Archiv Ausgabe 05/06 2010

Hier finden Sie ausgesuchte Artikel der Mai/Juni Ausgabe 2010

Ausgabe 07/08

Hundekinder wollen lernen

Welpenspielgruppen fördern

 

Ein Knoten in den Pfoten

Koordinationsprobleme beim Junghund


Wenn Haut und Ohren höllisch jucken

Allergien im Ansteigen

 

Erholung für zwei - Urlaub mit Hund

Familienmitglied „Hund“ gehört dazu

 

 

Hundekinder wollen lernen

Spielgruppen fördern altersgemäß

hundekinder wollen spielend lernen

Bis zur zwanzigsten Lebenswoche ist das Gehirn von Hundebabys noch besonders flexibel, so dass in kurzen Lerneinheiten viel Neues aufgenommen werden kann. In angeleiteten Welpenspielstunden soll dieses vorhandene Potential für Hund und Tierbesitzer optimal genützt werden. Dafür braucht es allerdings die bestaus-gebildeten Hundetrainer!

Die beiden Tierärztinnen Dr. Nora Marx-Dawid und Dr. Wiebke Bielenberg haben in einer zweijährigen Zusatzausbildung das nötige Wissen erworben und bieten regelmäßige Welpenspielstunden und Vorschulkurse für Welpen an.

In der Spielstunde, die wir für Sie besucht haben, tummeln sich einige drei bis vier Monate alte Welpen: Terrierkind Ashley, französische Bulldogge Xeno, Retrievermädchen Paula und Havaneser Emmy haben viel Spaß miteinander. Sie spielen, kriechen in bunte Stoffröhren und erklimmen Hindernisse. Obwohl sie nur zu viert sind, stehen ihnen beide Tierärztinnen zur Verfügung. Denn für eine Spielgruppe von vier bis acht Welpen müssen mindestens zwei TrainerInnen beigestellt werden. Mehr als acht Hündchen sollten nicht in der Gruppe sein.


Zutritt zur Welpenspielgruppe erst ab der 10. Lebenswoche
Da erst in diesem Alter ein Mindestimpfschutz der Welpen möglich ist, können jüngere Hunde nicht aufgenommen werden. Aber das Zeitfenster von der 10. bis 16. Lebenswoche ist groß genug, um den Hundekindern spielerisch Grundbegriffe angenehmer Umgangsformen mit Vier - und Zweibeinern zu vermitteln und sie auf das zukünftige Leben in der modernen, oft lärmerfüllten und hektischen Umwelt vorzubereiten.

Hunde müssen in jeder Situation auf den Besitzer hören
Die Spielstunde beginnt daher mit „Warten“. Die kleinen Vierbeiner müssen sich zuerst auf ihren Menschen konzentrieren und ein Hundekinder wollen lernen Welpenspielgruppen fördern altersgemäß paar Minuten warten. Danach dürfen sie zur Belohnung spielen. Die Welpen lernen so, dass sie nicht sofort mit anderen Hunden spielen können, sondern erst, wenn Herrchen oder Frauchen das Kommando dafür gegeben haben. Und sie lernen, auch im wildesten Spiel noch auf ihren Besitzer zu achten.

„Mobbing“ ist nicht erlaubt
Da jede Hunderasse ihre Eigenheiten in Körpersprache und Spielverhalten hat, müssen Welpen lernen, Mimik und Körpersprache ihrer Artgenossen richtig zu lesen. In der Welpenspielgruppe spielen die verschiedensten Rassen begeistert miteinander und die kleinen Vierbeiner lernen, sich im Spiel an wechselnde Partner und deren Körpersprache anzupassen. Die Spiele werden von den Trainerinnen angeleitet und beobachtet, so dass etwaiges Fehlverhalten eines oder mehrerer Welpen sofort unterbrochen werden kann. Das „Mobbing“ eines schwächeren oder unterlegenen Artgenossen wird nicht geduldet. Die kleinen Übeltäter werden hochgenommen, unter den Arm geklemmt und so lange nicht beachtet, bis sie sich entspannt haben. Erst dann darf weitergespielt werden.

Wichtige Lektion: Menschen sind keine Hunde
In der Welpenspielstunde lernen Hundekinder auch, dass Menschenhaut viel empfindlicher ist als Hundefell, wenn sie ihre spitzen Welpenzähnchen spielerisch daran ausprobieren. Durch passende Schulung entwickeln die Hündchen jetzt das später so wichtige Gefühl für ihre Kieferkraft.

