neigung zu Schwergeburten ausdrücklich als Beispiel für Qualzuchtmerkmale anführt, ist davon auszugehen, dass die Vornahme solcher Züchtungen den Tatbestand der Tierquälerei erfüllt und damit verboten ist; die Tiere dürfen daher grundsätzlich nicht ausgestellt, importiert oder weitergegeben werden. Da allerdings unklar ist, bis zu welcher Nachfolgergeneration dieses Verbot anzuwenden ist, sollte bereits die Kreuzung zwischen Haus- und Wildtieren ausdrücklich verboten werden, wie dies in der Schweiz der Fall ist.