 


Gelassen und sicher in jeder Umgebung
Viele Dinge, die für Menschen ganz normal sind, erschrecken Hunde. Schon allein das Gehen auf verschiedenen Oberflächen kann für einen jungen Hund zur Mutprobe werden. Deshalb wird auch dies in der Welpenspielstunde geübt: Ashley, Xeno, Paula und Emmy erklimmen tapfer eine Kiste, betreten Türmatten und Gitterroste, gehen über wackelige Oberflächen und lassen sich auch durch Kinderroller und Fahrrad nicht aus der Ruhe bringen. Denn im Welpenalter überwiegt noch die Neugierde und die Freude auf Neues über die Angst. Beim fröhlichen Spiel treffen unsere Hundekinder auf immer neue Herausforderungen wie flatternde Bänder, klappernde Dinge, Fahrradgeklingel, Luftballons und vieles mehr. Ashley, Xeno, Paula und Emmy werden als erwachsene Hunde sicherlich durch nichts so leicht aus der Ruhe gebracht werden. Nach den Welpenspielstunden wird die spielerische Ausbildung bis zum Alter von 20 Wochen mit dem Vorschulkurs fortgesetzt. Danach geht es mit der Vorschule weiter, die die Welpen besuchen, bis sie sechs Monate alt sind. Anschließend beginnen die Junghundekurse.
Weitere Informationen unter www.hunde-erziehung.at


Ein Knoten in den Pfoten

ein konten in den pfoten

Physiotherapeutische Übungen für Hundekinder
Jetzt wo es endlich Frühling geworden ist, sieht man wieder überall auf den Hundewiesen verspielte junge Hunde herumtollen. Und wer kennt es nicht – das Bild eines scheinbar zu schnell groß gewordenen „Riesenbabys“, das noch nicht genau weiß, wie man die viel zu langen Beine koordiniert bewegt.

In solchen Fällen können therapeutische Bewegungsübungen und Massagen helfen, die Koordination und das Körperbewusstsein junger Hunde zu verbessern.
Die nachfolgend beschriebenen Techniken eigen sich gut zur selbstständigen Durchführung bei Ihrem Hund, sollten aber vor der Anwendung bei einem in physiotherapeutischen Techniken geschulten Experten besprochen und eingeübt werden.

Massage für den vierbeinigen Tollpatsch

Gerade Junghunde großer Rassen, wie beispielsweise Dobermann oder Rottweiler, bewegen sich oft recht tollpatschig und sind mit Ihren, wie es scheint „zu vielen“ und zu langen Beinen doch recht überfordert. Da zu den Wirkungen der klassischen Massage auch die Verbesserung der Körperwahrnehmung zählt, hat es sich bewährt solche Hunde schon von klein auf zu massieren um ihnen ein besseres Gefühl dafür zu geben „wo sie anfangen und wo sie aufhören“.

Bei Massagen ist es wichtig, dass stets die Reaktion des Tieres im Mittelpunkt steht : Das Massieren darf nie unangenehm sein oder gar wehtun! Kontraindikationen, bei deren Vorliegen man auf den Einsatz der Massage verzichten sollte, sind Entzündungen der Haut, Tumore, Fieber, erhöhte Neigung zu Blutungen sowie Herz- und Kreislaufprobleme.

Im Folgenden sind einige Griffe der klassischen Massage beschrieben, die mit einiger Übung zu erlernen sind und sich besonders dafür eignen, sie beim jungen Hund selbst anzuwenden.[weiterlesen pdf...]

hundekinder wollen spielend lernen

Streichen (Effleurage):
Beim Streichen handelt es sich um einen oberflächlichen Griff, der immer am Anfang und am Ende einer Massagesitzung stehen sollte. Streichungen werden langsam mit der flachen Hand, sanft mit dem Haarstrich am Rücken beginnend über Vorder- und Hinterbeine ausgeführt.
Dabei sollte immer eine Hand am Hund bleiben und zuerst mit sehr leichtem, später mit etwas festerem Druck massiert werden.

Kneten (Petrissage):

Oberflächliches Kneten: Bei diesem Griff wird die Haut vorsichtig erfasst und sanft gegen die tiefer liegenden Strukturen verschoben. Auch bei der oberflächlichen Knetung beginnt man am Rücken und behandelt anschließend die Beine. Am Ende sollte aber, wie zu Beginn der Massage, die Streichung folgen. Bewegungsübungen zur Verbesserung der Koordination

Passive Bewegungstherapie:

Dies ist eine weitere Methode, die der Tierhalter bei seinem Junghund in Form von sogenannten Distanten passiven „Range of Motion“ -Übungen durchführen kann. Die „Range of Motion“ oder das Bewegungsausmaß von Gelenken gehört zu den Dingen, die ein junger Hund durch Bewegung erst erfahren muss. Um ihn dabei zu unterstützen, eignen sich diese einfach durchzuführenden Übungen, die entweder isoliert, also Gelenk für Gelenk oder als komplexe Übungen durchgeführt werden können.

Unter passiven Bewegungsübungen versteht man die Bewegung von Gelenken ohne die Muskelarbeit des Hundes, also durch eine äußere Kraft. Zur Durchführung sollte der Hund immer in eine physiologische, für ihn bequeme Ausgangsstellung verbracht werden, dies ist meist die Seitenlage oder eine sitzende Stellung. Der zu behandelnde Körperbereich sollte frei zugänglich sein und genügend Platz vorhanden sein, um alle Bewegungen ausführen zu können. Wie bei allen physiotherapeutischen Maßnahmen ist auch hier die Entspannung des Tieres der Schlüssel zum Erfolg. Alle Bewegungen werden immer von der körperfern liegenden Hand ausgeführt, die körpernah liegende dient der Fixierung und Stabilisierung. Alle Bewegungen müssen ruhig und fließend durchgeführt werden, und das Gelenk wird vorsichtig und langsam innerhalb des möglichen Bewegungsausmaßes bewegt. Das Erreichen dieser endgradigen Bewegung sollte nicht überschritten werden, also keine Dehnung herbeigeführt werden. Die Bewegung erfolgt in Beugung und Streckung und sollte ungefähr 3-5-mal täglich mit jeweils 10 Wiederholungen durchgeführt werden.

ein konten in den pfoten

Isolierte Bewegungen:
Die passiven Bewegungsübungen können an jeweils einem Gelenk ausgeführt werden, wie hier am Beispiel des Ellbogengelenkes oder des Hüftgelenkes. Komplexe Bewegungen: Es können aber auch mehrere Gelenke gleichzeitig behandelt werden, in Form von „Radfahrübungen“ im Liegen oder im Stehen. Diese komplexen passiven Bewegungsübungen dienen auch einem Üben der physiologischen Bewegungsabläufe. Aktive Bewegungstherapie: Aktive Bewegungsübungen eignen sich hervorragend dazu, die Muskulatur zu trainieren und damit eine bessere Stabilisation von Gelenken zu gewährleisten. Aber auch die Koordination, die besonders beim Junghund extrem wichtig ist, und das Bewusstsein eines Tieres dafür, wo und wie es sich im Raum bewegt, können mit bestimmten Übungen gefördert werden. Nachfolgend sind einige Übungen beschrieben, die sich gut anwenden und in den Alltag des Hundes integrieren lassen. Auch für diese Übungen ist ein vorangehendes Beratungsgespräch und das Einüben der Techniken unbedingt notwendig, da durch falsch angewandte Übungen dem Tier Schaden zugefügt werden kann.

ein konten in den pfoten

Cavaletti - Training
Das Cavaletti Training ist sicher jedem bekannt, der sich mit Pferdesport beschäftigt – aber auch für Hunde hat sich diese Form des Trainings bewährt. Die Cavaletti Arbeit fördert die Schrittlänge, die Belastung der Extremitäten und die aktive Range of Motion „ROM“ ( Bewegungsausmaß) der Gelenke. Stangen auf dem Boden dienen als Hindernis und zwingen den Hund dazu, seine Beine höher zu heben und die Schritte bewusster zu machen, wenn man ihn langsam und kontrolliert (an der Leine) darüber führt. Als „Cavaletti“ kann man auch behelfsmäßig Besenstangen oder dergleichen „zweckentfremden“. Man legt diese Hindernisse zu Beginn flach auf den Boden in einem Abstand, der etwas geringer als die normale Schrittlänge des Hundes ist. In weiterer Folge können sowohl die Höhe als auch die Distanzen geringfügig verändert werden um das Bewußtsein des Tieres für die Bewegung im Raum zu fördern. Man beginnt die Übung im Schritt und steigert das Tempo langsam von Tag zu Tag bis der Hund über die Hindernisse trabt.

Übungen am Wackelbrett oder am orthopädischen Sitzkissen
Auf dem Wackelbrett werden neben der Ausdauer auch die Koordination und das Bewußtsein für die Bewegung im Raum trainiert. Dazu kann man sehr gut die handelsüblichen Wackelbretter für den Menschen verwenden oder orthopädische Sitzkissen. Je nach Größe des Hundes kann man ihn entweder ganz, mit allen vier Beinen auf dem Brett, oder mit jeweils beiden Vorder- oder Hinterbeinen auf dem Wackelbrett platzieren. Nun werden vorsichtige Vor- und Rück- bzw. Seitwärts- Bewegungen ausgeführt – OHNE den Hund dabei herunterrutschen zu lassen. Auch hier beginnt man mit kürzeren Einheiten und steigert langsam bis zu 4x täglich 10-15 Bewegungen.

trampolin

Luftmatratze oder Trampolin:
Übungen auf halbaufgeblasenen Luftmatratzen oder dem Trampolin sind ebenso gut geeignet Kraft und Koordination zu steigern und machen auch noch Spaß. Man kann sich entweder mit dem Hund auf die bewegliche Unterlage stellen und durch Verlagerung des eigenen Gewichtes den Hund aus seinem Gleichgewicht bringen, was dieser wiederum korrigieren muss, oder man stellt den Hund alleine darauf und bewegt die Unterlage mit den Händen. Natürlich eignen sich nicht alle beschriebenen Techniken für jeden Hund gleichermaßen. Beim Üben werden sich einzelne Übungen herauskristallisieren, bei denen man merkt, dass sie dem jungen Hund (und auch dem Besitzer!) richtig Spaß machen. Der Schlüssel zum Erfolg ist aber auch hier, wie so oft im Leben, genügend Abwechslung.



Einige Abbildungen mit freundlicher Genehmigung aus: Bockstahler et al., Physiotherapie auf den Punkt gebracht BE VetVerlag 2004 www.be-vetverlag.de

Dr. Marion müller

Dr. Marion Müller
IVAS zertifizierte
Veterinärakupunkteurin,
Certified Canine
Rehabilitation Practitioner
Ambulanz für Physiotherapie und Rehabilitationsmedizin,
Klinik für Chirurgie
und Augenheilkunde, Veterinärmedizinische
Universität Wien, Veterinärplatz 1,
A-1210 Wien, Tel. 01-25077-6617,
marion.mueller@vetmeduni.ac.at

 

 


 

Auch Vierbeiner werden immer öfter von Allergien geplagt. Besonders häufig sind Floh- und Futtermittelallergie, und Atopie.

Gegen Auslöser mancher Allergien kann man vorbeugen

Golden Retriever Dino leidet an Flohallergie, einer besonders häufig vorkommenden Allergieform bei Hunden. Dino kratzt sich Tag und Nacht und beißt sich schließlich die juckenden Hautstellen laut schmatzend auf. Der Grund dafür: Beim Flohbiss gelangt Speichel des Parasiten in die Haut des Vierbeiners und löst eine allergische Reaktion mit heftigem Juckreiz aus. Die typischen Stellen für eine Flohallergie sind die Rückseiten der Oberschenkel, die Kreuzbeingegend und rund um den Nabel.
Doch gegen den Auslöser „Floh“ kann man vorbeugen, z. B. mit dem neuen praktischen Spot on „EFFIPRO“. Alle vier Wochen den Inhalt einer Pipette zwischen den Schulterblättern auf die Haut auftragen und der Vierbeiner ist verläßlich gegen Flöhe und Zecken geschützt.

Beim zweijährigen, blonden Spaniel Henry leuchten blutig aufgekratzte entzündete Hautstellen durch das helle Fell. Außerdem leidet er auch immer wieder an Gehörgangsentzündungen sowie Durchfall und Erbrechen. Allergietests bestätigen die Diagnose Futtermittelallergie. Auch in diesem Fall kann gegen die allergieauslösenden Stoffe vorgebeugt werden: Mit der ausschließlichen Fütterung von beim Tierarzt erhältlichen medizinischen Hautdiäten!

Gegen Auslöser der Atopie ist Vorbeugung nicht möglich

Zeitgleich, wenn Herrchen durch den Pollenflug unter Heuschnupfen und Asthma leidet, wird Terrier Bobby von heftigem Juckreiz am ganzen Körper gequält und zu allem Überfluß entzünden sich auch noch die Ohren. Bobby ist Atopiker!
Unter Atopie versteht man die bereits genetisch festgelegte Bereitschaft zu überschießenden Reaktionen des Immunsystems gegen Umweltstoffe, die eingeatmet oder über die Haut aufgenommen werden. Wegen der Vererblichkeit der Krankheit sollte mit atopischen Hunden nicht gezüchtet werden. Die Hauptallergene für vierbeinige Atopiker sind Pollen und Hausstaubmilben. Aber auch tierische oder menschliche Hautschuppen, Schimmelpilze und Putzmittel können Auslöser für eine atopische Hautentzündung sein. Im Gegensatz zu Mensch und Katze reagieren atopische Hunde selbst auf Allergene, die eingeatmet werden, nicht mit dem Atmungstrakt ( Asthma oder Heuschnupfen), sondern mit der Haut (juckende Ekzeme).

Verhornungsstörungen machen Haut durchlässig
Bei atopischen Hunden kommt es durch Verhornungsstörungen zur Schwächung der Hautbarriere. Die Folge ist, dass die Oberhaut durchlässiger ist und Allergene leichter als bei einem gesunden Tier über die Haut in den Körper eindringen können.

Juckreiz quält bis zur Aggressivität
Hauptsymptom bei der Atopischen Hautentzündung des Hundes ist hochgradiger Juckreiz, der sich als Kratzen, Lecken, Beißen, Reiben, vermehrte Reizbarkeit und gelegentlich auch Verhaltensänderungen, wie Appetitverlust und Aggressivität äußert. Die bevorzugten Körperstellen sind Pfoten, Augen, Schnauze, Achselhöhlen, Bauch, Dammbereich und Leistengegend. Auch chronisch juckende Gehörgangsentzündungen mit hochgradig entzündeten Ohrmuscheln sind oft auf Atopie zurückzuführen.

Entzündung von Haut und Ohren im Sommer stärker
Gerade in den Sommermonaten häufen sich Haut- und Ohrenpatienten in der Tierarztpraxis. Der Grund dafür ist, dass Hitze und der Kontakt mit Wasser beim Schwimmen die Bereitschaft zu allergischen Haut- und Gehörgangsreaktionen verstärkt. Auch Stress und trockene Haut vermindern die Widerstandskraft gegen Allergieauslöser.

Neue Therapien heilen Haut und Ohren
Voraussetzung, dass die Haut - auch an der Ohrmuschel - heilen kann, ist die Beendigung des Juckreizes. Dies erreicht man am schnellsten und wirkungsvollsten mit Kortison. Da aber Kortison in Form von Injektionen oder Tabletten ausgeprägte Nebenwirkungen auf sämtliche Organe des Körpers hat, ist es nicht sinnvoll den ganzen Organismus durch Kortison in Form von Tabletten oder Injektionen mitzubehandeln, wenn eigentlich nur die Haut Behandlung nötig hat. Mit dem neuen Cortavance - Hautspray, der ein speziell für die Haut entwickeltes Hydrokortison enthält, ist es möglich, die Entzündung lokal wirkungsvoll zu behandeln. Der Spray heilt rasch die Hautentzündung und stillt den Juckreiz. Cortavance - Hautspray für Hunde ist einzigartig in der Tiermedizin. Die Anwendung ist einfach, da der Spray nur einmal täglich aufgesprüht und nicht eingerieben werden muß.

Zusätzliche Bäder mit einem dermatologischen Shampoo aus der Allerderm-Reihe (z.B. Sebolytic und Sebocalm) stärken die Hautbarriere und unterstützen den Heilungsprozess, da sie mikroskopisch kleine Wirkstoffperlen enthalten, die auch nach dem Abspülen auf der Haut bleiben und dadurch bis zu einer Woche wirksam sind.

Moderne Ohrtherapeutika helfen schnell
Eine neue Generation von Ohrreinigern und Ohrentropfen können nach Abschluss der tierärztlichen Behandlung auch zu Hause angewendet werden und erzielen eine nachhaltige Heilung: Der Ohrreiniger „EpiOtic“ reinigt den Gehörgang mit einer völlig neuen Technologie indem er die Anheftung von Keimen an der Wand des Gehörganges unmöglich macht. Zusätzlich enthält der Reiniger eine spezielle Essigsäure, die die Keimvermehrung verhindert und die Keime zum Absterben bringt. Der Ohrreiniger „EpiOtic“ beruhigt auch die empfindliche Auskleidung des Gehörganges und beseitigt feuchtes Milieu. Er ist daher sowohl zur Gesunderhaltung empfindlicher Ohren als auch zur Reinigung kranker Ohren vor der Anwendung von Ohrentropfen zu verwenden. „EasOtic“ sind die dazupassenden neuen Ohrentropfen. Sie enthalten eine moderne Kombination dreier Wirkstoffe: Zwei davon bekämpfen die Erreger (Hefepilze und Bakterien) der chronischen Gehörgangsentzündung, während der dritte als Hydrokortison rasch und anhaltend gegen Juckreiz und Entzündung wirkt.

Die Angaben des Tierarztes genauestens befolgen
Immer wieder erlebt man es als Tierarzt, dass Tierbesitzer es zu gut meinen und die angegebene Therapiedauer verdoppeln. Das bringt jedoch nichts, schon gar nicht bei EasOtic-Ohrentropfen. Denn wenn man diese fünf Tage lang verabreicht hat, hält die Wirkung 15 Tage lang an. Also zuerst reinigen mit EpiOtic-Ohrreiniger, dann fünf Tage lang EasOtic-Ohrentropfen verabreichen und dann nochmals mit EpiOtic reinigen. Sollte nach abgeschlossener Therapie noch Juckreiz vorhanden sein, dann äußerlich Cortavance- Hautspray aufs Ohr sprühen.

Dr. Herta Puttner

 


Erholung für zwei - Urlaub mit Hund
Familienmitglied „Hund“ gehört dazu

Es ist allgemein bekannt, dass Hunde stabilisierend auf das körperliche und seelische Wohlbefinden ihres menschlichen Partners wirken. Warum also sollte man die Vierbeiner dann gerade in den schönsten Wochen des Jahres - im Urlaub - nicht dabeihaben? Rechtzeitig mit den Vorbereitungen beginnen Mindestens vier Wochen vor Reiseantritt unbedingt den Haustierarzt aufsuchen und die Impfungen des Vierbeiners überprüfen und gegebenfalls auffrischen lassen. Bei dieser Gelegenheit kann auch gleich anhand einer Vorsorgeuntersuchung der aktuelle Gesundheitszustand des Hundes festgestellt werden. Ganz wichtig ist es auch, sich vom Tierarzt beraten zu lassen, wie der Hund am besten gegen durch Parasiten ( Zecken, Stechmücken) übertragene Reisekrankheiten (z.B.Hundemalaria) geschützt werden kann. Die passenden Mittel sind beim Tierarzt vorrätig.

Auslandsreisen
Generell brauchen Hunde dafür den blauen EU-Heimtierausweis und müssen gechippt und tollwutgeimpft sein. Die Tollwutimpfung muss mindestens vier Wochen, aber nicht älter als ein Jahr sein. Da viele Länder - selbst innerhalb der EU - Sonderbestimmungen für die Einreise von Tieren haben, sollten Sie sich vor jeder Reise im jeweiligen Konsulat danach erkundigen. Auch unter www. tierschutzinwien.at finden Sie aktuelle Informationen über Einreisebestimmungen. Einfach auf „Reisen mit Heimtieren“ clicken.

Bello wird im Auto schlecht
Das gängigste Transportmittel für Reisen mit dem Hund ist das Auto. Leider vertragen nicht alle Vierbeiner längere Autofahrten gut; vielen wird schlecht, sie werden reisekrank! Die typischen Anzeichen für Reisekrankheit sind Übelkeit, Speicheln, Erbrechen, Rastlosigkeit, Angst und Zittern. Die genannten Symptome entstehen im Gehirn, das von den Signalen des Gleichgewichtsorgans gleichsam bombardiert wird. Dieses empfindliche Organ befindet sich im Innenohr und reagiert auf Stöße, Schwankungen und Schaukeln des Autos. Das Gehirn kombiniert diese Impulse mit Informationen von den Augen und verarbeitet sie gemeinsam. Die gleiche Region im Gehirn steuert auch Gefühle, wie Beklemmung und Angst, die den Teufelskreis noch verstärken. Alle Impulse zusammen stimulieren das Brechzentrum, wodurch Übelkeit und Erbrechen ausgelöst werden. Stehen die Informationen der Augen im Widerspruch zu den anderen Impulsen - zum Beispiel wenn die Augen das unbewegte Innere des sich bewegenden Autos betrachten -, wird die Übelkeit noch verschlimmert.

Reisekrankheit ade!
Lange gab es keine befriedigende Therapie gegen Reisekrankheit beim Hund. Versuche mit Beruhigungsmitteln machten die Tiere müde und schläfrig und bewirkten, dass die Vierbeiner halb bewusstlos am Urlaubsort ankamen. An ein „Äußerlngehen“ unterwegs war nicht zu denken. Aber neuerdings gibt es für Hunde Tabletten gegen Reisekrankheit (Cerenia), die direkt im Brechzentrum im Gehirn wirken, indem sie Botenstoffe für den Brechvorgang blockieren. Die Tabletten wurden speziell für Hunde entwickelt und machen nicht müde, sind also auch für spontane Ausflüge geeignet. Dauert die Anfahrtszeit zum Urlaubsort länger, kann auch der Hund während einer Pause problemlos aussteigen und äußerlngehen. Cerenia-Tabletten sollten ein bis zehn Stunden vor Reiseantritt verabreicht werden. Die Wirkung hält für mindestens zwölf Stunden an. Eine kleine Mahlzeit oder ein Leckerbissen vor der Eingabe von Cerenia wird empfohlen.

Ortsveränderungen können stressen
Setterhündin Maja hat zwar die Anreise zum Urlaubsort problemlos überstanden, aber die veränderte Umgebung im Hotel und die völlig andere Geräuschkulisse im Urlaubsort zerren an ihren Nerven. Die vielen Menschen am Strand, die lärmenden Kinder im Hotel und das laute südländische Leben erschrecken Maja. Ein kleines zusätzliches Geräusch genügt, dass die Hündin zu zittern und zu winseln beginnt. Doch Maja hat Gück: Der ortsansässige Tierarzt verschreibt ihr kein Beruhigungsmittel, sondern rät zu Calm-Trockenfutter von Royal Canin. Dies ist ein medizinisches Spezialfutter für Hunde und Katzen, das den Vierbeinern hilft, Veränderungen und ungewohnte Situationen in Ruhe zu akzeptieren. Das neue Trockenfutter enthält einen Eiweißbaustein der Milch mit angstlösenden Eigenschaften. Reichlich enthalten ist auch eine Vorstufe des sogenannten Glückshormons Serotonin und Vitamin B3, die im Gehirn ähnliche Wirkung zeigen wie angstlösende Medikamente. Die beruhigende Wirkung von Calm-Trockenfutter ist der von Valium vergleichbar - jedoch beruht sie auf rein natürlichen Inhaltsstoffen und macht nicht benommen. Glücklicherweise spricht Maja schon nach wenigen Tagen gut auf das Futter an und ist den restlichen Urlaub über ausgeglichen wie zu Hause. Majas Herrchen und Frauchen wollen vor dem nächsten Urlaub jedoch dem Rat des Tierarztes folgen und schon 14 Tage vor der Abreise mit der Fütterung von Calm-Trockenfutter beginnen, damit die sensible Hündin durch die veränderte Situation im Urlaub erst gar nicht aus dem Gleichgewicht gebracht wird.

Reiseapotheke für den Hund
Weil man kleine Unpässlichkeiten und Verletzungen nie ausschließen kann, sollten Sie sich vor der Abreise vom Haustierarzt eine Reiseapotheke zusammenstellen lassen. Neben Wunddesinfektionsmittel, steriler Kochsalzlösung zur Augenreinigung, sterilen Kompressen zum Blutstillen und elastischen Mullbinden zum Einbinden der Pfoten, gehören natürlich auch alle Medikamente, die der Hund regelmäßig nehmen muss (z. B. Herztabletten) in die Reiseapotheke. Sehr empfehlenswert für die Hunde-Reiseapotheke ist ein kleiner Vorrat an „Recovery diet“ von Royal Canin. Damit können im Urlaub erkrankte, appetitlose Tiere wieder aufgepäppelt werden. Diese - beim Tierarzt erhältliche - Diät schmeckt besonders gut und enthält alle Nährstoffe in so hoch konzentrierter Form, dass nur ganz geringe Futtermengen aufgenommen werden müssen. Für Hunde, die zu schwach zum Selberfressen sind, kann „Recovery diet“ in einer Spritze aufgezogen und dem vierbeinigen Patienten eingeflößt werden.